Sternhimmel

„Fake Star“ – was ist wirklich wahr?
Ausstellung „Im Zweifel für den Zweifel: die große Weltverschwörung“

„Fake News!“ – Spätestens seit dieser Wortschöpfung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump ist vielen Menschen wieder bewusst geworden, wie problematisch es um die Wahrheit im digitalen und virtuellen Informationszeitalter bestellt ist. Die tägliche Flut an Nachrichten aus den unterschiedlichen Medien trifft auf eine wachsende Skepsis: Was ist Tatsache, bloße Meinung, Lüge oder gar Verschwörung? Genau diese Frage nach den verschiedenen Realitäten behandelte die Ausstellung „Im Zweifel für den Zweifel: die große Weltverschwörung“ vom 21. September bis 18. November 2018 im NRW-Forum Düsseldorf – und fügte ihnen eine künstlerische Wirklichkeit hinzu.

In Montagen, Installationen und Skulpturen beschäftigten sich die Künstler*innen dieser internationalen Gruppenausstellung mit virtueller und postfaktischer Realität. Mit den Mitteln der Kunst wurde die Macht von Verschwörungs- und Überwachungstechnologien, Fotofälschungen etc. untersucht. In einem Netz aus Ängsten, Träumen, Widersprüchen, Zweifeln und Unsinn erlebten die Besucher*innen, wie sich Gefühle des Unbehagens herstellen lassen. Gleichzeitig wurden ihnen aber auch Möglichkeiten an die Hand gegeben, diese zu durchschauen.

Dabei stand die Ausstellung der internationalen Künstlergemeinschaft von Anfang an unter einem guten – falschen – Stern: Der „Fake Star“, eine Lichtinstallation des Künstlertrios Julius von Bismarck, Richard Wilhelmer und Benjamin Maus, schwebte hoch über dem Dach des NRW-Forums – ein von Windenergie betriebener Lenkdrachen, an dessen Spitze sich eine LED-Lampe befand, die Propeller-Generatoren versorgte. Der von der innogy Stiftung geförderte „Fake Star“ am Firmament war nachts kaum von den echten Sternen zu unterscheiden. „Mit diesem falschen Himmelskörper wird auch die Existenz der richtigen Sterne infrage gestellt“, so Richard Wilhelmer.

„Die Arbeit verdeutlicht, wie das postfaktische Zeitalter unser Bewusstsein für Wahrheit prägt. Da es schwierig ist, Wahrheit und Unwahrheit zu unterscheiden, orientiert man sich meistens an seinem sozialen Umfeld oder schlicht an der Mehrheit.“

In Umbruchzeiten haben Verschwörungstheorien, Fake News und alternative Fakten Konjunktur. Die Macht konspirativer Erzählungen sichtbar zu machen und zu kritischem Zweifel – auch am Zweifel selbst – anzuregen, war erklärtes Ziel der Ausstellungsmacher.

Interview mit Richard Wilhelmer Projektseite der innogy Stiftung
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