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13. September 2018

Das sind die VISIT-Gewinner 2018

Aus mehr als 130 internationalen Bewerbungen hat die Jury des Künstlerstipendiums VISIT drei Gewinner ausgesucht, die in den kommenden Monaten unter anderem mit 20.000 Euro gefördert werden. Jeder der neuen Stipendiaten geht anders an das Thema Energie heran.

Seit 2010 vergibt die innogy Stiftung das Künstlerstipendium VISIT. Das Artist-in-Residence-Programm eröffnet Künstlern Freiräume für individuelle Gestaltungen und ermöglicht ihnen, außergewöhnliche Projekte umzusetzen. So hat früher schon etwa der VISIT-Stipendiat Lukas Marxt künstlerisch auf einer Bohrinsel arbeiten dürfen. Ein Ort, zu dem normalerweise kaum jemand Zutritt erhält.

Die diesjährige VISIT-Jury bestand aus Lichtkünstler Mischa Kuball, Soziologe Harald Welzer, Folkwang-Kuratorin Anna Fricke und Inke Arns, der Direktorin des Hartware MedienKunst Vereins. Gemeinsam entschieden sie sich nach ausführlicher Durchsicht der mehr als 130 Bewerbungen aus aller Welt für die Künstler Ani Schulze sowie Benjamin Robin Clement und Jonathan Omer Mizrahi.

„Die ausgewählten Projekte zeigen sehr unterschiedliche Herangehensweisen. Das wiederum spiegelt die Komplexität und Bandbreite des Themas wieder und vor allem, welche Möglichkeiten das Thema für Künstler eröffnet“, sagt Daniela Berglehn, die VISIT bei der innogy Stiftung betreut. Generell freute sich die Jury über das hohe Niveau aller eingereichten Vorschläge.

„Ancient Circuits“ von Ani Schulze

Die 36-Jährige studierte an der Städelschule in Frankfurt am Main, an der Glasgow School of Arts sowie an den Kunstakademien Düsseldorf und Karlsruhe „Freie Kunst“. Ihre Arbeiten waren bisher unter anderem in der Frankfurter Kunsthalle Schirn und in der Extra City Kunsthal in Antwerpen zu sehen.

Für VISIT plant sie eine Installation mit dem Titel „Ancient Circuits“ (zu deutsch: „Alte Kreisläufe“). Dafür wird sie eine Serie von großformatigen Zeichnungen, Collagen und Skulpturen sowie eine Videoarbeit anfertigen. Schulze möchte insbesondere die Rolle von erneuerbaren Energien für Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Technologien sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit beleuchten.

VISIT 2018

Ani Schulze in ihrem Atelier. (Foto: Katalin Deér)

„Application“ von Benjamin Robin Clement

Der 29-Jährige studierte Kunst an der Elam School of Fine Arts in Auckland, Neuseeland,
sowie an der Städelschule in Frankfurt am Main. Seine Werke waren bisher unter anderem im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main zu sehen. Im Rahmen des VISIT-Stipendiums plant Clement eine skulpturale Arbeit aus alten und unbrauchbar gewordenen Materialien. Dafür formt er beispielsweise alte Kupferleitungen mit einem speziellen Galvanisierungsverfahren um verschmilzt sie mit anderen Materialien. Die Skulptur soll einen Moment des Innehaltens in Zeiten ständiger technologischer Erneuerungen und Wachstums symbolisieren.

VISIT 2018

Das Bild zeigt eine aktuelle Kupfer-Arbeit, entstanden im Galvanisierungsverfahren. (Foto: Benjamin Robin Clement)

„Die Nacht des bunten Himmels“ von Jonathan Omer Mizrahi

Jonathan Omer Mizrahi lebt in Köln und studiert seit 2014 an der Kunsthochschule Köln „Mediale Künste“ mit den Schwerpunkten Film, Multimedia Performance/Surveillant Architectures und Kunst im öffentlichen Raum.

Für VISIT erinnert er auf an ein Ereignis in der nordrhein-westfälischen Stadt Grevenbroich. Dort sorgte 2015 ein rosafarbenes Licht rund um das Kraftwerk Neurath für viel Aufregung. Denn es sah aus, als sei ein Ufo gelandet. Es handelte sich aber lediglich um die Lichtanlage eines sehr großen Gewächshauses mit rund sieben Millionen LED-Leuchten. Mizrahi dreht über das Ereignis einen Film, der dokumentarische Elemente mit einer fiktiven Geschichte verknüpft.

VISIT 2018

Das Bild zeigt Gewächshäuser in Grevenbroich bei Nacht. (Foto: Jonathan Omer Mizrahi)

In den kommenden Monaten arbeiten die Stipendiaten an ihren Projekten. Die Ergebnisse werden 2019 präsentiert und von unterschiedlichen Diskussionen und Vorträgen mit Gästen aus Wirtschaft, Forschung, Kunst- und Kulturszene, Medien oder angewandter Philosophie begleitet. VISIT-Projektleiterin Daniela Berglehn: „Die Energiewende ist nicht nur ein technischer Transformationsprozess. Sondern ein gesamtgesellschaftlicher Prozess, an dem Menschen mit unterschiedlichem Wissen und verschiedenen Begabungen beteiligt werden sollten.“

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Kategorien: Kultur
Schlagwörter: VISIT, Visit-Künstler und VISIT-Stipendium


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