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Beitrag: Förderprojekt „Power Shifts“ – zu Besuch im europäischen Innovations-Labor

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5. Dezember 2018

Förderprojekt „Power Shifts“ – zu Besuch im europäischen Innovations-Labor

„Die Einigung Europas gleicht dem Versuch, ein Omelett zu backen, ohne Eier zu zerschlagen.“ Das berühmte Zitat des französischen Autoren Paul Lacroix klingt aktueller denn je angesichts der zahlreichen nationalistischen Quertreibereien auf unserem Kontinent – beachtlich für einen 150 Jahre alten Ausspruch… Man muss nicht so pessimistisch sein wie Lacroix, allerdings gilt für damals wie heute in jedem Fall: Das Generationenprojekt Europa gleicht einem Versuchsaufbau ohne Blaupause, dessen Ergebnis genau deswegen so schwer prognostizierbar ist. Und wohin gehören komplexe Versuchsaufbauten? In Labore – das wissen wir spätestens seit dem ersten Verpuffungs-Experiment im Chemieunterricht der 6. Klasse.

Gesucht: Antworten auf die großen Fragen unseres Kontinents

Wo ist nun der Bezug zur innogy Stiftung? Der findet sich in unserem Kooperationsprojekt „Power Shifts“ mit der Schwarzkopf-Stiftung und dem Europäischen Jugendparlament (EYP). Das EYP hat in diesem Rahmen unter anderem ein „Innovation Lab“ initiiert, das Jugendliche von Finnland bis Portugal hilft, Antworten auf die großen Fragen unseres Kontinents zu finden. Im experimentellen Setting, mit Mut zu „Trial and Error“ und mit der nötigen Portion Neugier.

Die erste Session des Labs dreht sich aktuell um Innovationen im Medien und Kommunikation. Die kompakte Zusammenfassung gibt es hier als Facebook-Video vom EYP. In den Räumen der Schwarzkopf-Stiftung in Berlin kamen vergangene Woche rund 20 Studenten aus einem Dutzend Ländern zusammen, um im Dialog mit Experten über Formate und Kanäle zu diskutieren, die die europäische Idee und die Anliegen des EYP wirkungsvoll vermitteln. Einer der Dozenten war Timm Rotter, Geschäftsführer der Kommunikationsagentur in a nutshell. Vier Thesen aus seinem Workshop:

  1. Europa braucht Botschafter! In der Masse an digitaler Kommunikation – pro und contra Europa – fällt heute nur noch auf, wer starke Fürsprecher hat. Das können einzelne Personen sein, Jean-Claude Juncker mit seiner sehr engagierten Kommunikation via Social Media ist solch ein Beispiel, oder auch Institutionen wie NGOs, Parteien und Stiftungen.  
  2. Europa braucht Gesichter: Paul Lacroixs Omelette-Parabel ist auch deswegen so treffend, weil sie die Komplexität der europäischen Idee auf den Punkt bringt. Ein Weg, Komplexität zu reduzieren, ist die Personalisierung von Geschichten. „Humans of NY“ auf Instagram ist hier die vielleicht bemerkenswerteste Erfolgsgeschichte.
  3. Europa braucht Haltung – und das gerade in der Kommunikation in Social Media. Den stumpfen, meist inhaltsleeren Anfeindungen der europäischen Idee bei Twitter und Facebook kann man nicht nur mit Argumenten begegnen: Die Feinde der Demokratie wollen keinen Diskurs.
  4. Europa braucht Nachdenklichkeit. Eine interessante Debatte beim Innovation Lab entzündete sich an der Frage, wer eigentlich noch gedruckte Zeitungen lese – es war fast die Hälfte der Studenten. „Im Internet liest Du doch nichts über die Hintergründe“, sagte eine Teilnehmerin aus Estland. „Da hast Du nur Schlagzeilen, aber die können doch so etwas kompliziertes wie Europa nicht erklären.” Und ein Student aus Finnland sagte: „Social Media ist toll, um Neugierde zu wecken. Aber Europa verstehen kannst Du bei Facebook und Instagram allein sicher nicht.“

Anders gesagt: Die richtige Mischung macht’s. War das nicht auch das, was wir damals im Labor im Chemieunterricht gelernt hatten?

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Kategorien: Bildung
Schlagwörter: Berlin, Europa, EYP und Social Media


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