International Light Art Award 2019
The Future of Light – Lichtkunst-Preisverleihung in Unna

Mittlerweile zum dritten Mal fand in Unna die Verleihung des International Light Art Awards statt. Der von der innogy Stiftung und dem Zentrum für Internationale Lichtkunst initiierte Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird im Zweijahresturnus verliehen. Er soll kommenden Generationen von Lichtkünstler*innen eine räumliche und finanzielle Plattform zur Präsentation ihrer Werke bieten und zugleich den Diskurs darüber beleben, welche Energien unsere Gesellschaft zusammenhalten. Dabei spielen Technologien, Energienutzung und Nachhaltigkeit im Wettbewerb eine bedeutende Rolle.

Von der Meisterschülerin zur Preisträgerin

Preisträgerin 2019 ist Jacqueline Hen (*1989, D). Sie beendete zum Zeitpunkt der Verleihung ihr Studium als Meisterschülerin an der Universität der Künste in Berlin und unterrichtet seit 2017 als akademisch-künstlerische Assistentin Design an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Mit ihrer Installation „Light High“ konnte sie sich gegen mehr als 350 eingereichte Konzepte aus insgesamt 61 Ländern behaupten. Nachdem die internationale Fachjury allen drei Finalist*innen ein hohes Niveau in Sachen Kreativität und Konzeption bescheinigt hatte, fiel die Wahl einstimmig auf Hen.

International Light Art Award 2019
International Light Art Award 2019

Eine multidimensionale Bühne für das Licht

Hen hat mit ihrer Installation einen bühnenähnlichen Raum geschaffen, der mithilfe einer verspiegelten Decke und einem Boden aus Wasser in seinen Dimensionen multipliziert und illusionistisch überhöht wird. Gitterförmig angebrachte Lichtelemente kommen in einer abwechslungsreichen Choreografie zum Einsatz. So ergeben sich unterschiedliche Muster und Effekte, die von einem subtilen Sound ergänzt werden. Über einen Steg betreten die Besucher*innen die Bühne und werden so selbst zu Akteur*innen des Kunstwerks.

Ein Novum beim ILAA: der Publikumspreis

Erstmals wurde in diesem Jahr neben dem Jury- auch ein Publikumspreis verliehen, den Mitfinalist Yasuhiro Chida erhielt. Im Unterschied zu Hens strenger, minimalistischer und deutlicher Arbeit wirkte sein Werk „Myrkvior“, mit dem er Naturphänomene erfahrbar machen wollte, gleichermaßen unwirklich wie greifbar: Erst nach einiger Gewöhnung an die Lichtsituation war ein beleuchteter sieben Kilometer langer gespannter Nylondraht zu erkennen, der sich bewegte und so die Illusion des Weltalls im Schwebezustand erzeugte.

Lichtvolumen und schwarzes Loch

Den dritten Platz belegte das Künstlerduo Dachroth + Jeschonnek mit „Negative Space of Light“. Das Duo entdeckte das bisher noch unbekannte „Lichtvolumen”, experimentiert seitdem mit dessen Darstellung und machte Licht als Medium in Form eines schwarzen Loches sichtbar.

„The Future of Light Art“ faszinierte Tausende

Unter dem Titel „The Future of Light Art“ waren alle Arbeiten bis zum 10. November 2019 in Unna zu sehen. Davon, dass es sich bei den Installationen um weit mehr als nur um neue Leuchtmittel handelte, konnten sich die vielen Tausend begeisterten Ausstellungsbesucher*innen überzeugen.

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