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Museum Strom und Leben: Elektrizität von gestern, heute und morgen

 

Strom scheint für uns beinahe so selbstverständlich wie die Luft zum Atmen. Doch wie konnte Elektrizität ein so immanenter Bestandteil des modernen Alltags werden? Und wie hat sie das Leben mit der Zeit immer mehr verändert? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Museum Strom und Leben in Recklinghausen. Mit einem neuen Projekt, das von der innogy Stiftung gefördert wird, möchte das Museum zudem auf wichtige Zukunftsaspekte der Elektrizität eingehen.

Kaum etwas hatte in den vergangenen 150 Jahren einen so enormen Einfluss auf die Lebensweise der Menschen wie der elektrische Strom. Er veränderte nicht nur die Art, wie wir arbeiten und wohnen grundlegend, sondern auch wie wir miteinander kommunizieren und uns fortbewegen. Denn egal ob Waschmaschine, Rolltreppe, Toaster oder Smartphone – wir benutzen ständig Dinge, die ohne Strom nicht funktionieren würden. Und dauernd kommen neue Ideen hinzu, was man mit Elektrizität noch so alles anstellen könnte. 

Der einzigartige Standort des Museum Strom und Leben. Es ist Teil einer Umspannanlage, welche seit 1928 zur Stromversorgung von Recklinghausen beiträgt (Foto: Andreas Fechner)

 

Diesem spannenden Themenkomplex rund um die elektrifizierte Gesellschaft widmet sich auch das Museum Strom und Leben in Recklinghausen. Hier wird auf 2.500 qm erzählt, wie die Nutzung der Elektrizität Stück für Stück Veränderungen in die Lebenswelt der Menschen brachte  – und noch heute bringt. Zahlreiche Gegenstände aus verschiedenen Jahrzehnten des 19., 20. und sogar 21. Jahrhunderts veranschaulichen diese Entwicklungen beispielhaft. Hier warten alte Telefonapparate, Turbinen, Radios, Verkehrsmittel und vieles mehr auf die Besucher. Die Exponate dürfen dabei nicht nur betrachtet, sondern auch angefasst und ausprobiert werden. „Für uns war es von Anfang an wichtig, dass hier “Anfassen erlaubt” und nicht “Finger weg!” gilt”, betont auch der Museumsleiter Hanswalter Dobbelmann.

Neben der Möglichkeit Ausstellungsstücke auszuprobieren, ist aber auch der Standort selbst einzigartig. Denn das bald 20 Jahre alte Museum ist Teil einer Umspannanlage, die seit 1928 einen großen Beitrag für die Recklinghäuser Stromversorgung leistet. Heute steht die restaurierte und modernisierte Anlage unter Denkmalschutz. Teile davon können ebenfalls besichtigt werden.

Ein neuer Zukunftsraum entsteht

Mit einem Blick auf die Vergangenheit und Gegenwart der Elektrizität ist ihre Geschichte aber noch lange nicht zu Ende erzählt. Denn auch in Zukunft wird sie viel Einfluss auf unser Leben haben. Und das noch deutlich übergreifender als je zuvor, denkt man etwa an Künstliche Intelligenz. Gleichzeitig bereitet zum Beispiel die Energiegewinnung und Stromversorgung aktuell vielen Menschen Kopfzerbrechen. Fakt ist: Die Zukunft der elektrifizierten Gesellschaft wird ebenso komplex und spannend wie ihre Vergangenheit.

Auch im Museum Strom und Leben möchte man sich nun intensiver mit den verschiedenen Zukunftsaspekten der Elektrizität und ihrer Nutzung auseinandersetzen. In den kommenden zwei Jahren realisiert das Museum daher ein neues, von der innogy Stiftung gefördertes Projekt dazu. Dabei geht es nicht um eine Ausstellung im klassischen Sinne – denn „natürlich ist es nicht ganz einfach, etwas auszustellen, das noch nicht gewesen ist”, sagt Hanswalter Dobbelmann. Geplant ist vielmehr ein dreiteiliges Konzept, welches auch die Besucher stärker einbeziehen soll.

Eine Informationsebene wird es natürlich trotzdem geben: Auf 140 qm Fläche können sich die Besucher anhand von Modellen, Filmen und Texten mit den verschiedenen relevanten Zukunftsthemen beschäftigen. Dazu gehören unter anderem potenzielle Energiequellen, Verkehrsmittel sowie mögliche Veränderungen in der Kommunikation sowie im Haushalt der Zukunft. „Ein Thema wird auch die Schnittstelle Mensch-Maschine sein, also wie sich der Mensch unter dem Einfluss der Technik verändert”, verrät der Museumsleiter. Zu all diesen Themen werden auch die Besucher selbst etwas beitragen können. Besonders Schulklassen möchten Hanswalter Dobbelmann und sein Team stärker in das Projekt einbinden, etwa in Form von gemeinsam realisierten Ausstellungen. Ein Begleitprogramm mit Lesungen, Vorträgen oder Workshops rundet das Ganze ab. 

„Ziel unseres Konzeptes ist letztlich, die Besucher zum Denken anzuregen. Wenn sie danach mit mehr Fragen und dem ein oder anderen Anstoß aus dem Haus gehen, haben wir unser Ziel erreicht.”