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7. September 2018

Die Energiewende voranbringen – Teil 2: „Energie am eigenen Leib erfahren”

Die von uns und der Stiftung der Deutschen Wirtschaft geförderte Initiative „Think Lab: Energie – Gesellschaft – Wandel“ geht in eine neue Runde. Acht Teams arbeiten in gemeinnützigen Projekten daran, die Energiewende umzusetzen. Das tun sie vor Ort, denn hier fängt der Wandel an. In unserer Interviewserie stellen wir Ihnen die spannenden Projekte vor, die das Think Lab dieses Jahr unterstützt.

Mit einem ganz speziellen Open Air Kino wollen die drei Studentinnen Tatiana Grandon, Irina Rogge und Lya K. Paas den Besuchern ein Gefühl für Energieverbrauch vermitteln. Denn einige davon müssen kräftig in die Pedale treten, damit der Film läuft. Wir haben mit Lya K. Paas, einer der Projektleiterinnen, darüber gesprochen, wie so ein Fahrradkino funktioniert.

Frau Paas, wie sind Sie auf die Idee mit dem Fahrradkino gekommen?
Lya K. Paas: Meine Partnerinnen Irina Rogge und Tatiana Grandon haben schon in den vergangenen zwei Jahren beim Think-Lab mitgemacht. Das erste Projekt fand an einem Gymnasium in Kreuzberg statt. Die Schüler sollten durch körperliche Aktivitäten erleben, wie man Energie erzeugen kann. Also haben sie ein Fahrrad benutzt, um Wasser zu erwärmen oder eine Glühbirne zum Leuchten zu bringen. Die Schüler hat das sehr beeindruckt. Deswegen haben sich die beiden überlegt, wie sie ein größeres Publikum erreichen können. Das Open-Air-Kino eignet sich dafür gut.

Wie genau funktioniert das Fahrradkino?
Im September werden wir in einem Workshop, für den sich schon 20 Teilnehmer angemeldet haben, Tretgeneratoren an zehn Fahrräder bauen. Dabei helfen uns Ingenieure. Wer dann mit so einem Fahrrad fährt, erzeugt Energie, die der Generator speichert. So können wir den Beamer versorgen, der die Filme an die Wand projiziert. Beim Open-Air-Kino müssen immer zehn Freiwillige in die Pedale treten, damit der Film weiterläuft. Die können sich aber natürlich auch mit anderen abwechseln.

Es muss also nicht jeder Zuschauer mal auf dem Fahrrad sitzen?

Nein, es müssen nicht alle treten. Nach unseren Berechnungen würden sogar acht Fahrräder reichen. Aber damit der Film nicht stoppt, wenn das Tauschen mal zu lange dauert, werden wir zehn installieren.

Think Lab Open Air Kino

Das Team: Lya K. Paas, Tatiana Grandon und Irina Rogge. (Foto: privat)

Welche Filme werden gezeigt?
Der erste heißt “Returning to Earth”. Er ist von Xareni Penichet und dreht sich um Energie und Nachhaltigkeit. Danach wollen wir gemeinsam diskutieren, wie man im Alltag nachhaltiger handeln und Energie sparen kann. Jedem ist natürlich freigestellt, ob er mitdiskutieren möchte.

Wie kann man die Gesellschaft dazu bringen, beim Thema Energiewende aktiver zu werden?
Wir haben in unseren Projekten gemerkt, dass die Leute sich gar nicht genau vorstellen können, was Energie bedeutet oder wie man sie produziert. Mit dem körperlichen Ansatz des Fahrradkinos möchten wir erreichen, dass man das Thema am eigenen Leib und im Wortsinne erfahren und verstehen kann. Dann können wir auch darüber sprechen, woher die Energie kommt und wie man sparsamer mit ihr umgehen kann.

Mit wie vielen Zuschauern rechnen Sie?
Die Berliner lieben Open-Air-Kinos, deswegen sind wir optimistisch. Wir arbeiten mit dem Bootschaft e.V. zusammen, der auch schon andere Open Airs organisiert hat. Durch seine Reichweite und mit Postern und Flyern denken wir, dass 150 Besucher in die erste Vorstellung kommen werden.

Lässt sich das Projekt auch langfristig etablieren?
Wir planen eine Website, auf der wir die Tretgeneratoren anbieten, damit Schulen und Vereine sie benutzen können. Nächstes Jahr möchten wir uns außerdem mit Abfallverarbeitung und Wassersystemen beschäftigen.


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Teil 1: Die Energiewende voranbringen – „Eine internationale Energiewende ohne China wird nicht funktionieren“

Teil 3: Die Energiewende voranbringen – „Individuelle Förderungen statt Gießkannenprinzip“

Teil 4: Die Energiewende voranbringen – Aus einer Idee wird eine Institution

Teil 5: Die Energiewende voranbringen – „Der gesamtgesellschaftliche Dialog fehlt“

Teil 6: Die Energiewende voranbringen – Spielend ein Gefühl für Stromverbrauch entwickeln

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Kategorien: Soziale Innovation
Schlagwörter: Stiftung der Deutschen Wirtschaft und Think Lab


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