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Rollenspiel Energiewenden

Die Energiewende spielerisch erleben

Bei der Gestaltung der Energiewende gibt es eine Fülle von Interessen, die mitunter schwer vereinbar erscheinen. Die von uns unterstützte Sonderausstellung „energie.wenden“ im Deutschen Museum hat das komplexe Thema anschaulich beleuchtet – mit einem höchst innovativen Konzept.

Das Ziel war klar: Am Umbau der Energieversorgung zu mehr Nachhaltigkeit führt kein Weg vorbei. Doch auf welchem Weg erreicht man das? Fragt man etwa Atomkraft-Ingenieure, Windanlagenbauer, Stromnetzbetreiber und Landwirte, so erhält man höchst verschiedene Antworten – und genau damit wurden die Besucher 18 Monate lang im Deutschen Museum in München konfrontiert. Es gab insgesamt 674 Führungen durch die Ausstellung mit 4.239 Teilnehmern. Ein Begleitprogramm in 24 verschiedenen Formaten ermöglichte unter anderem auch Blinden und Gehörlosen, die Ausstellung zu erleben.  

Herzstück der im Herbst 2018 zu Ende gegangenen Sonderausstellung „energie.wenden“ war ein multimediales Rollenspiel, das von der innogy Stiftung gefördert wurde. Dabei wurden die Argumente diverser Akteure der Energiewende von professionellen Schauspielern vorgetragen, die beispielsweise als Lobbyisten für Wasserkraft, E-Mobilität oder Naturschutz auftraten. Die Besucher mussten in diesem Geflecht von Forderungen und Argumenten entscheiden, was für eine Energiewende sie wollen – und übernahmen praktisch die Rolle eines Politikers.

Wenn man alle Fragen beantwortet hatte, erhielt man eine Bewertung, welcher „Energiewende-Typ“ man sei. 90.000 Besucher brachten das Spiel zu Ende. Jeder siebte Besucher ließ sich also auf die Aufgabe ein – in puncto Interaktionsbereitschaft eine beachtliche Zahl. Zudem spielten Familien meistens gemeinsam nur mit einer Karte, so dass insgesamt noch mehr Besucher am Spiel teilgenommen haben.

Augenöffner für jeden – inklusive jodelndem Plüsch-Flamingo

Neben diesem einzigartigen Lernspiel bot die Ausstellung zahlreiche beeindruckende Exponate: von der „Solarblume“, die den Jahres-Energieverbrauch eines europäischen Durchschnittshaushalts produzierte, über den Tesla Roadster, der es als erstes Serien-Elektroauto 2012 einmal um die Welt geschafft hatte, bis hin zur „Galerie der unsinnigen Dinge“, wo man sich etwa mit der Energiebilanz eines batteriebetriebenen jodelnden Plüsch-Flamingos beschäftigen konnte.

Die vielen Facetten der Jahrhundertaufgabe Energiewende präsentierten sich in neun Ausstellungsbereichen, unter anderem zu Themen wie SmartHome, Emissionshandel oder modernen Speichermedien. Dabei war neben dem innovativen Raumkonzept mit der individuellen Besucherführung vor allem die Interaktivität beeindruckend. So konnte sich das Publikum etwa immer wieder den ganz persönlichen CO2-Ausstoß und die entsprechenden Kosten vor Augen führen. Die Schau demonstrierte somit auf so überraschende wie unterhaltsame Weise: Die Energiewende ist möglich – wenn man weiß, wie und wozu sich etwas ändern lässt.