Blog

Beitrag: INZukunft: Möglichkeitsräume. Wie sieht das bessere Morgen aus?

Sie sind hier: Startseite » INZukunft: Möglichkeitsräume. Wie sieht das bessere Morgen aus?

20. August 2019

INZukunft: Möglichkeitsräume. Wie sieht das bessere Morgen aus?

Die FUTURZWEI Stiftung Zukunftsfähigkeit reiste quer durch Deutschland und lud 200 Jugendliche zwischen 16 und 27 Jahren zu Gruppendiskussionen ein. Dabei trafen unter anderem Abiturienten auf Schulabbrecher und Jugendliche vom Land auf junge Queers. Auf diesen Gesprächen aufbauend konzipierten Dana Giesecke und Harald Welzer von FUTURZWEI die Ausstellung „INZukunft: Möglichkeitsräume” für die Fabrik der Künste in Hamburg. Die Schau läuft vom 20.8 bis zum 8.9. und wird von der innogy Stiftung unterstützt. Im Interview erzählt Dana Giesecke, wissenschaftliche Leiterin von FUTURZWEI, mehr über das Projekt.

Frau Giesecke, was hat Sie bei den Befragungen überrascht?

DANA GIESECKE: Dass es den Jugendlichen schwer fällt zu träumen. Sie konnten nicht von der Gegenwart und dem Status quo ablassen. Probleme, Befürchtungen, Normen und Werte scheinen Zukunftsvisionen abzublocken. Es war schwer, die Kammer der Träume zu öffnen, auf individueller und auf gesellschaftlicher Ebene.

Wie haben Sie es geschafft, die jungen Erwachsenen zu eigenen Ideen zu ermutigen?

Positive Zukunftsbilder machen uns handlungsfähig. Wir haben deshalb Räume, Situationen und Möglichkeiten geschaffen, in denen es möglich ist zu träumen. Wir wollten zeigen, dass jeder an einer gemeinsamen Zukunft beteiligt sein und sie mitgestalten kann. Außerdem können positive Zukünfte Zusammenhalt stiften, verschiedene Möglichkeiten aufzeigen und deutlich machen, welche Szenarien den Einzelnen oder eine Gruppe zum Handeln bewegt.

Wie sahen letztendlich diese positiven Zukunftsbilder aus?

Die Teilnehmer sprachen über Themen, die wir bereits aus der Gegenwart kennen. Zum Beispiel grüne Häuserfassaden, selbstfahrende Autos oder weniger monotone Arbeit durch den Einsatz von Robotern. Darüber hinaus kamen aber auch einige wahrhaftig innovative Zukunftsideen zur Sprache – zum Beispiel die Möglichkeit einer Weltregierung oder Länder ohne Grenzen und ohne Pässe. 

Also geht es in dieser Ausstellung um die gute Zukunft?

Im Prinzip ja. Die Ausstellung will aber nicht nur diese „Alles wird gut”- oder „Schöner wärs, wenns schöner wäre” -Perspektive einnehmen, sondern auch unterschiedliche Grade möglicher Entwicklungen und Zukünfte aufzeigen. Uns war wichtig, auch einen Übungsraum für Kritik anzubieten. Denn dabei lernen junge Menschen eine Haltung einzunehmen, zu widersprechen und ihre eigene Meinung zu vertreten. 

Warum sprechen Sie in diesem Zusammenhang von Zukünften?

Wie sollen sich so viele unterschiedliche Menschen auf eine Zukunft einigen? Zukunft ist divers. Es gibt verschiedene Vorstellungen und Lösungen zu Themen wie Klimawandel, Umweltverschmutzung, Migration usw. In was für einer Welt und Gesellschaft man leben möchte, ist gemeinschaftlich auszuhandeln und zu erproben. Erst dann wird sich zeigen, ob sich etwas als zukunftsfähig erweist. Die Bandbreite der Zukunft erstreckt sich nämlich von „alles bleibt wie es ist” über „nur ein bisschen anders” und „alles könnte anders sein” bis hin zu „das Beste kommt noch”. 

Warum haben Sie sich für die Fabrik der Künste als Ausstellungsort entschieden?

Die Fabrik der Künste in Hamburg ist ein gemeinnütziger Verein, inmitten eines Industriegebiets. Das Gebäude war früher eine alte Seilerei und ist nun ein Ort für Kunst und Kultur. Außerdem bietet sie Inhalte für verschiedenste Zielgruppen. Das war uns sehr wichtig. 

Wen oder was wollen Sie mit der Ausstellung erreichen?

Wir wollen die Zivilgesellschaft, also die breite Masse, erreichen. Jeder Besucher und jede Besucherin sollte mit neuen Ideen und Impulsen nach Hause gehen. Wenn sich jemand danach ehrenamtlich engagiert, ist das sehr wertvoll. Darüber hinaus hat die Ausstellung ein umfangreiches Rahmenprogramm – unter anderem Angebote für Schülergruppen. Damit wollen wir auch Jugendliche und Lehrer ermutigen, sich mit diesen gesellschaftlich relevanten Themen auseinander zu setzen. 

 

weiterempfehlen

Kategorien: Bildung, Kultur, und Soziale Innovation
Schlagwörter: junge Generation, Kultur, kulturelle Bildung, Kunst, und zukunft


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbedingungen


Verfassen Sie den ersten Kommentar