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11. Mai 2020

Cyber Hacking: Eine Gefahr für Energie und Gesellschaft

Datenverbindungen ermöglichen Videokonferenzen und Live-Konzerte – und sie sind wesentlich für die Steuerung unserer Energieversorgung. Sie sind aber nicht immer sicher. Der VISIT-Stipendiat Mario Pfeifer hat sich, im Rahmen des Artist in Residence Programms in der innogy CyberRange-e, mit dem Thema Cyber Hacking beschäftigt. Die in dieser Zeit entstandene Videoinstallation Black/White/Grey ist vom 7.5 bis 24.5. im Museum Folkwang zu sehen. Warum er Hacking als politische Waffe sieht, erklärt er im Interview.

Ihre aktuelle Arbeit, die Videoinstallation Black/White/Grey,  beschäftigt sich mit Cyber Hacking – wie sind Sie auf dieses Thema gekommen?
In einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurde über die Einweihung der innogy CyberRange-e berichtet. Das fand ich interessant, hatte ich von so einer einer Simulation bislang nichts gehört. Zudem ist das Szenario eines Hacking Angriffs auf „kritische Infrastruktur“ natürlich real und betrifft im Extremfall einen riesigen Teil der Gesellschaft mit potentiell massiven Konsequenzen in allen Lebensbereichen. Da mich als Bildender Künstler generell soziale, gesellschaftliche, politische und ökonomische Themen interessieren, schien mir das „Hacking als politische Waffe“ und durch die enorme Zerstörungskraft, die potentiell möglich scheint, als ein relevantes Themen, mit dem ich mich gern auseinandersetzen wollte.

Die Arbeit Black/White/Grey ist im Rahmen des VISIT Artist in Residence Programms entstanden. Welche Vorteile waren damit verbunden und wo sind Sie an Grenzen gestoßen?
Ich habe mit Mitarbeitern der Netzleitstellen und der innogy CyberRange-e sprechen können, aber Hacking, und die Verteidigung dagegen, scheint intern ein großes und entsprechend sensibles Thema bei Konzernen aus dem Energiesektor zu sein. An die Öffentlichkeit will man damit wohl (noch) nicht gehen. Ich hätte erwartet mit einem Stipendium der innogy Stiftung auch in anderen Unternehmensbereichen, zum Beispiel Kraftwerken, filmen zu können. Aber es blieben fast alle Türen geschlossen, an die wir angeklopft haben.

Ihre neue Arbeit wird im Museum Folkwang zusammen mit der Videoinstallation Again gezeigt – was verbindet die beiden Arbeiten? Ist ihnen eine gemeinsame künstlerische Strategie eigen?
Das verbindende Element dieser Arbeit könnte man so beschreiben, als dass ich als Bildender Künstler stets an gesellschaftlichen Entwicklungen und Themen interessiert bin. Weil diese  gesellschaftlichen Entwicklungen und Themen aber stets ganz unterschiedlich sind, sich verändern, sich auflösen oder neu stellen, sind auch die künstlerischen Arbeiten, Prozesse und Auseinandersetzungen dementsprechend grundlegend verschieden.

Nun widmet sich AGAIN den Themen der Zivilcourage, der alltäglichen Fremdenfeindlichkeit und der systemischen Gewalt in unserem Land.
Ganz anders verhält es sich mit Black/White/Grey: die Arbeit ist unter der Fragestellung was „Energie und Gesellschaft“ miteinander zu tun haben. In meiner Auseinandersetzung bedeutet das ganz grundlegend, was die potentiellen Gefahren für eine Gesellschaft bedeuten, wenn die Kritische Infrastruktur digital angegriffen wird und die Energieversorgung nicht mehr gewährleistet ist. Diese Frage ist eine bisher unbeantwortete und man kann dazu nur spekulieren. Die Konsequenzen wären massiv, höchst wahrscheinlich massiver als COVID-19. Eine Idee was bei einem Blackout passieren könnte zeigt die Videoinstallation Black/White/Grey.

 

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Kategorien: Kultur
Schlagwörter: Cyber Hacking, Kunst, und Medienkunst


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