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Eine Akademie für Energie und Akzeptanz

Für das Gelingen der Energiewende braucht es einen sachlichen und ergebnisoffenen Diskurs. Den zu erreichen, setzt wiederum Bildung voraus. Genau an dieser Stelle setzt unsere Studentenakademie an.

Mit der „Akademie für Energie & Akzeptanz“ bietet das Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik (WZGE) mit Unterstützung unserer Stiftung seit 2012 Energiebildung für Studierende und Promovierende. Während der einwöchigen Veranstaltung in der Lutherstadt Wittenberg wird der Fortschritt der Energiewende aus einem ethischen Blickwinkel beleuchtet. Ziel ist es, die Teilnehmenden zur Mitgestaltung sachlicher Diskurse zu befähigen, die gleichermaßen die Chancen und Risiken sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Energiewende in den Blick nehmen. Damit soll das Vertrauen in die Umsetzung des „Gemeinschaftswerks Energiewende“ gestärkt werden. Die Veranstaltungsreihe, die in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Energiemanagement und Nachhaltigkeit der Universität Leipzig durchgeführt wird, fand 2019 bereits zum siebten Mal statt.

Energiebildung mit nachhaltigen Lerneffekten

Die Akademie ermöglicht jungen Nachwuchskräften einen ganzheitlichen Blick auf die komplexe Energiethematik durch die integrierte Vermittlung wirtschaftsethischer und energiefachlicher Kompetenz, den Austausch mit Praxisexperten, die Interdisziplinarität der Teilnehmenden und ein in jedem Jahr wechselndes, aktuelles Konfliktthema. In der Rückschau verdeutlichen die bislang bearbeiteten Themen die gesellschaftliche Diskussion der jeweiligen Jahre – 2012: Netzausbau, 2014: Strompreise, 2015: (De-)Zentralität, 2016: Digitalisierung. 2017: Verkehrswende. 2018: Energiewende. 2019: Smart Meter. Den Höhepunkt der Akademiewoche bildet ein simulierter, öffentlicher Stakeholder-Dialog, bei dem die Teilnehmenden in den Rollen der verschiedenen Interessengruppen einen Perspektivwechsel vollziehen und daraus nachhaltige Lerneffekte ableiten: Anhand eines Fallszenarios gilt es, die jeweiligen Positionen überzeugend zu vertreten und schließlich in der Gruppe zu einer von allen getragenen Lösung zu gelangen.

Video: Das bietet die Akademie „Seien Sie dabei“

8. Akademie für Energie und Akzeptanz: „Klimaschutz rauf – Datenschutz runter?“

Prof. Jens Strüker, Geschäftsführer des Instituts für Energiewirtschaft, zeigte in seinem Fachvortrag, dass eine dekarbonisierte und dezentrale Energieversorgung ohne „Datenteilen“ nicht möglich ist. Lothar Ahle von der Westnetz GmbH verwies auf die zunehmende Grünstromlücke, die ohne datenbasierte Netzsteuerung nicht zu schließen sei. Gegen das Datenteilen hatte auch David Schick von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen prinzipiell keine Einwände – solange die Entscheidung mit dem sogenannten Opt-In-Verfahren beim Verbraucher liege und der Mehrwert für diesen klar sei.

Ein Thema, viele Meinungen. 16 Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen stellten sich dem Problem in ihren zugelosten Rollen als Energieversorger, Verbraucherverband oder Bürgergruppen. Mit knappen Vorsprung gewannen bei dieser Akademie die Vertreter der „Bürger“.

Das Format der Akademie hat sich bewährt. Das liege vor allem an der Vielseitigkeit. „Interdisziplinäres Arbeiten und „Gedankenexperimente“ finden in den überfrachteten Lehrplänen und durchgetakteten Semestern kaum Raum. Bei uns geht es hingegen um inspirierendes Ausprobieren”, erklärt Sabine Wellnitz. Die Teilnehmer wissen das zu schätzen, denn die Weiterempfehlungsrate liegt bei 100 Prozent.

Das sagen Teilnehmer über die Akademie:
„Die Akademie ist ein einzigartiges Bildungsangebot: Sie bietet die Möglichkeit für intensive Diskussionen und die Reflexion des „größeren“ Bildes der Energiewende, fernab überfrachteter Lehrpläne.“

„Fazit: Sehr gelungene Akademie mit einem super durchdachten Programm und Organisation sowie vielen Aha-Momenten. Jeder Tag war besonders, lehrreich und abwechslungsreich.“

Foto: WZGE, Jörg Farys