Studie „Smart Energy in Deutschland“
Wie Nutzerinnovationen die Energiewende voranbringen

Spätestens seit der Erfindung des Smartphones sind Smart-Technologien in aller Munde. Dabei meinen sie längst nicht mehr allein den Aspekt der charmanten technischen und internetgestützten Raffinesse, sondern auch intelligente und nachhaltige sozial-, umwelt- und energieverantwortliche Verhaltensweisen. Smart-Home-Lösungen, Smart Energy oder intelligente Stromzähler sind dafür gute Beispiele.

Gemeinsam mit der Plattform co2online hat das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) 2018 erstmals in einer Studie zur Nutzung und Akzeptanz von Smart Energy untersucht, wie Nutzer*innen die Zukunft von Smart Energy selbst entwickeln und Unternehmen dies für ihre Geschäftsmodelle in der Energiewende nutzen können. Die unter ca. 1.600 Teilnehmer*innen durchgeführte und von der innogy Stiftung unterstützte nicht repräsentative Studie kommt zu dem Ergebnis, dass das Interesse an Smart Energy groß und das Innovationspotenzial seitens der Anwender*innen enorm ist. Jedoch ließen die Nutzung und die Förderung dieses wertvollen Potenzials zu wünschen übrig.

Einige Zahlen: 29 Prozent der Befragten nutzen bereits Smart-Energy-Produkte und -Lösungen – zumeist zur Senkung und Überwachung des eigenen Energieverbrauches.

79 Prozent sind mit dem derzeitigen Angebot unzufrieden und 85 Prozent wünschen sich mehr innovative Konzepte und Produkte. Genau diese Diskrepanz macht die Nutzer*innen selbst zu wichtigen „Erfinder*innen“. 42 Prozent aller Teilnehmer*innen und 70 Prozent der aktiven Nutzer*innen hatten innerhalb der letzten drei Jahre wenigstens eine Idee für technische Neuerungen, die sie vielfach auch in Eigenregie technisch umgesetzt haben.

„Da liegt ein ungehobener Schatz“, bringt es Studienleiter Hendrik Send auf den Punkt. „Der Innovationsprozess hört meist auf, wenn Nutzer*innen ihre Probleme gelöst haben. Sie denken in der Regel gar nicht daran, dass die eigene Problemlösung auch für andere Anwender*innen interessant sein kann.“ Deshalb wären Politik und Wirtschaft gut beraten, bessere Rahmen- und Kommunikationsbedingungen zur Förderung solcher Nutzerinnovationen zu schaffen. Dazu gehören offensive Informationsmaßnahmen ebenso wie zum Beispiel offene Plattformen und Entwicklerumgebungen nach Vorbild entsprechender Smartphone-Formate.

Nicht zuletzt würde neben allen Beteiligten auch die Energiewende selbst von einem stärkeren Wissenstransfer profitieren.

Blog der innogy Stiftung Smart Energy Studie
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