Akademie für Energie und Akzeptanz
in der 6. Auflage

Energiewende braucht Akzeptanz und Kreativität
Ein wesentlicher Faktor für das Gelingen der Energiewende ist das Vertrauen der Bürger*innen in die Notwendigkeit, Machbarkeit und faire Gestaltung des Umbaus. Angesichts zahlreicher ungeklärter, kontrovers diskutierter technisch und wirtschaftlich bedingter Konflikte stellt sich die Frage, wie Dialoge zu tragfähigen Kompromissen beitragen können, die das „Gemeinschaftswerk Energiewende“ voranbringen. Genau diese Frage steht im Mittelpunkt der Akademie für Energie und Akzeptanz, die das Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik (WZGE) seit 2012 mit Förderung der innogy Stiftung und in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Energiemanagement und Nachhaltigkeit der Universität Leipzig durchführt.

Auch Anfang 2018 trafen sich wieder Studierende und Promovierende verschiedener Fachrichtungen, um eine Woche lang (wirtschafts-)ethische Grundlagen zu erarbeiten und sich intensiv mit Entscheidern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen auszutauschen. „(Wie) Lassen sich Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit vereinbaren?“, lautete die Fragestellung der 6. Energie-Akademie.

Höhepunkt war auch in diesem Jahr der simulierte öffentliche Stakeholder-Dialog, bei dem die jungen Nachwuchskräfte in die Rollen verschiedener Interessenvertreter*innen aus Industrie, Umweltverbänden und Energiewirtschaft schlüpften. Bestens dafür vorbereitet wurden sie durch intensive Gespräche mit Expert*innen des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), von Energiequelle, dem Unternehmen für erneuerbare Energien, und des Energieversorgers RWE.

Zum Auftakt der Veranstaltung am 22. Februar in der Hörsaalruine der Berliner Charité diskutierten Holger Lösch (stellv. Hauptgeschäftsführer des BDI) und Frank Peter (stellv. Direktor von Agora Energiewende) unter der Moderation von Ursula Weidenfeld darüber, wie sich Lasten und Erträge des durchaus machbaren Kraftaktes „Energiewende“ fair verteilen lassen und wie die nötige breite Akzeptanz zu erzielen sei. Dann ging es hoch her: Die parteilose Bürgermeisterin des fiktiven Ortes Grünhausen (Ursula Weidenfeld) setzte sich mit konventionellen Stromerzeugern, Windparkbetreibern, Umweltaktivist*innen und Lithium-Ionen-Akku-Produzenten über den besten Weg in eine klimaneutrale Zukunft ihrer Stadt auseinander. Dabei legte das resolute Stadtoberhaupt besonderen Wert darauf, Grünhausen „für junge, gut ausgebildete und besonders umweltbewusste Paare“ attraktiv zu machen und „keine neuen Steuern oder Abgaben“ von ihren Bürger*innen zu fordern.

Nach rund 90 Minuten zähen Ringens erklärte die Jury das Team der innovativen Akku-Produzenten vom „Elektropark Grünhausen“ zum Sieger im Dialog-Wettbewerb der 6. Energie-Akademie. „Die Akku-Hersteller haben als Spieler ohne historische Verstrickungen ihre Chancen am besten genutzt und sich eine starke wirtschaftsethische Position erarbeitet“, so Jury-Sprecher Andreas Suchanek.

Jury-Mitglied Holger Lösch (BDI) lobte die Akademie-Teilnehmer*innen: „Toll, wie Sie sich in dieses komplexe Thema eingearbeitet haben. Respekt! Mir hat’s Spaß gemacht.“ Und Juror Frank Peter (Agora Energiewende) hob hervor: „Sie haben sehr gut herausgearbeitet, was auf kommunaler Ebene überhaupt möglich ist. Wir brauchen Kreativität da, wo die Energiewende umgesetzt wird.“

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