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24. April 2018

Die Energiewende meistern – mit Virtual Reality

Wie kein zweites Medium verdeutlicht die virtuelle Realtität (VR) die rasante Digitalisierung der Welt. Welche Chancen sich in virtuellen Räumen für die Umsetzungen einer realen Energiewende öffnen, ist auch ein spannendes Thema für die innogy Stiftung. Mit der Förderung des VR _ HACKATHON beim „Places _ Virtual Reality Festival“ in Gelsenkirchen-Ückendorf unterstützt die Stiftung die Erschließung neuer Perspektiven auf dieses abstrakte Thema.

Mit seinen Jury-Kollegen Markus Rall, CEO von viality und Vorstand des Deutschen Instituts für Virtual Reality, Wolfgang Jung, dem Geschäftsführer des Wissenschaftsparks, und „ruhr:HUB“-Chef Oliver Weimann, begutachtete Stephan Muschick (Geschäftsführer der innogy Stiftung) sechs Projekte, die 31 VR-Hackathoni in 24 schlaflosen Stunden aus ihren „Challenges“ entwickelt hatten. Wer den gechillten Ehrgeiz der Teams beim Spurt bis zum „end of coding“ am Samstag Punkt 17.00 Uhr erlebt hat, wird allerdings einen Extrapreis an das neue Format VR _ Hackathon selbst verleihen. Für hochmotivierte Projektarbeit vom Feinsten, mustergültig für Schulen, Unis und Unternehmen.

Zugegeben, das mag auch an der sommersonnigen Arkade des Wissenschaftsparks gelegen haben. Ein sehr inspirierender Ort. Das findet auch viality-CEO Markus Rall. Der VR-Unternehmer: „Hier spürt man die die Power des Reviers. Die Urban Cowboys leisten mit diesem VR-Festival großartige Pionierarbeit.“

„Da kann man gut die Bürgermeister draufsetzen“

Places-HACKATHON_Gruppenfoto
Die Teilnehmer des Hackathons 2018

Doch zurück zum VR _ Hackathon. Das Preisgeld von 2.500 Euro für den besten Prototypen sicherte sich das „Drahtesel-Trio“ mit seiner virtuellen Simulation eines realen Abenteuers: Fahrradfahren auf der Alfredstraße und der parallel verlaufenden „RÜ“ im Essener Süden. Die Jury war beindruckt vom Improvisationstalent der VR-Simulation aus Ergometer, VIVE-Datenbrille, zwei Controllern, Programmcode und einem engagierten Konzept-Plädoyer für den qualifizierten Fahrradweg. Mit einem überzeugten „Da kann man gut die Bürgermeister draufsetzen“, begründet Wissenschaftsparkchef Wolfgang Jung sein Votum in der Jurysitzung: „Oder Planer, die über Radwege entscheiden.“ Markus Rall: „Man hat die Immersion und das Adrenalin gespürt.“ Und Immersion meint hier, dass eine virtuelle Illusion stark genug ist, um die Realität in den Hintergrund des Bewusstseins treten zu lassen. Inklusive Adrenalin.

Apropos Realität: Die mit 1.000 Euro dotierte beste Idee des VR _Hackathons „mit dem größten Potenzial für künftige Umsetzungen“ lieferte das Team „ELECTRIFY“ mit einer Anwendung für Smartphone und „Hololens“. Die Algorithmen einer künstlichen Intelligenz sollen zwischen Verbraucherwünschen wie „heiß duschen“, „Spülmaschine starten“ und den Netzerfordernissen der Stromerzeuger vermitteln. Empfehlungen und Daten gäbe es dann weltweit aufs Mobiltelefon. Die Brille mit Einspiegel-Funktion für die erweiterte Realität ermöglicht außerdem die Echtzeit-Ablesung von aktuellen Verbrauchsdaten der Geräte im Haus, sowie deren Ein- und Ausschaltung via Fingertipp im Blickfeld.

Die Jury fand hier ein komplexes Problem „korrekt analysiert und mit Lösungen versorgt“. Stephan Muschick: „Energieversorger beschäftigen sich ja intensiv mit solchen energiewirtschaftlichen Fragen, mit der Analyse von Lastprofilen und wie sich über die Vernetzung von Daten Verhaltensänderungen anregen lassen. Dieses Energiewende-Thema ist gerade im gewerblichen Bereich von sehr großer Bedeutung.“

VR ist so fächerübergreifend, wie das reale Leben

Großes Lob und den Respekt der Jury hatten sich auch die vier weiteren VR _ HACKATHON-Teams erarbeitet. In der Simulation „WINDMILL“ sollten die Spieler mit Windkraft- und Solaranlagen eine Stadt von Smog befreien. „CityVision“ entwickelte eine Stadtbauwelt, in der Bürger ihr Viertel direkt und demokratisch mitgestalten können und wo auf einer für das CityVision-Projekt gescannten Ückendorfer Brache in Echtzeit erlebbar wird, wie der virtuelle Spielplatz aussehen soll.

Mit ihrer Haltestelle plus-App wollten die „Absolute Beginners“ Nutzern des öffentlichen Nahverkehrs per Sprachausgabe den Weg zum richtigen Bus weisen und hatten für die Präsentation des Programms einen kleinen Busbahnhof nachgebaut. „VREE Oskar“ schließlich führte die Jury in einen virtuellen Supermarkt, um dort mittels Datenbrille die Vorteile eines bewussteren und nachhaltigen Konsums zum virtuellen Erlebnis zu machen.

Einen donnernden Applaus und damit den Publikumspreis sicherten sich die „Absolute Beginners“ mit ihrem Vier-Minuten-Pitch dann auf der Places-Bühne am Abend. Das Präsentationsvideo überzeugte samt Haltestellen-Hektik und dem Beweis, dass die Virtuelle Realität ebenso fächerübergreifend ist, wie das richtige Leben. Da hat es nicht geschadet, einen Filmemacher und eine Szenographin im Team zu haben. Glückwunsch an alle Gewinner auch von hier aus.

Fotos: Frank Vinken | dwb

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Kategorien: Soziale Innovation
Schlagwörter: Energiewende und Innovation


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