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Beitrag: Think Lab – Platz für unkonventionelle Ideen für die Energiewende

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19. September 2019

Think Lab – Platz für unkonventionelle Ideen für die Energiewende

Energiewende – für viele ein abstrakter Begriff. Mit einer Ausschreibung richtet sich das Think Lab, ein gemeinsames Projekt der innogy Stiftung und der Stiftung der deutschen Wirtschaft, nun das vierte Jahr in Folge an Studierende und Promovierende. Die jungen Bürger tüfteln an Projekten für eine neue Energiekultur. Das Ziel: Der ressourcenschonende Umgang mit Energie soll sich langfristig im Alltag und den Köpfen der Menschen verankern. Im Interview erzählt uns Jörg Hülshörster, Projektleiter des Think Labs, warum es dieses Jahr zum ersten Mal einen Hackathon gibt – und was das eigentlich ist.

Herr Hülshörster, das Think Lab geht in die vierte Runde. Mit was überraschen Sie uns dieses Mal?
Jörg Hülshörster: Wir bauen gerade das Think Lab 2.0 auf. Künftig verändert sich der Ablauf. Wir machen keine Ausschreibungen mehr, sondern veranstalten einen etwa dreitägigen Hackathon. Der erste findet vom 29. November bis einschließlich 1. Dezember statt. Wir erwarten etwa 150 Teilnehmer sowie einige Experten, die nützlichen Input zur Energiewende einbringen. Die Studenten sollen anhand dessen eigene Ideen entwickeln, wie das Thema in Gesellschaft und Wirtschaft besser verankert werden kann.

Was können wir uns unter einem Hackathon vorstellen?
In verschiedenen Workshops überlegen sich die Teilnehmer eigene Lösungsansätze für die Energiewende und diskutieren diese anschließend miteinander. Eine Hand voll Coaches, beispielsweise eine Expertin für Hackathons und Design Thinking, die auch Management-Seminare gibt, unterstützt die Studierenden und Promovierenden bei der Konzeptfindung. Wir wünschen uns, dass am Ende sechs bis acht Projektideen daraus resultieren, die innerhalb von einem halben bis ganzen Jahr mit unserer Unterstützung umgesetzt werden. 

Hackathon für alle


Warum ausgerechnet ein Hackathon?
Dabei entwickelt sich eine ganz spezielle Dynamik. Der Hackathon lässt den angehenden Projektteams den Freiraum unkonventionelle Ideen zu entwickeln. Im engen Austausch mit Experten feilen die Gruppen solange an ihrem Konzept bis ein umsetzbares Projekt daraus entsteht. 

Wer kann teilnehmen? Gibt es besondere Teilnahmevoraussetzungen?
Prinzipiell kann jeder beim Hackathon mitmachen. Sowohl diejenigen, die schon Ideen haben und Projekte umsetzen wollen, als auch diejenigen, die nur für dieses eine Wochenende vorbeikommen, um den Input aus Vorträgen und Gruppendiskussionen mitzunehmen. 

Welche Referenten stehen dieses Jahr auf der Bühne?
Wir haben zwar noch nicht alle Zusagen, aber wir versuchen beispielsweise einige Wissenschaftler von „Scientists for Future“ für uns zu gewinnen. Zudem ist erneut die Generalsekretärin vom Wissenschaftlichen Beirat für globale Umweltfragen der Bundesregierung, Dr. Maja Göpel, bei uns zu Gast. Sie ist eine Alumna der Stiftung Deutscher Wirtschaft. Darüber hinaus werden wir einen Alumnus einladen, der aktuell für Agora Energiewende tätig ist und eng mit dem Bundeswirtschaftsministerium vernetzt ist.

Sie beziehen regelmäßig ehemalige Projektteilnehmer bei Ihren Veranstaltungen ein, dieses Jahr auch?
Ja, wir versuchen, einige von ihnen als Experten einzubinden. Nachhaltigkeit ist zum Beispiel ein grundlegendes Thema innerhalb der Energiewende. Wie integriere ich das trotz Bequemlichkeit und einer eingefahrenen Routine in meinen Alltag? Eigentlich weiß ich ja, was ich tun müsste, aber wie setze ich das um? Letztes Jahr hat das Projekt „Sustainability Day“ zum Beispiel Workshops zu dem Thema abgehalten. Die Erfahrung, die sie dabei gesammelt haben, können sie als Experten an die nächste Think Lab-Generation weitergeben. 

Aus Projekten werden Institutionen


Wo Sie gerade die letztjährigen Projekte ansprechen, sind die schon alle abgeschlossen?
Nein, einige Projekte gehen noch weiter. Das ist ja auch das Spannende daran. Zum Beispiel veranstaltet das Projektteam um Irina Rogge, eine Lehramtsstudentin, im November einen Workshop für rund 30 Lehrerinnen und Lehrer aus Berlin. Dort stellen sie ihren Leitfaden für Lehrende vor, der helfen soll, Schülern das Thema Energie und Energiewende näher zu bringen. 

Es haben sich auch schon Projekte zu Institutionen entwickelt, wie zum Beispiel „Brücken bauen mit der Sonne“. Die haben ihren eigenen Verein gegründet und sind sehr erfolgreich, auch in der Spendenakquise. Aus der Idee hat sich etwas Neues entwickelt. Ich hoffe, dass das auch bei weiteren Projekten der Fall sein wird.

Klingt als wäre bei Ihnen momentan viel los.
Stimmt, im Moment ist viel in Bewegung, insbesondere durch das neue Format Hackathon. Wir fragen uns durchaus, ob das alles so funktioniert, wie wir uns das vorstellen. Die Zielsetzung ist klar: Wir wollen das Thema öffentlichkeitswirksamer präsentieren. Jeder, der an dem Thema Interesse hat, kann zur Veranstaltung kommen, sich das anschauen und mitarbeiten, wenn er an einer Idee Gefallen findet.

Was ist das Erfolgsgeheimnis des Think Labs?
Ich glaube, das liegt am Commitment und der hohen Motivation einzelner Personen, die sich für ihre Ideen einsetzen und durch den Austausch mit anderen Unterstützung erfahren. Bei unseren bisherigen Eingangsveranstaltungen haben wir bei den Teilnehmern immer eine gewisse Motivation gespürt, die sich durch den stetigen Austausch mit Experten und dem Begleitprogramm des Think Labs zusehends gesteigert hat. Entscheidend dabei ist, dass die begonnen Projekte der Teilnehmer auch zu einem erfolgreichen Abschluss führen. Ich glaube aber auch, dass das Engagement steigt, wenn die Teams über ihre eigenen Projekte in den Medien oder auch im Blog der innogy Stiftung lesen.


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Kategorien: Bildung und Soziale Innovation
Schlagwörter: Energiewende, erneuerbare Energien, Hackathon, Nachhaltigkeit, und Neue Energiekultur


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