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Beitrag: Art Transformation – Debatten zur Kunst- und Kulturlandschaft der Zukunft

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9. November 2018

Art Transformation – Debatten zur Kunst- und Kulturlandschaft der Zukunft

Jubiläum! Zum zehnten Mal findet am 12. und 13. November in Berlin der KulturInvest-Kongress (KiK) statt. Interessierte aus Medien, Kultur und Wirtschaft diskutieren im Veranstaltungszentrum „Radialsystem V“ über die Wechselwirkung von Gesellschaft und Kultur. Der Titel: „100 Impulse im Spannungsfeld von Ästhetik und Effizienz“. Einige dieser Impulse liefern wir – als KiK-Partner und Ausrichter eines Panels zum Thema Transformation.

Im Mittelpunkt des KiK soll dieses Jahr die Frage stehen, inwiefern kulturelle Angebote sowohl ästhetisch als auch effizient sein können. Welche Auswirkungen hat dieses Spannungsfeld darauf, wie Sektoren wie Kultur, Wirtschaft oder Medien zusammenwirken?

Ästhetik steht für „das Schöne“ – etwas soll stimmig gestaltet und angenehm anzusehen sein. In der Kultur lässt sich das weiter fassen: Das Ästhetische beschreibt, was die Sinne bewegt und dadurch künstlerische Prozesse in Gang setzt. Effizienz hingegen bezieht sich auf das angemessene Verhältnis von Aufwand und Ertrag, Investitionen sollen sich lohnen. Diese beiden Konzepte möchte der Kongress gegenüberstellen.

„Uns interessiert, was Kunst zu sagen hat“

Uns als Stiftung interessiert das Miteinander vor allem mit Blick auf Transformationen: „Die Auseinandersetzung mit dem Thema – oder besser gesagt: mit dem Phänomen ‘Transformation‘ – bildet den Kern der Arbeit der innogy Stiftung”, sagt Geschäftsführer Stephan Muschick. „Und zwar nicht nur des Energiesystems, sondern, damit einhergehend, der ganzen Gesellschaft.“

Bei deren transformativen Prozessen können Kunst und Kultur eine ganz zentrale Rolle spielen – als Impulsgeber, oft auch ganz plakativ als Hingucker. „Beim Kongress interessiert uns, was Kunst uns zu sagen hat: sowohl in ihrer Rolle, gesellschaftliche Transformationen zu reflektieren und mitzugestalten, als auch mit Blick auf die Transformationen, denen die Kunst selbst ausgeliefert ist“, so Muschick.

Transformation: Chance und Unsicherheit zugleich

Das Forum Transformation behandelt daher – in bewusst dialektischer Art und Weise – die Folgen digitaler, sozialer und ökonomischer Einflüsse auf und durch die Kultur. Die Digitalisierung etwa ermöglicht immer mehr Menschen Zugang zu kulturellen Angeboten, wie etwa Podcasts im Internet. Was zunächst positiv klingt, wirft aber auch Fragen auf: Bieten sich neue Chancen für die Kultur oder überfordert man Macher und Publikum? Welche Konsequenzen ziehen Förderer? Diese und weitere Punkte werden die Teilnehmer diskutieren.

Eine besonders prominent besetzte Bühne bietet dabei das Panel „Alles erlaubt – alle überfordert? Was leisten innovative Kunstformen?“. Moderiert von Muschick, tauschen sich dort Thomas Oberender, Kay Voges und Markus Löffler aus.

Muschick sieht den Begriff der Innovation in der Kunst mit einer gewissen Distanz: „Erstmal will ich verstehen, was das sein soll. Ist manches, das in einem neuen, sagen wir technischen Gewand daherkommt, vielleicht gar nicht so neu? Und wenn schon – dann will ich wissen, wie diese innovative Kunst uns allen helfen kann, den Menschen und die Gesellschaft besser zu verstehen. Und sie ein Stück weit mitzugestalten.“

Die drei Panelisten werden Antworten darauf haben: Thomas Oberender ist seit 2012 Intendant der Berliner Festspiele. Zuvor war der Theaterwissenschaftler an den Schauspielhäusern Bochum und Zürich tätig sowie bei den Salzburger Festspielen. In seinem Haus vereint sich Kunst auf sehr ganzheitliche Art – was in gewisser Weise auch eine Form der Transformation darstellt: So waren die Festspiele erst Anfang November Bühne des Jazzfestivals Berlin, das zudem mit Performances und Lichtkunst gespickt war. Transformativ, was die Auseinandersetzung mit Kunst angeht, ist auch Oberenders Verständnis von „Immersion”, dem Verschwimmen der Grenzen zwischen Werk und Betrachter. Ein Beispiel dafür war die Lichtkunst-Arbeit von Lia Sáile jetzt beim Jazzfestival.

Kay Voges leitet seit 2010 als Intendant das Schauspiel Dortmund. Sein neues, von unserer Stiftung gefördertes Stück „Die Parallelwelt“ liefert gewiss Ansätze für das Panel. Denn es spielt – dank moderner Computertechnik – in Berlin und Dortmund zugleich. Zwei Aufführungsorte, zwei Bühnen, zwei Zuschauerräume in zwei Städten: Hightech transformiert Theater.

Markus Löffler schließlich arbeitet als Professor im Bereich Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie an der Universität Leipzig. 2016 eröffnete er gemeinsam mit dem Architekten Ulrich Maldinger das Leipziger Kunstkraftwerk: ein ehemaliges Heizwerk, das heute als Bühne für Kunst unterschiedlichster Art dient – besser lässt sich Transformation im Raum wohl kaum zur Schau stellen…

Fotos: Danny Kurz, KulturInvest-Kongress 2018

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Kategorien: Kultur
Schlagwörter: Kultur


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