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Eine ganze Region wird zum Reallabor

Die Energieavantgarde Anhalt möchte ihre ganze Region dazu bewegen, die Energiewende mitzugestalten – und zwar dezentral. Eine Initiative, die viel Potenzial hat und unsere Unterstützung verdient.

Die „Energieavantgarde Anhalt e.V.“ (EAA) versteht sich als Think Tank und Innovationstreiber aus und für Sachsen-Anhalt. Rund 20 privat Engagierte sowie Vertreter aus Stiftungen, Stadtwerken, Kommunen und Umweltbundesamt sind derzeit im Verein aktiv. Unterstützungen erhalten sie von einem Experten-Beirat und zahlreichen fördernden Institutionen wie der innogy Stiftung oder der EnviaM.

Die EAA will die Energiewende mitgestalten und legt dabei Wert auf einen regionalen Ansatz. „Dezentral. Vernetzt. Gemeinsam.“ lautet das Leitmotiv der Initiatoren. Dass die Energiewende zu verstärkter Dezentralität führen wird, ist klar – etwa, weil immer mehr Verbraucher dank Solaranlagen auch zu Erzeugern werden. Die Vorteile lokaler Lösungen sind unter anderem die geringe Abhängigkeit von Speichern und Einsparungen beim Netzausbau. Außerdem kann es leichter sein, die lokale Bevölkerung zum Mitmachen zu bewegen, wenn die Energiewende vor der eigenen Tür plötzlich greifbar wird.

Bis zu 70 Prozent Ökostrom: Anhalt ist schon heute Energiewende-Vorbild

Die Energie-Avantgardler im Gespräch – hier mit Stiftungsgeschäftsführer Stephan Muschick (2. v.l.)

Um auszutesten, ob und wie die Energiewende dezentral funktionieren kann, soll in der Region Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg ein Reallabor entstehen. Dieser Landstrich eignet sich aus Sicht der EAA besonders gut, weil er eine sinnvolle Diversität mit ländlichen und städtischen Strukturen bietet (380.000 Einwohner in Summe) und hier schon heute mehr als 50 Prozent der Nettostromerzeugung aus regenerativen Quellen kommen. An manchen wind- oder sonnenreichen Tagen sind es sogar über 70 Prozent. Eine gewisse Offenheit gegenüber den Erneuerbaren ist also zu erwarten.

Das Besondere an dem Labor-Ansatz ist, dass die Bürger und andere lokale Akteure die Entwicklungen von Anfang an mitgestalten – somit sind alle besser informiert und miteinander vernetzt. Die „Laborphase“ soll helfen, wirtschaftliche, kulturelle und technische Fragen zu beantworten. Wie stark zum Beispiel ist das Partizipationsinteresse wirklich: Will jeder Bürger wissen, was der Strom in seinem Zuhause gerade „tut“? Oder aus ökonomischer Perspektive betrachtet: Gibt es eine – erhöhte – Zahlungsbereitschaft für regional erzeugten Ökostrom? In der Hoffnung auf viele erhellende Antworten sieht die EAA die Energiewende als wichtigen Treiber für eine erfolgreiche regionale Entwicklung.

„Denn Energiewende ist Gemeinschaftsaufgabe.“

Wir sind sehr neugierig auf das auf drei Jahre angelegte Projekt, denn es hat das Potenzial, viel zu bewirken und den Umgang mit der Energiewende zu verändern. „Wenn das Experiment gelingt, ist es ein Vorbild für ganz Deutschland und darüber hinaus“, sagt innogy Stiftungsgeschäftsführer Stephan Muschick, der selbst im Beirat der EAA sitzt. „Wir haben uns darauf eingelassen, weil uns eine einmalige Konstellation von engagierten Menschen überzeugt hat. Nun gilt es, vielen die Teilhabe zu ermöglichen, zusammen zu lernen und neue Wege zu finden. Dabei wollen wir unterstützen und mitwirken: Energiewende ist Gemeinschaftsaufgabe.“ Über weitere Entwicklungen werden wir in unserem Blog berichten.

Die Energieavantgarde stellt sich vor:

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