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10. Oktober 2019

European Youth Parliament goes North: von Oslo über Reykjavik nach Tallinn

Nach einem Jahr „Fridays for Future“ ist klar: Die europäische Jugend ist aktiv und will mitreden. Das European Youth Parliament ist dafür genau der richtige Ort. Die politisch unabhängige, transnationale und gemeinnützige Organisation richtet sich an jungen Europäer zwischen 16 und 26 Jahren. Regelmäßig diskutieren junge Bürgerinnen und Bürger im Rahmen von nationalen und internationalen Treffen, Ideen und Lösungen für ein gemeinsames Europa. Im Herbst finden in Estland, Norwegen und Island die nächsten nationalen Tagungen statt. Darin inbegriffen das von uns geförderte Projekt Power Shifts, das sich vorrangig mit europäischen Energiefragen auseinandersetzt. Im Interview spricht Helena Nepp, Projektmanagerin des EYP worüber die europäische Jugend im hohen Norden diskutiert und welche Ziele die Organisation voranbringen will. 

Frau Nepp, das internationale Treffen in Hamburg war ein voller Erfolg. Was erwartet uns für den Rest des Jahres?
NEPP: Es folgen jetzt noch die restlichen nationalen Tagungen in Estland und Island. Die Europäische Kommission hat Oslo zur European Green Capital 2019 ernannt. Aus diesem Grund ist das Thema der diesjährigen Sitzung „urbane Nachhaltigkeit und das Finden von Zukunftslösungen“. Norwegen war was Nachhaltigkeit betrifft, schon immer Vorreiter und möchte diese Expertise noch stärker vertiefen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Green Capital gibt es zur urbanen Nachhaltigkeit deshalb dieses Jahr insgesamt 350 Veranstaltungen – unser EYP-Treffen ist eine davon. Unter Hauptthemen stehen die Sicherheit und Zukunft von Nuklearenergie, CO2-freie Mobilität, nachhaltige Produktion von Kleidung auf der Agenda.

Helena Nepp engagierte sich schon als Jugendliche für das European Youth Parliament – heute ist sie Projektleiterin.

Im Oktober geht es dann weiter nach Reykjavik. Das besondere daran – in Island gibt es das europäische Jugendparlament erst seit 2018. Diesen Herbst findet dort also erst die zweite nationale Sitzung statt, bei der hauptsächlich über geothermale Energie und den Energiemix diskutiert wird. Trotz nationalem Treffen, blicken wir über den Tellerrand hinaus: So ist zum Beispiel das Thema Fischerei nicht nur für Island relevant, sondern insbesondere auch für Norwegen. Die Plastikproduktion gefährdet das Meer und in Zuge dessen auch den Fischfang. 

„Wir haben mit dem European Youth Parliament Schwierigkeiten, von Politikern ernst genommen zu werden“

Wenn man die diesjährigen Tagungsorte des European Youth Parliaments betrachtet, fällt eines auf – ein Nord-Süd-Gefälle. Macht sich das bei den Inhalten der Versammlungen von Power Shifts bemerkbar?
Italien, Spanien und Albanien kann man nicht direkt miteinander vergleichen, deshalb sollten wir lieber von Südosteuropa, statt nur dem „Süden“ sprechen. Aber in Bezug auf Ihre Frage stellen wir fest: Die wohlhabenden Länder im Norden haben schneller auf Energieprobleme reagiert. Energiethemen sind dort häufiger im öffentlichen Diskurs vertreten. In Albanien hingegen ist das kein so großes Thema. Dort geht es vielmehr um das Bildungssystem und dessen notwendige Modernisierung. Bei den diesjährigen Treffen in Aserbaidschan, Albanien und Portugal wurde daher eher weniger über konkrete Energiethemen gesprochen. Bei den Treffen in Estland, Norwegen und Island sieht das schon anders aus. Sie gelten als Vorreiter in der Energiewende und so werden in Oslo zum Beispiel nachhaltige Projekte von Schulen und der Region vorgestellt. Wir erwarten hier konstruktivere Lösungsvorschläge für die verschiedenen Energieproblematiken als im Süden. Der Fokus ist je nach Region in Europa einfach ein anderer.

Was erwarten Sie von den Versammlungen des European Youth Parliaments in Reykjavik und Tallinn?
Unser Ziel ist es: junge Leute zu erreichen, vor allem auch in Ländern, die nicht ständig im öffentlichen Diskurs präsent sind. In Europa sind diese Regionen meist auch geographisch etwas abgelegen und wir bekommen nicht wirklich mit, was sich dort hinsichtlich neuer Energietechnologien entwickelt. Die EYP-Sitzungen und speziell Power Shifts sind gute Gelegenheiten, aus denen sich beispielsweise neue Kooperationen ergeben. 

Im Mai 2019 war Helena Nepp für das European Youth Parliament in Tirana, Albanien.

Sie sind schon einige Jahre an Bord des European Youth Parliaments. Was wünschen Sie sich für die Zukunft des EYP?
Obwohl wir eine ziemlich gut etablierte Organisation sind, haben wir Schwierigkeiten, von Politikern ernst genommen zu werden. Wir wünschen uns, dass unsere EYP-Komitees die Gelegenheit bekommen, ihre Lösungen mit den lokalen Machthabern zu diskutieren. In einigen Ländern ist es schwer mit Ministerien in Kontakt zu treten. Wir wollen den Politiker nicht sagen, was sie zu tun haben, aber wir wünschen uns mehr Offenheit und, dass beispielsweise Stakeholder auf uns zu kommen – nicht umgekehrt. Ein tolles Beispiel dafür war das Treffen dieses Jahr in Coimbra, in Portugal. Dort hat der Staatsminister für Energie und Umwelt, João Galamba, an unseren Diskussionen teilgenommen.


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Kategorien: Bildung
Schlagwörter: Energie, European Youth Parliament, EYP, und Power Shifts


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