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29. Oktober 2018

Rekord-Ausstellung energie.wenden – “Spaß haben und nachdenklich nach Hause gehen”

Seit 2004 ist Prof. Wolfgang Heckl Generaldirektor des Deutschen Museums. In den 14 Jahren seiner Arbeit hat er noch keine Ausstellung erlebt, die so einschlagend war wie energie.wenden – die von der innogy Stiftung mit unterstützte Schau brach alle Besucher-Rekorde. Im Gespräch verrät Heckl das Erfolgsrezept.

Herr Heckl, die Ausstellung zählt zu den erfolgreichsten seit der Jahrtausendwende im Deutschen Museum. Was war ausschlaggebend dafür?
WOLFGANG HECKL: Ich denke, wir haben ein immens wichtiges Thema aufgegriffen – nämlich, wie wir mit dem technologischen Wandel und den globalen Herausforderungen in unserer Gesellschaft in Zukunft umgehen wollen. Themen wie die zukünftige Energieversorgung, Mobilität, gerechte Ressourcenverteilung auf der Erde bis hin zu technischen Grundlagen von Energie- und Stoffkreisläufen betreffen alle Menschen. Auf der Ausstellung bekommen sie grundlegende Informationen und zwar aus einer unabhängigen Perspektive. Das hilft ihnen, um bei solch wichtigen Themen besser mitentscheiden zu können.

Wolfgang Heckl, Leiter des Deutschen Museum, im Gespräch zu energie.wenden

Erfolgsbilanz: Mit energie.wenden hat Wolfgang Heckl die bestbesuchte Sonderausstellung aller Zeiten ins Deutsche Museum geholt

Das Thema scheint wirklich eingeschlagen zu haben. Was könnte noch zum Erfolg der Ausstellung beigetragen haben?
Der neue, spielerische Ansatz in der Museumspädagogik ist entscheidend. Im Zentrum der Ausstellung steht ja ein multimediales Spiel, in dem die Besucher sich ähnlich verhalten wie Politiker in einem gesellschaftlichen Entscheidungsprozess. Dieser Perspektivwechsel ist für die Besucher offenbar sehr spannend – und ganz nebenbei lernt man ungeheuer viel.
Auch, dass es nicht die eine Antwort auf die Frage nach der Energiewende gibt. Sondern viele Antworten, viele Argumente. Man kann in der Ausstellung viel Spaß haben – und geht anschließend nachdenklich nach Hause. Das ist das Beste, was man über eine Ausstellung sagen kann.

„Die meisten Besucher wissen, dass die Energiewende ein globales Problem ist, das auch globale Lösungen braucht“

Welche Besuchergruppen zog es besonders in die Ausstellung? Kinder? Jugendliche? Erwachsene?
Eigentlich alle. Nur für kleine Kinder ist die Ausstellung nicht geeignet – dazu ist die Konzeption zu komplex. Aber ich habe sehr viele Jugendliche und junge Erwachsene in der Ausstellung gesehen. Das ist auch gut so. Denn gerade unsere jungen Besucher sind ja diejenigen, die mit den Folgen unserer energiepolitischen Entscheidungen von heute leben müssen – und mit den Folgen des Klimawandels.

energie.wenden in Zahlen – eine Erfolgsbilanz:

Herr Heckl, auf welchem Stand befindet sich die Energiebildung in Deutschland? Vorbildlich oder noch ausbaufähig?
Aus meiner Sicht ist die Bildung zu technischen und wissenschaftlichen Themen natürlich immer ausbaufähig – sonst würde das Deutsche Museum mit 1,5 Millionen Besuchern nicht das meistbesuchte in Deutschland sein. Aber ich glaube, wir sind auf einem guten Weg. Wir merken das an den Antworten, die unsere Besucher im Rahmen des Spiels in der Ausstellung gegeben haben.
Was mich überrascht hat: Die meisten Besucher sind sich sehr bewusst darüber, dass die Energiewende ein globales Problem ist, das auch global gelöst werden muss. Die vielen Antworten der Ausstellungsbesucher zeigen, dass die Menschen mehr wissen und sich aktiver an Entscheidungen beteiligen, als man gemeinhin denkt.

„Es gibt Anfragen aus Australien, aus Skandinavien und aus Asien“

Was braucht es für eine gute Energiebildung?
Ich glaube, es braucht vor allem das Bemühen, komplexe Sachverhalte allgemeinverständlich und spannend darzustellen – und gleichzeitig aber auch die Komplexität des Themas nicht unter den Tisch fallen zu lassen. Gerade die Fragen des Netzes, der Sektorenkopplung (die notwendige Verbindung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr bei der Energiewende, d. Red.), die Frage, ob Elektromobilität nur in den Städten oder auch im Ganzen hilft – all das sind ja keine trivialen Fragen, auf die es auch keine trivialen Antworten gibt.

Welche Rolle spielen Museen und Stiftungen in der Energiebildung?
Wenn es um unser Museum und Ihre Stiftung geht – eine große Rolle! Schließlich haben Sie uns ja bei dieser Ausstellung unterstützt.

Wohin wird die Ausstellung ziehen?
Das wissen wir momentan noch nicht. Es gibt Anfragen aus Australien, aus Skandinavien und aus Asien. Wer am Ende das Rennen macht, wird sich zeigen.

Welches Fazit ziehen Sie nach dieser überaus erfolgreichen Ausstellung?
Es ist möglich, ein hochkomplexes Thema so zu vermitteln, dass es Spaß macht. Und dass wir mit unseren Ausstellungen, die die Menschen einbeziehen und zum Mitmachen bewegen, genau auf dem richtigen Weg sind.

Neugierig? Hier erfahren Sie mehr zur Ausstellung energie.wenden.

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Kategorien: Bildung
Schlagwörter: Deutsches Museum, Energiebildung, Energiesparen, Energiewende, München und Nachhaltigkeit


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