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19. Juli 2019

VISIT 2019: „Das Konzept muss auf den Punkt kommen“

Unsere neuen Stipendiaten stehen fest! Neben Yvon Chabrowski und Christoph Görke fördern wir auch die Projektidee des Duos Andrea Winkler und Stefan Panhans. Aber spulen wir doch zuerst einen Schritt zurück: Projektleiterin Daniela Berglehn erzählt im Interview, wie sich die Jury dieses Jahr zusammensetzt und was die Entscheidung bei der Wahl der Finalisten so schwer gemacht hat.

Frau Berglehn, wie viele Künstler haben sich für das diesjährige Stipendium beworben?
Exakt 137 Bewerbungen sind über unsere Onlineplattform eingegangen. Das waren, glaube ich, drei mehr als im letzten Jahr. Der Trend geht also nach oben (lacht). 

Wie schwer fiel es der Jury die VISIT-Stipendiaten auszuwählen?
Einfach war es für unsere Jury eigentlich nie. Die Bandbreite der Themen und Ideen ist groß – auch in diesem Jahr. Und das trotz der vermeintlichen Einschränkung durch den Fokus „Energie“. Umfang und Qualität der Bewerbungen sind manchmal sehr unterschiedlich, aber sie sind durchweg gut. Wir legen ja Wert auf das „Open Call“-Format. Das heißt, VISIT will auch ausdrücklich denen eine Chance geben, die noch keine Kontakte haben, die nicht von Experten nominiert werden und vielleicht noch am Anfang ihrer Laufbahn stehen. Wenn dann formal nicht alles top ist und beispielsweise die Erfahrung zur Budgetplanung fehlt, berücksichtigen wir das bei der Auswahl. Wichtiger ist, dass die Idee gut ist, dass das Thema relevant ist und dass das Konzept hier auch auf den Punkt kommt.

In der Jury saß dieses Jahr auch Harald Welzer. Er hat weniger mit Kunst, als vielmehr mit Soziologie zu tun. Weshalb passt er dennoch in die Jury für ein Kunststipendium?
Unser Themenfokus „Energie“ ist ja nicht ganz einfach. Und mit Harald Welzer eint uns als Stiftung die Idee, dass KünstlerInnen mit ihrer Arbeit einen Beitrag zu wichtigen gesellschaftlichen Debatten leisten können. In unserem Fall eben zur Diskussion um die Transformation der Energiesysteme und damit einhergehende gesellschaftliche Wünsche, Konflikte oder Trends. Welzer war 2019 bereits zum zweiten Mal dabei und seine Perspektive als Soziologe ist für die Beurteilung von Konzepten und deren Debatte bereichernd. Uns ging es bei der Zusammenstellung der Jury ja auch um den Mix verschiedenster Kompetenzen und thematischer Herangehensweisen. Ohne die anderen Jurymitglieder auf Typen festlegen zu wollen – aber wir haben mit Mischa Kuball einen Künstler und auch die Hochschulperspektive an Bord, mit Anna Fricke den „Museums-Blick“ und mit Inke Arns eine Expertin für Medienkunst, die zudem ein außerordentliches Gespür für gesellschaftlich relevante Themen mitbringt. Das hat sich schon in der Vergangenheit als fruchtbar für die Diskussion erwiesen – und auch für das Netzwerk ist das spannend. Im Vorfeld der Ausschreibung oder auch später bei der Umsetzung sind die Jurymitglieder wichtige Kontakte für uns und die KünstlerInnen. 

Struktur der innogy Stiftung

 

 

 

 

 

Daniela Berglehn leitet das VISIT-Projekt der innogy Stiftung.


Auf was für Projekte dürfen wir uns bei VISIT dieses Mal freuen? 

Die ausgewählten Positionen zeigen drei sehr unterschiedliche Herangehensweisen an das Themenfeld Energie. Sie sind daher auch als Konstellation ein Ausdruck für die Komplexität und Bandbreite des Themas und der Möglichkeiten, die es eröffnet. Um Ihnen mal einen kurzen Ausblick zu geben: Yvon Chabrowski untersucht für ihre Arbeit „Bodies in Transition“ die Konsequenzen sich verändernder Arbeitsprozesse im Ruhrgebiet für den menschlichen Körper. Ihre Erkenntnisse verarbeitet sie in einer performativen Videoskulptur. Christoph Görke beschäftigt sich mit den riesigen LED-Bildschirmen, die nach und nach den öffentlichen Raum erobern und wird für „SMD“ ein solches oberflächenmontiertes Bauelement (Surface-Mounted Device) aus Altpapier-Verbundstoff und ohne sämtliche elektronischen Elemente nachbauen. Er fragt damit auch nach der Verantwortung für Ressourcen und Produktionsprozesse.

Und was erwartet uns bei dem Duo Andrea Winkler und Stefan Panhans?
Die beiden nutzen für „Defender“ die Medien Musik und Film. Sie planen ein Musical in einem SUV und besingen quasi den Konflikt zwischen konsumbasiertem Wachstum und Verminderung der Ressourcenschöpfung, für das der SUV ja exemplarischen stehen kann. Uns erwarten also drei wirklich ganz unterschiedliche und spannende Projekte!

Lesen Sie bei uns im Blog demnächst mehr über unsere diesjährigen VISIT-Stipendiaten.


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Kategorien: Kultur
Schlagwörter: VISIT und Visit-Künstler


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