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24. Juli 2020

„Sich einzumischen ist die Aufgabe der Bürger“

„There is no Planet B“, mit diesem Slogan ging die junge Bewegung „Fridays for Future“ für Nachhaltigkeit auf die Straßen. Die Jugendlichen haben gezeigt, wie bürgerliches Engagement Energiethemen in der öffentlichen Debatte sichtbarer machen kann. Auch bei der von uns geförderten europäischen Initiative „Digital Energy Forum“ des European Youth Parliament (EYP) debattierten junge Menschen vom 16.7. bis 19.7. über Energiethemen und Lösungen. Diesmal digital und erstmals mit dem „Youth Activism Lab“, einem neuen Ansatz. Die Headorganisatoren Sofia Magopoulou, Postgraduate-Studentin der Governance und regionalen Entwicklung aus Griechenland, und Jaša Levstik, Student der Internationalen Beziehungen aus Slowenien, ziehen gemeinsam mit Helena Nepp, Projektleiterin von EYP-Powershifts, Bilanz.

Energiezugang für alle, CO2-freier Verkehr bis 2050 und Energieeffizienz – über diese und andere Themen diskutierten junge Menschen aus verschiedenen EU-Staaten beim Digital Energy Forum. Unter den teilnehmenden Ländern waren unter anderem Aserbaidschan, Irland, Zypern, Griechenland, Deutschland, Finnland und die Türkei. Anders als in den letzten Jahren fand das Treffen dieses Jahr wegen der Corona-Krise erstmals digital statt. Dass ein solches Format funktionieren kann, hat bereits die erste „Digital Session“ des EYP vom 16. bis 19. April gezeigt. 

„Das “Youth Activism Lab“ möchte junge Menschen dazu ermutigen, sich für Energiethemen auf lokaler Ebene einzusetzen“

Das war jedoch nicht die einzige Erneuerung des Forums. Denn neben den etablierten akademischen Debatten über die Energie der Zukunft, spielte dieses Mal auch das Thema bürgerliches Engagement eine maßgebliche Rolle. In dem Panel „Youth Activism Lab“ ging es darum junge Menschen dazu ermutigen, sich für Energiethemen auf lokaler Ebene einzusetzen. In Redebeiträgen sprachen Aktivisten wie Christiana Marchitelli, Energieberaterin des European Youth Energy Network, Meredith Adler, Geschäftsführerin von Student Energy, und Adelaide Charlier, Mitbegründerin der Bewegung „Youth for Climate”, über ihre Tätigkeit und das Thema bürgerliches Engagement an sich. 

Headorganisatorin Sofia Magopoulou erklärt: „Das Ziel war es junge Menschen zu inspirieren, sich für Energiethemen zu engagieren. Außerdem wollten wir aufzeigen, wie bürgerliches Engagement zu Veränderungen in unserer Gesellschaft beitragen kann.“ In einer weiteren Einheit des Panels hielten verschiedene Gruppen Vorträge unter anderem über Mobilität, Infrastruktur und erneuerbare Energie. Über diese Themen wurde vorher demokratisch in einer Diskussion abgestimmt. Ziel war es, das Publikum zum Beispiel für das Fahrradfahren und den Verzicht auf Plastik zu begeistern und gemeinsam an Projektideen zu arbeiten. Die lebensnahen Beispiele sollen auch nach der digitalen Debatte, im regionalen und überregionalen Kontext langfristig umgesetzt werden. 

„Sich einzumischen ist die Aufgabe der Bürger. Jeder kann seine sozialen Kreise für Energiethemen begeistern“

Für Helena Nepp ist das „Youth Activism Lab” eine Möglichkeit, um den demokratischen „Bottom-up-Hintergrund“ der Initiative zu unterstreichen. „EYP besteht aus jungen Menschen, die andere Jugendliche fortbilden möchten, damit diese über Energiethemen nicht nur debattieren – sondern sich auch aktiv dafür einsetzen“, meint die Projektleiterin von Powershifts. Sofia Magopulou ergänzt: „Sich einzumischen ist Aufgabe der Bürger. Jeder kann seine sozialen Kreise für Energiethemen begeistern.” Das Projekt bekam auch prominente Unterstützung. Kim van Sparrentak, Mitglied des Europäischen Parlaments, und Violeta Bulc, ehemalige EU-Kommissarin für Verkehr, begrüßten das Engagement der jungen Menschen und waren bei den Debatten anwesend.

Das Digital Energy Forum hat gezeigt, dass bürgerliches Engagement auch in politischen Debatten gelebte Realität sein kann. Das EYP möchte daher das Format als festen Bestandteil in sein reguläres Programms integrieren. Für Jaša Levstik, Präsident des Digital Energy Forums, war vor allem die Kombination von akademischer Debatte und dem „Youth Activism Lab“ eine wertvolle Erfahrung: „Vor dem Digital Energy Forum hatte ich wenig Berührungspunkte mit Energiethemen. Im Forum habe ich jedoch in kurzer Zeit viel über das Thema gelernt.“

Foto Credits:

EYP-Power Shifts

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Kategorien: Soziale Innovation
Schlagwörter: bürgerliches Engagement, Energiewende und klimawandel


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