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Migrationsbiografien zwischen Tradition und Moderne

Giordano, Koslowski, Papadopoulous, Yilmaz: Namen, die zeigen, dass das Ruhrgebiet ein Schmelztiegel der kulturellen Identitäten ist. In den Nachkriegsjahren kamen Migranten meist als Kohlekumpel und Stahlgießer, als ungelernte „Gastarbeiter“. Viele ihrer Nachfahren sind heute Techniker und Ingenieure im Bereich der konventionellen wie auch der neuen Energien. Doch obwohl sie einen wichtigen Teil zur modernen Energiewirtschaft beitragen, sind sie in der öffentlichen Wahrnehmung kaum präsent.

Die multimediale Wanderausstellung „Erzählte Energie“ will diese Leerstelle schließen. Durch Audio-, Video- und Schriftdokumentationen werden Menschen mit Einwanderungsgeschichte präsent, die im Energiesektor arbeite(te)n. Hier zeigt sich anschaulich der individuelle wie familienbiografische Aufstieg von Einwanderern in Deutschland. Von solchen Beispielen erfolgreicher Integration kann einerseits die deutschstämmige Mehrheitsgesellschaft profitieren, die sonst massenmedial und politisch oft mit einem eher negativen Bild des „Fremden“ konfrontiert ist. Darüber hinaus erleben Besucher aus Einwandererfamilien die in der Ausstellung porträtierten Menschen als eine Art stellvertretender Stimme und nicht zuletzt als Vorbilder.

Früher einmal: Die Kumpel unter Tage.

„Erzählte Energie“ ist eine Ausstellung, die Brücken baut…

Brücken innerhalb einzelner gesellschaftlicher Gruppen, Brücken zwischen verschiedenen Milieus und nicht zuletzt Brücken auf dem Weg Richtung Energiezukunft. Denn wer unsere Energiegeschichte versteht, der versteht viel besser die Herausforderungen, die ein Umstieg auf neue Energien mit sich bringt – technisch, ökologisch und sozial.

Für die Konzeption der Ausstellung kooperiert die innogy Stiftung mit dem Lehrstuhl für germanistische Literaturdidaktik der Ruhr-Uni Bochum. Weitere Partner sind das Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung in Essen, das LWL Industriemuseum Dortmund, das Deutsche Bergbau-Museum Bochum und das Institut für Turkistik der Uni Duisburg-Essen. Um eine möglichst große Wirkung zu erreichen, soll das Projekt sowohl an Schulen und Universitäten als auch in öffentlich zugänglichen Räumen wie den beteiligten Museen gezeigt werden. Neben klassischer Museumsdidaktik kommen dabei auch andere (pop-)kulturelle Stilmittel zum Einsatz, zum Beispiel Poetry Slams.

Kontakt:

Projekt Energiegeschichte: Prof. Dr. Sebastian Susteck Ruhr-Universität Bochum | Fakultät für Philologie | Germanistisches Institut | Energiegeschichte@ruhr-uni-bochum.de

Fotos: Emine Ercihan