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4. April 2018

Engineering meets Art: Neue Fragen braucht das Land

Im Sommersemester 2018 treffen an der Technischen Universität Dortmund angehende Bio- und Chemieingenieure auf Musiker und fotografisch arbeitende Kunststudenten. Zusammen begeben sie sich auf die Suche nach Gemeinsamkeiten und Schnittstellen – im innovativen Projekt Engineering meets Art.

Es ist nicht das erste Mal, dass an der TU Dortmund solch ein Blick über den eigenen Tellerrand geworfen wird. „2010 war das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt Europas und auch wir an der Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen wollten einen Beitrag dazu leisten. Damals haben wir zum ersten Mal nach ,Schnittmengen‘ mit Künstlern gesucht“, sagt Kirsten Lindner-Schwentick, Koordinatorin für Lehre und Studium der Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen. Der Fachbereich Fotografie arbeitete in der Vergangenheit an einem ähnlichen Projekt mit der Fakultät für Maschinenbau. „Schon damals haben wir bemerkt, wie fruchtbar solche Zusammenkünfte sein können“, erklärt der Fotografie-Künstler und Dozent Timo Klos. „Es entstehen Ideen für beide Seiten, die ohne den Dialog nur selten zustande kämen.“

Im Dialog der Disziplinen zu neuen Ufern

 

Engineering meets Art
Maik Hester ist für die musikalischen Seminare des Projekts zuständig.

Nun geht die Verknüpfung von Natur- und Kunstwissenschaften an der TU in eine neue Runde. Doch wie startet so eine gemeinsame Entdeckungsreise von Künstlern und Wissenschaftlern überhaupt? „Die ersten Vorgespräche und Laborbesichtigungen brachten bereits viele kreative Ideen“, freut sich der promovierte Musikwissenschaftler Maik Hester. Er und Klos leiten jeweils zwei Engineering-meets-Art-Seminare mit Bachelor- und Masterstudenten der TU. Gemeinsam mit ihren Studenten werden Hester und Klos Labore des Bio- und Chemieingenieurwesens ebenso nutzen wie Räume der Kunstwissenschaften, um fachübergreifend zu denken, diskutieren und arbeiten. „An kreativen Dialogen und Neugier für die jeweils andere Disziplin wird es nicht mangeln“, ist sich Hester sicher. „Es geht hier nicht darum, Naturwissenschaft und Technik künstlerisch darzustellen oder zu erklären – vielmehr wollen wir im Dialog der Fachbereiche Neues entdecken und daraus gemeinsam ästhetische Objekte oder Prozesse entwickeln.“

Dafür ist jedoch viel Kreativität gefordert. Die sollen vor allem die Studierenden des Bio- und Chemieingenieurwesens von ihren Kommilitonen der Kunstwissenschaften erlernen. „Kreative Lösungen im Ingenieurwesen sind hierzulande oft Verbesserungen, Optimierungen und Antworten auf bestehende Fragen“, so Koordinatorin Lindner-Schwentick. „Wenn es aber darum geht, ganz neue Fragen zu stellen oder innovative Dinge zu erfinden, dann passiert dies derzeit meist woanders – ,kreativ‘ heißt hier also nicht zuletzt: tatsächlich ,schöpferisch‘ werden!“

Der rein technische Blick reicht nicht für die Aufgaben der Zukunft

Engineering meets Art
Wer selbst Hand anlegt, lernt am meisten – so auch hier.

Timo Klos ist ebenfalls überzeugt, dass man Kreativität erlernen kann: „Ich habe das im Laufe meines Kunststudiums getan und bin sehr dankbar für diese Art des Denkens.“ Das will er nun auch an die Studierenden weitergeben. Sein Kollege Maik Hester erhofft sich von dem fachübergreifenden Projekt, dass das „kreative Miteinander zu erweitertem Denken und Handeln führt: nicht nur im Sinne von wirtschaftlich, praktisch, nützlich, sondern auch angenehm, schön und anregend.“

Kirsten Lindner-Schwentick, die Koordinatorin des Projekts, ist ebenfalls sehr gespannt auf die Ergebnisse: „Ich hoffe, dass sich der Blick unserer Studierenden erweitert. Ingenieure mit einem rein technischen Blick auf die Welt werden uns in Zukunft wahrscheinlich immer weniger weiterhelfen.“

Die Ergebnisse des fachübergreifenden Projekts werden parallel zum 50. Jahrestag der Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen der TU Dortmund im Sommer 2019 im Dortmunder U ausgestellt.

Bleiben Sie auf dem Laufenden! In unserem Blog berichten wir regelmäßig über die aktuellen Fortschritte von Engineering meets Art.

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Kategorien: Bildung
Schlagwörter: Innovation


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