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12. August 2019

Welche Zukunft wünschen sich junge Menschen? Ein Museum öffnet sich für den Dialog

Derzeit engagieren sich Schüler in der Bewegung „Fridays for Future“ aktiv für ihre Zukunft. Welche Zukunftssorgen hat die junge Generation? Wie stellt sie sich eine bessere Welt vor? Das sind die zentralen Fragen der aktuellen Schau „Die Erfindung der Zukunft” im Japanischen Palais der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). Sie basiert auf einer Online-Umfrage mit 15- bis 35-jährigen Menschen aus Sachsen zu ihren Wünschen und Ängsten bezüglich ihrer Zukunft. Die von der innogy Stiftung geförderte Ausstellung ist noch bis November 2019 zu sehen. 

Die SKD sehen sich als Ort der Begegnung, Diskussion und Bildung. Die im Vorfeld mit einem eigens gegründeten Jugendbeitrag durchgeführte Online-Umfrage drehte sich vor allem um die Fragen: Was sind die Visionen der jungen Generation? Und wohin soll es gehen? Die Ergebnisse der Befragung wurden in Kooperation mit dem MIDEM (TU Dresden) ausgewertet. Anschließend fungierten sie als Grundlage für das Raum- und Ausstellungskonzept, das wiederum mit dem Jugendbeirat diskutiert und schließlich beschlossen wurde. Mit dieser neuen Art der Konzeption bindet das Museum junge Bürger aktiv ein und tritt so in einen Dialog. Es ermutigt sie, sich für gesellschaftliche Belange zu engagieren und will die junge Generation sensibilisieren, aktivieren und zum kritischen Denken anregen. Das Museum definiert so seine Rolle als gesellschaftlicher Vermittler neu.

Wie kann eine Institution mit einer nahezu 500-jährigen Sammlungsgeschichte, die Themen einer neuen Generation vermitteln?

Die Sammlungsgeschichte der SKD findet ihren Anfang bereits im Jahr 1560. Mit der Ausstellung „Die Erfindung der Zukunft“ öffnen sich die SKD für eine breite Zielgruppe. Mit Hilfe von Workshops, Rauminstallationen und Vortragsreihen nutzt die Kuratorin Noura Dirani unterschiedliche Ansätze, um den Austausch zwischen dem Museum und jungen Erwachsenen zu fördern. So sollen Artefakte aus den 15 Sammlungen, von der Antike bis in die heutige Zeit, Antworten zu Fragen der Zukunft aufzeigen. Die Intention und Kernfrage dahinter: Was können wir aus der Vergangenheit lernen?

Eine interaktive Auseinandersetzung mit aktuellen Fragestellungen

Das Künstlerduo REINIGUNGSGESELLSCHAFT hat beispielsweise zusammen mit Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Zellbiologie Dresden eine Rauminstallation geschaffen, die eine Debatte anstößt: Wie führt man Kunst und Wissenschaft zusammen? Und wie bauen wir Barrieren in den beiden Bereichen ab? Besucher können ihre Zukunftsfragen auf Post-its schreiben und an die Ausstellungswände fixieren. Im Anschluss beantworten die Kunstschaffenden und Wissenschaftler diese – indem sie ihre Antworten ebenfalls aufschreiben und sie zu den entsprechenden Fragezetteln hängen. Dabei ergänzen sich Kunst und Wissenschaft: Offene Fragen, für die die Wissenschaft bisher keine Lösungen hat, kann die Kunst beantworten und umgekehrt. Diese Kunstinstallation bildet einen stetigen Prozess ab und wächst mit jedem Zettel, den die Besucher anbringen. So gestalten sie interaktiv einen eigenen Ausstellungsraum im Museum.

Wie erschaffen wir eine bessere Zukunft? 

Im Rahmenprogramm referieren Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Kunst über aktuelle Themen und laden junge Leute zum Dialog ein. Themen sind unter anderem: „Eine Welt ohne Müll und Wachstum?” oder „Szenario Klimawandel?”.

Die SKD möchten mit den Rauminstallationen und ihren Exponaten aus den Museumssammlungen eine Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft herstellen. Damit schaffen sie eine Plattform, um Diskussionen über gesellschaftliche Veränderungen voran zu treiben. Sieht so das Museum der Zukunft aus?

Fotos: Alexander Peitz

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Kategorien: Bildung und Kultur
Schlagwörter: Ausstellung, Dresden, Fridays for Future, Kultur, kulturelle Bildung, Museum, und Staatliche Kunstsammlungen Dresden


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