„Digital Lab 2.0“
Die Entwicklung neuer Lehrmittel als „Design Thinking“-Prozess

Gemeinsam mit der Stiftung Haus der kleinen Forscher hat die innogy Stiftung das Projekt „Digital Lab 2.0“ als „Design Thinking“-Modell gestartet. Ganz im Sinne eines experimentierenden, iterativen Prozesses konzipieren Lehrer*innen hier für Grundschüler*innen digitale Lehrmittel, die die Themen Energie und Energiewende beleuchten. Ein erstes Fazit kann bereits gezogen werden: Diese Methode hat Zukunft.

Beobachten und verstehen, Ideen und Prototypen entwickeln, testen, messen, optimieren

Bis zu 22 Lehrer*innen engagieren sich im „Digital Lab 2.0“. In sechs Gruppen arbeiten sie an Ideen, die Schüler*innen dazu motivieren sollen, Freude am digitalen Lernstoff Energie zu entwickeln. In Berlin und Hannover fanden dazu Workshops in Coworking Spaces statt. Im Mittelpunkt der „Design Thinking“-Methode stand immer wieder die zentrale Frage: „Würden Kinder dieses Lernangebot annehmen?“ Um das verlässlich zu überprüfen, fanden regelmäßige Test- und Feedback-Runden mit Schüler*innen statt, um die jeweiligen Prototypen zu testen, zu optimieren und auf die Bedürfnisse des Nachwuchses genau zuzuschneiden.

Was erfolgreich ist, wird gemeinsam entschieden

Welche Idee am Ende das Rennen macht, wurde – anders als geplant – letztendlich nicht von einer Jury bestimmt. Ganz im Sinne eines kollaborativen Arbeitsstils führte die intensive Zusammenarbeit zwischen den Teilnehmer*innen und den Stiftungsmitgliedern kurzerhand zu einem anderen Prozess: Systemisches Konsensieren. Dabei diskutiert die Gruppe gemeinsam über die Vor- und Nachteile der einzelnen Prototypen. Entgegen der üblichen Vorgehensweise, sich für das Produkt zu entscheiden, das die Mehrheit favorisiert, gewinnt die Idee, die am wenigsten Widerstände bei den Beteiligten hervorruft. Gewonnen haben gleich zwei Prototypen. Zunächst ein virtuelles Raumkonzept, in dem sich die Kinder von Raum zu Raum vorarbeiten und dort verschiedene Themengebiete wie Energie und Geschichte oder den Stromkreislauf kennenlernen. Dann ein zweites Projekt, das an ein klassisches Kartensammelspiel anknüpft: Die Schüler*innen sammeln digital Bilder und tauschen diese untereinander. Dabei fotografieren sie Energieträger, laden die Fotos in ihren Ordner, erhalten Hintergrundinformationen dazu und können das Material dann mit ihren Freund*innen und Mitschüler*innen teilen oder tauschen. Die Lehrer*innen kombinieren diese beiden Ansätze und entwickeln einen neuen Prototyp. Wenn das wiederum geschafft ist, kümmert sich eine Agentur um die technische Umsetzung. Nach der Fertigstellung können Grundschüler*innen die Anwendung testen.

„Mir hat diese neue Arbeitsweise sehr gefallen. Ich war zuvor noch nie in einem Coworking Space. Zudem fand ich die visuelle Aufarbeitung der Inhalte sowie die Präsentation super.“
Eine Grundschullehrerin aus Berlin

„Ich bin fasziniert davon, was in so kurzer Zeit entstanden ist. Und ich bin stolz, dass man etwas mitgestalten kann, das man anschließend im Unterricht einsetzt. Diese Möglichkeit hat man ja nicht so oft.“
Eine Grundschullehrerin aus Niedersachsen

Die Lehrkräfte nehmen mehr mit, als sie erwartet haben

Projektleiterin Anne Lehmann verbucht das „Digital Lab 2.0“ schon jetzt als großen Erfolg: „Das Feedback der Lehrer und Lehrerinnen ist selbst für uns überraschend positiv. Sie sehen das hier nicht nur als Projekt-Workshop, sondern auch als Fortbildung für sich selbst.“ Während des Labs lernten die Teilnehmer*innen neue Arbeitsmethoden kennen, die einige nun auch in ihre Arbeit mit den Schüler*innen integrieren möchten. „Die Lehrer und Lehrerinnen fühlten sich bei uns sehr wohl. Ihnen kam die Rolle der Experten zu und man schätzte ihre Arbeit, ihre Ideen und vor allem ihr Engagement. Solche Wertschätzung erfährt dieser Berufsstand heute leider viel zu selten“, resümiert Anne Lehmann.

„Digital Lab 2.0“ auf der Website der Stiftung Haus der kleinen Forscher „Digital Lab 2.0“ und die Stiftung Haus der kleinen Forscher auf der Website der innogy Stiftung (1) „Digital Lab 2.0“ und die Stiftung Haus der kleinen Forscher auf der Website der innogy Stiftung (2)
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