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Beitrag: Die Energiewende voranbringen – Teil 1: „Eine internationale Energiewende ohne China wird nicht funktionieren“

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28. August 2018

Die Energiewende voranbringen – Teil 1: „Eine internationale Energiewende ohne China wird nicht funktionieren“

Die von uns geförderte Initiative mit der Stiftung der Deutschen Wirtschaft, „Think Lab: Energie – Gesellschaft – Wandel“, geht in eine neue Runde. Acht Teams arbeiten in gemeinnützigen Projekten daran, die Energiewende umzusetzen. Das tun sie vor Ort, denn hier fängt der Wandel an. In unserer Interviewserie stellen wir Ihnen die spannenden Projekte vor, die das Think Lab dieses Jahr unterstützt.

Im ersten Teil präsentieren wir Ihnen das weltweite Projekt „Energie als Brückenbauer“. Die drei Ostasien-Wissenschaftler Diana Schnelle, Johanna Rust und Felix Doege erforschen, wie Europa und Asien in der Energiewende besser zusammenarbeiten können. Im Interview schildern uns Diana Schnelle und Felix Doege, warum sie sowohl regional als auch international aktiv sein möchten.

„Global denken, regional handeln“ – wie funktioniert das in der Energiewende?
Diana Schnelle: Der Klimawandel ist ein weltweites Problem, und deshalb braucht man internationale Lösungen. Doch die fallen nicht vom Himmel, sondern wir müssen sie uns mühsam erarbeiten. Und das beginnt auf regionaler Ebene.

Das Team von „Brückenbauen mit Energie“: Johanna Rust, Diana Schnelle und Felix Doege.

 

Felix Doege: Wir sind einerseits regional aktiv, indem wir auf Ostasien blicken und dortige Entwicklungen beleuchten. Dann vergleichen wir die Gegebenheiten mit der europäischen Situation. Wir möchten untersuchen, wie ostasiatische und europäische Länder erfolgreich kooperieren können. Die Forschung zeigt, dass eine Energiewende nur dann die gewünschten Effekte hat, wenn sie international koordiniert wird.

Wie sieht Ihr Projekt in der Praxis aus?
Doege: Wir bilden themenspezifische Arbeitsgruppen aus Dozenten und Studierenden. Die Ergebnisse werden dann durch Vorträge der Öffentlichkeit präsentiert und auch in einem Sammelband publiziert. Dieser richtet sich an Wissenschaftler, Unternehmensvertreter, Politiker und die Bevölkerung.

Schnelle: Wir wollen damit die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Bevölkerung sowie zwischen den einzelnen Regionen stärken. Asien und Europa sehen die Energiewende sehr unterschiedlich. Deshalb ist es sehr wichtig, Forscher und Experten mit praktischen Erfahrungen aus den jeweiligen Regionen zusammenzubringen. Ansonsten riskiert man, dass verschiedene Kulturen aneinander vorbei agieren.

Die Energiesysteme in Asien unterscheiden sich stark

Als Laie denkt man bei China gleich an staatliche Beschränkungen. Gibt es für erneuerbare Energien überhaupt einen offenen Marktzugang?
Schnelle: In China ist der Markt tatsächlich sehr stark reguliert. Allerdings hat das Land in den letzten Jahren auch einen unglaublichen Sprung in den erneuerbaren Energien gemacht und fördert sie gezielt.

Doege: Dennoch ist man dort noch sehr von Kohle abhängig. Eine internationale Energiewende ohne China wird deshalb nicht funktionieren. Da muss man gegebenenfalls helfen.

China hat eine führende Rolle bei den erneuerbaren Energien. Haben Sie auch deshalb Ihr Projektthema gewählt?
Schnelle: Durchaus. Asien ist ein gutes Beispiel für viele unterschiedliche Energiesysteme auf engem Raum. Es gibt dort Konflikte und Abhängigkeiten, die es so in Europa nicht gibt. In Asien gibt es starke Unterschiede – sowohl mit Blick auf den Energiebedarf als auch mit Blick auf das Entwicklungsniveau.

Doege: Es stellt sich auch die Frage, was die eine Region von der anderen lernen kann. Japan muss zum Beispiel nach dem Atomunglück von Fukushima umdenken.. Die japanische Regierung kann dabei vom deutschen Atomausstieg lernen.

Als Auftakt Ihres Projekts haben Sie kürzlich eine internationale Graduiertenkonferenz veranstaltet. Was können wir uns darunter vorstellen?
Schnelle: Die Konferenz war eine Plattform für Studierende, die sich mit Energie in Asien und Europa beschäftigen. Sie haben ihre Projekte vorgestellt und in Workshops Ansätze entwickelt, wie man Energiewende und Energiebeziehungen künftig gestalten kann. Wissenschaftler aus aller Welt leiteten die Workshops, gaben ihre Erfahrungen weiter und unterstützten die Studierenden. Es war eine Art Kickstart, um ein Netzwerk zu schaffen und unser Projekt sichtbar zu machen.

 

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Kategorien: Allgemein und Bildung
Schlagwörter: Stiftung der Deutschen Wirtschaft und Think Lab


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