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9. Mai 2018

VISIT: Kunst trifft Energie

Kunst und Energie – passt das zusammen? Wir finden schon: Aus diesem Grund vergeben wir seit 2010 das Künstlerstipendium VISIT. Damit wollen wir junge Künstler fördern, die mit ihrer Kreativität die Diskussion rund um das Thema Energie anregen. Wir haben mit der VISIT-Verantwortlichen Daniela Berglehn gesprochen, was dieses Jahr so besonders macht.

Sie vergeben das VISIT-Stipendium nun zum neunten Mal: Worauf freuen Sie sich am meisten?
Ich bin immer wieder gespannt auf die neuen Ideen und die Auswahl in der Jury-Sitzung. Dann ist es für mich persönlich immer spannend, die Menschen hinter den Projekten kennenzulernen. Und man weiß nie, wie es dann bei der Umsetzung wird: Was plant der Künstler vor Ort, wie werden die innogy-Mitarbeiter reagieren? Manchmal entwickelt sich das Projekt ganz anders als geplant – aber genau dieses unvorhersehbare Neuland macht es so aufregend.

Bei VISIT greifen die Künstler auf die Unterstützung der innogy-Mitarbeiter zurück. Wie funktioniert die Arbeit zwischen ihnen und den Künstlern?
Das ist ganz unterschiedlich und bei jeder Idee anders. Manche Projekte sind sehr schwer umzusetzen – wie der Bohrinsel-Film von Lukas Marxt oder das aktuelle Projekt im Offshore-Windpark auf Helgoland von Celine Berger. Die Künstler müssen vorher Sicherheitstrainings absolvieren und auch die Mitarbeiter vor Ort sind erstmal angespannt. Aber dann begegnen sie sich auf einer Ebene und entwickeln im Idealfall gemeinsam etwas Neues. Für mich ist es erfolgreich, wenn die Künstler es schaffen, dass die Mitarbeiter ihre Arbeit aus einem ganz neuen Blickwinkel sehen.

Was unterscheidet VISIT von anderen Kunststipendien?
Wir geben ein Thema vor – Energie – und das mag mancher als Einschränkung empfinden. Aber in diesem Rahmen hat man auch gleichzeitig ganz andere Möglichkeiten. Lukas Marxt zum Beispiel hatte schon lange die Idee, künstlerisch auf einer Bohrinsel zu arbeiten. Andreas Greiner hat bei seinen Algenexperimenten sicher von den Gesprächen mit Forschern profitiert. Andere Künstler haben ihre Projekte aber auch außerhalb des Unternehmens verwirklicht und uns dann ihre Außenperspektive gespiegelt oder – wie zum Beispiel Christian Keinstar, den Energiebegriff abstrakter interpretiert. Vieles ist bei VISIT möglich. Deshalb vergeben wir ab diesem Jahr auch ein Projektbudget.

VISIT-Stipendium
Künstler Sam Hopkins und Daniela Berglehn, Projektleiterin der innogy Stiftung. (Foto: Tina van de Weyer)

Warum?
Früher haben wir bei den Stipendien zwischen Reise-, Honorar-, Produktions- und Ausstellungskosten unterschieden. Aber damit waren wir nicht flexibel genug. Manch einer legte keinen Wert auf einen Katalog und wollte das Geld lieber für die Ateliermiete einsetzen. Darauf haben wir reagiert. Bei uns sollen die Künstler nur wissen: Es gibt einen Topf, der rund 20.000 Euro umfasst. Es gibt keine Vorschriften wie der Betrag zu verwenden ist, aber natürlich möchten wir eine gewisse Planung sehen. Und die Künstler dafür sensibilisieren, eine unternehmerische Vorstellung von dem was sie bei uns realisieren möchten, zu entwickeln.

Das ist dieses Jahr aber nicht die einzige Neuerung, oder?
Nein, zum ersten Mal suchen wir drei statt nur zwei Künstler. Das liegt an der zunehmenden Relevanz des Themas. Das sieht man auch an den kontinuierlich steigenden Bewerberzahlen – im letzten Jahr hatten wir rund 150. Es wäre auch mal interessant, wenn sich eine Künstlergruppe mit einer gemeinsamen Idee für ein Stipendium bewirbt oder sich interdisziplinäre Teams finden. Wir möchten mit VISIT auch andere Sparten wie beispielsweise Designer ansprechen.

Hat das Konsequenzen für die Jury?
Ja, denn in der neuen Jury sitzen sowohl Künstler, als auch Wissenschaftler und Kuratoren. Mischa Kuball, der uns von Anfang an begleitet hat, ist dieses Jahr wieder dabei. Er ist ja zugleich Professor an der Kunsthochschule für Medien in Köln und sitzt damit für uns an einer wichtigen Schnittstelle. Auch Anne Fricke ist wieder dabei – sie ist die Kuratorin für zeitgenössische Kunst des Museums Folkwang. Neu an Bord ist Inke Arns, die Direktorin vom Hartware MedienKunstVerein Dortmund. Sie ist mit ihren Themen und Ausstellungskonzepten ihrer Zeit häufig voraus, arbeitet viel mit aktuellen, politischen und gesellschaftskritischen Themen – und natürlich elektronischen Medien. Und dann haben wir noch den Soziologen Harald Welzer. Mit seiner Stiftung FuturZwei denkt er die Themen der Energiewende weiter und reflektiert den gesellschaftlichen Wandel. In Verbindung mit unseren künstlerischen Themen hoffen wir nun auf Projekte, die die aktuelle Fragen und Veränderungen in unserer Gesellschaft ebenfalls reflektieren.

Was passiert eigentlich nach einem Projekt – halten Sie dann noch Kontakt mit den Stipendiaten?
Ja, zu den meisten habe ich immer noch Kontakt. Es ist eine Art Netzwerk entstanden, das für beide Seiten sehr wichtig ist: wir unterstützen unsere ehemalige Stipendiaten auch bei nachfolgenden Projekten oder Ausstellungen immer wieder mal – platzieren sie bei von uns organisierten Podiumsdiskussionen etc.. Uns ist es wichtig, ihnen auch danach noch eine Plattform zu bieten. Unser ehemaliger Stipendiat Stefano Cagol wird zum Beispiel seine Performances „The Body of Energy“ bei der Manifesta in Palermo vorstellen. Für ihn eine Art Heimspiel und für uns eine tolle Gelegenheit VISIT international zu präsentieren.

Bewerben Sie sich noch bis 1. Juli 2018 für das VISIT-Stipendium der innogy Stiftung: zur Online-Bewerbung.

Foto: Projektleiterin Daniela Berglehn, VISIT-Jury-Mitglied Anne-Marie Melster (2017) und VISIT-Stipendiat Sam Hopkins (2017). (ⓒ Tina van de Weyer)

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Kategorien: Kultur
Schlagwörter: VISIT, Visit-Künstler, und VISIT-Stipendium


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