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Beitrag: Jacqueline Hen, Gewinnerin des International Light Award 2019, über Licht als Medium und ihre Idee eines Raums

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21. Juni 2019

Jacqueline Hen, Gewinnerin des International Light Award 2019, über Licht als Medium und ihre Idee eines Raums

Wie kann man als KünstlerIn mit Licht als primäres Medium arbeiten? Diese Frage stellten sich knapp 350 Bewerber und Bewerberinnen aus 57 verschiedenen Ländern im ILAA. Jacqueline Hen, die derzeit ihr Studium als Meisterschülerin an der Universität der Künste Berlin beendet, setzte sich mit ihrem Konzept „Light High” gegen die Konkurrenz durch. Mit uns sprach sie über ihr Werk und die Zeit beim ILAA.

Herzlichen Glückwunsch zum Sieg beim ILAA 2019! Was erwartet den Besucher bei Ihrer Installation „Light High“, die im Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna steht?

Hen: Bei der Installation geht es darum, die Wahrnehmung durch gezielte akustische und visuelle Phänomene zu hinterfragen, sie in Grenzbereiche zu führen und so die gewohnten Erfahrungen von Raum und Zeit aufzuheben.

Und das bedeutet?

Mein Ausgangspunkt war die Idee eines Raums, der unendlich steigt oder fällt. So besteht mein Werk aus einer verspiegelten Decke, einem mit Wasser gefluteten Boden und einer Lichtinstallation. Dieses Licht, das nach einer bestimmten Choreographie programmiert ist, wird durch die Decke und den Boden ins Unendliche gespiegelt. Dazu hört der BesucherIn eine akustische Illusion: Einen Ton, der ebenfalls unendlich steigt oder fällt. Außerdem gibt es einen Steg, über den die BesucherInnen gehen können, um das Werk zu erkunden.

Wie reagierten die ersten Besucher auf Ihr Werk?

Ich fand es sehr schön, dass die Leute, die den Raum vorher kannten, von der Veränderung fasziniert waren. Das lag daran, dass sie die Spiegel nicht wahr nahmen, weil der Raum eine visuelle Illusion ist. Sie bemerkten sie erst, als ich sie darauf hinwies. Meine Installation „Light High“ wirkt einfach wie ein riesengroßer Raum, der nicht endet.

Sie wollen die Besucher also verwirren?

Genau! Und eine leichte Unsicherheit hervorrufen. Wenn die Besucher den Steg betreten, sollen sie sich fragen: Wie tief geht es da runter? Wie hoch ist der Raum eigentlich?

Warum haben Sie sich der Lichtkunst zugewandt?

Tatsächlich habe ich mich nicht speziell mit der Lichtkunst beschäftigt. Der Ausgangspunkt war vielmehr mein generelles Interesse für Räume, Strukturen und Illusionen. Ich habe visuelle Kommunikation an der Universität der Künste in Berlin studiert. Dabei lag mein Schwerpunkt –  im weitesten Sinne – darauf, Räume zu entwerfen. Konsequenterweise war er auch bei diesem Projekt meine Basis. Dass ich schlussendlich bei der Lichtkunst gelandet bin, ist also eigentlich eher Zufall und dem Raum geschuldet.

Was raten Sie künftigen ILAA-Bewerbern?

Das Museum ist sehr speziell, weil alle Installationen raumspezifisch sind. Mein Tipp ist daher ganz simpel: Geht bei eurem Konzept unbedingt auf die einzelnen Räumlichkeiten ein und integriert diese bestmöglichst in euer Werk.

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Kategorien: Kultur
Schlagwörter: ILAA, Lichtkunst, und Zentrum für internationale Lichtkunst


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