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manifesta12 mit Michael Wang und Stefano Cagol

Manifesta 12: Ein Kreislauf mit unbestimmtem Ende

Michael Wang stellt bei der Biennale Manifesta 12 in Palermo sein Projekt „The Drowned World“ vor, in dem er den Kreislauf von Leben und Technologie thematisiert. Die innogy Stiftung unterstützt diesen kritischen Blick auf die Industrialisierung und ihre Folgen. Außerdem fördert die Stiftung das Projekt„The Body of Energy (of the Mind)“ von Stefano Cagol – einem ehemaligen VISIT-Stipendiaten.

In Palermo findet seit dem 16. Juni die Manifesta 12 statt. Es ist die weltweit einzige nomadisierende Biennale, das heißt, sie findet alle zwei Jahre an einem anderen Ort statt. In einem alten, stillgelegten Gaswerk in der sizilianischen Hauptstadt befindet sich die Installation „The Drowned World“ („Die ertränkte Welt“) des amerikanischen Künstlers Michael Wang. Wang, geboren 1981, lebt und arbeitet sonst in New York. Das Werk ist nach einer Novelle von J. G. Ballard aus dem Jahr 1962 benannt, einer apokalyptischen Zukunftsfantasie, in der die Erde durch den Klimawandel unbewohnbar geworden ist. Auch die Installation von Wang greift die Ursprünge und die Folgen der Industrialisierung auf.

Wechselspiel zwischen Natur und Technologie

Das Werk besteht aus zwei Elementen: Zum Ursprung der Kohle stellt einen Wald aus der geologischen Periode des Karbon vor über 300 Millionen Jahren dar. Aus den Bäumen wird im Lauf der Jahrtausende Kohle, die die Menschen noch heute zur Energiegewinnung nutzen. Der Wald verdeutlicht also den Kreislauf der Energie, die von den Pflanzen einst aus der Luft genommen und über die Verbrennung der Kohle wieder in die Luft abgegeben wird.

Das zweite Element Die Ersten werden die Letzten sein sind Salzwasser-Pools, die sich am Boden des Gaswerks befinden. Sie bieten einen Lebensraum für Mikroben, die sich von industriellem Müll ernähren. Industrielle Prozesse generieren also Umwelten, in denen nur spezielle Lebensformen leben können – und zwar archaische, die die älteste Lebensform der Welt darstellen. Menschen könnten dort nicht überleben.

Beide Elemente nehmen den Kreislauf des Lebens, das Wechselspiel zwischen Natur und Technologie in den Fokus. Stephan Muschick, Geschäftsführer der innogy Stiftung: „Wir unterstützen das Projekt, weil es auf eindrucksvolle Art verschiedene Aspekte von Energietransformationen reflektiert und den Blick dafür öffnet, welche Herausforderungen die Industrialisierung mit sich bringt. Hier deckt sich das Projekt mit unserem Anliegen in der Arbeit unserer Stiftung die Wandlung und Nutzung von Energie kritisch zu reflektieren.“

Wärme als Symbol fürs Leben:  Das Projekt von VISIT-Stipendiat Stefano Cagol

Bereits seit 2010 fördert die Stiftung Künstler die zum Thema „Energie“ arbeiten mit einem eigenen Programm: VISIT. Stefano Cagol war 2015 Stipendiat und wird bei der Manifesta 12 „The Body of Energy (of the Mind)” fortsetzen. Cagol ist für VISIT mehr als 20.000 Kilometer gereist, hat „Energieorte“ besucht, den Energieaustausch zwischen Menschen und ihrer Umgebung performativ begleitet und mit einer Thermografiekamera dokumentiert.

Am Abend des 16. Junis wird er seine Performance auf der Piazza Magione im Rahmen des Art & Connectography-Programms präsentieren. Am Nachmittag nimmt Cagol an einer Konversation mit Blanca de la Torre teil. Zudem ist in der einzigartigen Location des „Cassata Drone“ (Via Malta 21) eine gemeinsame Installation von Stefano Cagol, Maria D. Rapicavoli und Raqs Media Collective bis zum 20. September 2018 zu sehen. Mehr zu Stefano Cagols Auftritt auf der Manifesta 12 in unserem Interview mit dem Künstler. Die Biennale dauert noch bis zum 4. November.