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Auf der Suche nach einer sozial nachhaltigen Energiewende

Technische Innovation, Klimaschutz, wirtschaftlicher Strukturwandel – durch ihre vielen Facetten wird die Energiewende zum globalen Jahrhundertprojekt. Ein Aspekt gerät dabei aber oft in Vergessenheit. Dem widmet sich dynamis.

dynamis ist eine Kooperation von innogy Stiftung, 100 prozent erneuerbar stiftung und dem Institute for Advanced Sustainability Studies in Potsdam (IASS). Die Mission: die Energiewende so auszugestalten, dass sie auch im sozialen Sinne nachhaltig wird. Denn unter Nachhaltigkeit wird heutzutage oft vor allem das verstanden, was der Umwelt und dem Klima gut tut oder Ressourcen schont.

Doch der Ansatz greift zu kurz, denn mitunter scheint das ökologisch Sinnvolle nicht gleichbedeutend mit dem sozial Gerechten zu sein. Ein beliebtes Beispiel ist die (auch im Wortsinne) großflächige Förderung der Photovoltaik in Deutschland. Kritiker sagen: Jahrzehntelang wurden dafür Milliarden Euro an eine relativ kleine Gruppe der Bevölkerung vergeben; nämlich (meist ohnehin schon wohlhabendere) Besitzer von Immobilien und Grundstücken, die Solarmodule installieren und besondere Tarife bei der Einspeisung ins Stromnetz kassieren. Die Kosten dafür tragen dagegen auch die, die selbst nicht davon profitieren können.

Klingt ungerecht – doch tatsächlich ist die Sache komplexer. Denn es gibt auch gegensätzliche Argumente: Dank der Startförderung ist Solarstrom mittlerweile eine wertvolle Ergänzung des Strommixes und trägt so zu Kostensenkungen und mehr Vielfalt im Strommarkt bei. Und davon profitieren wiederum auch die sozial weniger Privilegierten. Außerdem schafft die Solarbranche Zehntausende neuer Arbeitsplätze.

Das Beispiel zeigt, wie ökologische und soziale Nachhaltigkeit gegeneinander in Position gebracht werden können; dynamis möchte helfen, diesen (mitunter nur scheinbaren) Graben zu überbrücken.

Die Köpfe hinter dynamis: Stephan Muschick bei der Vorstellung der Kooperation in Berlin, mit Moderator Jürgen Wiebicke und den dynamis-Partnern Ortwin Renn und René Mono (v.l.).

Die Köpfe hinter dynamis: Stephan Muschick bei der Vorstellung der Kooperation in Berlin, mit Moderator Jürgen Wiebicke und den dynamis-Partnern Ortwin Renn und René Mono (v.l.).

Deklariert als „Think-Do-Rethink-Tank“, schreibt es sich von Beginn ein kollaboratives Arbeiten mit unterschiedlichen Akteuren der Energiewende auf die Fahnen. Diese Haltung impliziert schon der Name, wie innogy Stiftungsgeschäftsführer Stephan Muschick erklärt: „dynamis, das kommt aus dem Griechischen und bedeutet ,Das Vermögen, Dinge zu bewegen’, und das kann nur funktionieren, wenn man diese Dinge gemeinsam angeht.“

 

Die Partner von dynamis sind „alte Bekannte“ der innogy Stiftung. Mit der 100 prozent erneuerbar stiftung arbeiten wir seit vielen Jahren in unterschiedlichen Projekten zusammen – unter anderem bei der Energieavantgarde Anhalt. Zum IASS gibt es ebenfalls schon seit Jahren enge Verbindungen – so saß Instituts-Direktor Ortwin Renn im Juni 2016 bei unserer Diskussionsreihe „Nachhaltig & gut?“ mit auf dem Podium.

Der „Think-Do-Rethink-Tank“-Ansatz von dynamis mag nach Werber-Sprache klingen, dahinter stecken jedoch ernsthafte Gedanken. „Think“ meint, dass eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende eine wissenschaftliche Grundlage braucht. Um die zu schaffen, arbeitet das IASS gerade an einem Barometer zu ihrer sozialen Nachhaltigkeit. „Wir glauben aber auch, dass traditionelle Wissenschaft an Grenzen stößt und wir neue Dinge ausprobieren müssen“, sagt Muschick. dynamis sei also sehr praktisch orientiert. „Entsprechende Räume zu schaffen, das können nur Stiftungen oder Kooperationen wie dynamis leisten.“ Das sei das „Do“. Die Projekte und ihre Ergebnisse sollen dann wieder in den Wissenschafts-Diskurs einfließen und hier weitergedacht werden – mit diesem „Rethink“ schließt sich der Kreis.

Mehr Informationen zu Projekten und Akteuren gibt es auf dynamis-online.

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