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Fake Star – Im Zweifel für den Zweifel

Alles Fake oder was? Über den Zweifel an der Wahrheit und der Kunst

Was kann man heute noch glauben? Jeden Tag erreichen uns so viele Informationen – aber wie können wir zwischen Wahrheit, Tatsachen und falschen Behauptungen oder gar Verschwörungstheorien unterscheiden? Die Ausstellung ‚‚Im Zweifel für den Zweifel: Die große Weltverschwörung‘‘ beschäftigt sich auf künstlerische Art mit dem Thema. Mit dabei: der ‚‚Fake Star‘‘ – ein Sternenkraftwerk der besonderen Art.

Spätestens seit der amerikanische Präsident den Begriff ‚‚Fake News” geprägt hat, ist klar: mit der Wahrheit ist es nicht immer einfach. Das Internet stellt uns unendlich viele Informationen zur Verfügung, doch sind die alle richtig? Wer stellt diese Informationen bereit? Mit welchem Ziel? Kein Wunder, dass immer mehr Menschen immer skeptischer werden. Und mancher macht sich auch gleich seine eigene Welt.

Von Mondlandung bis Klimalüge

Die Ausstellung ‚‚Im Zweifel für den Zweifel: Die große Weltverschwörung‘‘ widmet sich der Frage nach den verschiedenen Realitäten und fügt ihnen eine künstlerische Wirklichkeit hinzu. Zwar gab es Verschwörungstheorien schon immer – man denke nur die Mondlandung oder die Hintergründe zum Tod von John F. Kennedy – aber derzeit ist das Phänomen so aktuell wie nie. Auch im Bereich Energie haben Verschwörungstheorien wie “chemtrails” oder die “Klimalüge” immer mal wieder Konjunktur und es gibt immer wieder Menschen, die behaupten, der Klimawandel sei von Politikern und Wissenschaftlern erfunden worden, um sich an Steuergeldern zu bereichern. Wie also soll Orientierung in einer immer komplexeren Welt stattfinden? Wann ist Zweifel berechtigt? Wo fängt der Spaß an und wo hört er auf?

Vom 11. September bis zum 18. November 2018 werden im NRW-Forum Düsseldorf Antworten gesucht. In Montagen, Installationen und Skulpturen beschäftigen sich Künstler mit Ängsten, Träumen und Widersprüchen. Überwachungstechnologien und Fotofälschungen, virtuelle oder postfaktische Realität – ein kritischer Diskurs ist gewünscht und Zweifel sind berechtigt. Sie sind Teil einer offenen und transparenten Gesellschaft.

Ein falscher Stern am Himmel

Besonders freut sich die innogy Stiftung, dass der “Fake Star” der Künstlergruppe Julius von Bismarck, Benjamin Maus und Richard Wilhelmer Teil der Ausstellung ist. Die Arbeit wird auf dem Dach des NRW Forums installiert und schwebt für die Dauer der Ausstellung als neuer Stern am Düsseldorfer Himmel. Meint man. Denn eigentlich handelt es sich bei dem neuen Himmelskörper um einen Lenkdrachen, an dessen Spitze sich ein LED-Licht befindet. Seine Energie erzeugt der Stern übrigens aus sich heraus, d. h. aus Windkraft. Und steht damit auch für das Versprechen der Energiewende und der Kraft der erneuerbaren Energie.

Für BesucherInnen wird der Fake Star in der Nacht von echten Sternen kaum zu unterscheiden sein. “Mit diesem falschen Himmelskörper wird auch die Existenz der richtigen Sterne in Frage gestellt,” so Richard Wilhelmer. “Die Arbeit verdeutlicht, wie das postfaktische Zeitalter unser Bewusstsein für Wahrheit prägt. Da es schwierig ist, Wahrheit und Unwahrheit zu unterscheiden, orientiert man sich meistens an seinem sozialen Umfeld oder schlicht an der Mehrheit.” Machen Sie sich daher besser selbst ein Bild.

Fake Star – Im Zweifel für den Zweifel

11. September bis 18. November im NRW-Forum in Düsseldorf.

Die Arbeit entstand im Rahmen der Förderung des Think Tank ‚‚Energieavantgarde Anhalt e.V.‘‘ und hatte ihre ersten Flugversuche auf den Elbwiesen in Wittenberg.