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Beitrag: „Köpfchen statt Kohle“ an Berliner Gymnasium: Höchste Zeit das Fenster zu öffnen

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29. Dezember 2017

„Köpfchen statt Kohle“ an Berliner Gymnasium: Höchste Zeit das Fenster zu öffnen

Wie vereinbart man Digitalisierung und Energieeffizienz in Schulen? Ganz einfach: Schüler des Robert-Havemann-Gymnasiums bauen ein Echtzeit-Klima- und Energiemessnetz in ihrer Schule auf. Der von uns initiierte Energietopf 2017 unterstützt sie dabei.

In dem Klassenzimmer des Robert-Havemann-Gymnasiums sitzen 25 Kinder, zwei Schüler gähnen, einem anderen fallen beinahe die Augen zu – höchste Zeit, frische Luft in den Raum zu lassen. Ein Blick auf das Smartphone bestätigt die Vermutung. Der Luftaustausch ist dringend notwendig, denn die CO2-Werte sind viel zu hoch.

„Wir machen daraus ein pädagogisches Projekt“

Das Gymnasium ist eine von 18 Schulen, die in den Berliner Bezirken Pankow und Lichtenberg an dem Großprojekt „Köpfchen statt Kohle“ teilnimmt. Das Ziel: eine effiziente und nutzerorientierte Energieeinsparung in Schulgebäuden. Bei der konkreten Umsetzung unterstützt die Agentur stratum die Lehrer und Schüler. „Wir möchten die Energieeffizienz in den Schulen verbessern und binden die Nutzer, also insbesondere die Schüler, mit ein. Wir machen daraus ein pädagogisches Projekt“, erklärt Richard Häusler, Geschäftsführer bei stratum.

Doch wie sieht das konkret aus? Eine Gruppe Schüler des Robert-Havemann-Gymnasiums baut gerade ein Echtzeit-Klima- und Energiemessnetz in ihrer Schule auf. Dafür bringen sie in jedem Klassenzimmer Sensoren und Einplatinencomputer, sogenannte Raspberry Pis, an. Mithilfe von Mini-Routern und Datenbloggern werden die gesammelten Daten in Echtzeit an eine App übertragen, die die Schüler auf ihren Smartphones installiert haben. So überprüfen sie die aktuelle Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und die CO2-Werte ihres Klassenzimmers. Sind die CO2-Werte zu hoch, bedeutet das: Fenster öffnen und Frischluft hinein lassen. Liegen die Messungen wieder im grünen Bereich, werden die Fenster geschlossen. „Das Robert-Havemann-Gymnasium führt seit mehreren Jahren Projekte im Bereich Klima- und Umweltschutz durch. Wir haben als einziges Gymnasium in Berlin über die naturwissenschaftlichen Fachräume hinaus drei spezielle Schülerlabore zum Thema Energie, eine Lernwerkstatt und ein spezielles Informatik-Labor“, erklärt Christian Strube, Fachbereichsleiter für Physik.

„Das Projekt erhält besonders viel Aufmerksamkeit“

Bisher wurden acht Klassenzimmer mit der Technik ausgestattet. Der Probelauf funktionierte so gut, dass die Energiemanager, wie die teilnehmenden Schüler genannt werden, nun einen eigenen Raum bekommen. Hier behalten sie die Messstationen im Blick und analysieren die Ergebnisse. Strube: „Da unsere Schule Probleme mit der Heizungsanlage hat, liefern diese Langzeit-Daten wertvolle Hinweise für notwendige Maßnahmen durch das Hochbauamt. Und die Kontrolle, ob diese erfolgreich waren.“

Jetzt soll das gesamte Schulhaus vernetzt werden. Außerdem bekommen alle Schüler und Lehrer Zugriff auf die App und werden von den Energie-Managern geschult; wie heizt man richtig, wann und wie lange öffnet man die Fenster?

Häusler unterstützt die jungen Energiemanager und Lehrer bei der Umsetzung des Projekts. Seine Agentur ist die Schnittstelle zwischen Technik und Pädagogik: „Wir arbeiten seit Jahren im Bereich der Energienutzung, auch an dieser Schule. Das jetzige Messnetzprojekt erhält besonders viel Aufmerksamkeit. Andere Berliner Schulen haben ebenfalls Anfragen zu diesem Projekt gestellt.

„Ich glaube, da steckt sehr viel Potenzial drin“

Die Berliner Schulen gehen die Digitalisierung an: In einem anderen Programm haben Schüler inzwischen Zugang zur zentralen Heizungssteuerung des Schulgebäudes bekommen. Damit optimieren sie den individuellen Heizbedarf einzelner Klassenräume. Dafür wurde das Projekt dieses Jahr mit dem Energy Award des Handelsblatts ausgezeichnet.

Häusler ist auch vom aktuellen Projekt des Robert-Havemann-Gymnasiums überzeugt: „Das ist wirklich spannend! Ich glaube, da steckt sehr viel Potenzial drin. Auch Strube glaubt daran: „Die AG ist naturwissenschaftlich ausgerichtet und inhaltlich anspruchsvoll. Sie findet nachmittags nach Unterrichtsschluss statt. Dennoch haben sich fast 20 Schüler für das Projekt gefunden.“ Und die leisten hervorragende Arbeit.

Unser Wettbewerb Energietopf 2017 fördert das Projekt „Köpfchen statt Kohle. In unserem Blog finden Sie Aktuelles rund um die von uns unterstützten Projekte.

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Kategorien: Bildung
Schlagwörter: Berlin, Bildung, Energiebildung, Energietopf und Schule


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