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12. Dezember 2017

Start-Up-Geist im Stiftungsnetzwerk

Bei seiner zweiten Vollversammlung auf der Bühne im großen weißen Saal des Dortmunder Konzerthauses ist das „Stiftungsnetzwerk Ruhr“ mit den Planungen für die gemeinsame Förderung konkreter Projekte ein gutes Stück weitergekommen. Zum Auftakt des Treffens machte Intendant Benedikt Stampa  die 70 Vertreter der Stiftungen im Ruhrnetzwerk auf die Exklusivität des Tagungsortes mit Blick in den leeren und gleichwohl imposanten Zuschauerraum aufmerksam: „Sie teilen mit sehr wenigen Menschen, die nicht Klavier spielen, die große Ehre, an diesem Ort sitzen zu dürfen.“

Mit Blick auf die Förderung der „lit.Ruhr“ im vergangenen Herbst, die vom Publikum geschätzt, von Medien und der regionalen Literaturszene allerdings kritisch begleitet worden ist, betonte innogy Stiftungsgeschäftsführer Stephan Muschick in seiner Begrüßung „die dringende Notwendigkeit, bei allen Aktivitäten zu bedenken, welche Rolle man als Stiftung in der Gesellschaft spielen will“. Zudem sei angesichts der gegenwärtigen Niedrigzinspolitik großer Einfallsreichtum erforderlich. Stephan Muschick wörtlich: „Da ist auch für altehrwürdige Stiftungen ein neuer Start-Up-Geist gefragt.“

Bildung wird der Schwerpunkt der Förderung sein

Die Frage, wie das junge Stiftungsnetzwerk Ruhr künftig seine Handlungsfelder bestellen wird, war nach dem ersten Bochumer Treffen in diesem Jahr an Arbeitsgruppen delegiert worden. Aus den Berichten für die beiden Stiftungsnetzwerk-Schwerpunkte „Bildung“ und „Engagement in der Bürgergesellschaft“ wurde deutlich, dass Bildungsthemen klar im Fokus der künftigen Förderungskooperative stehen werden. Zumal Doreen Barzel („RuhrFutur“), Claudia Horch vom Regionalverband Ruhr (RVR), sowie Dr. Britta L. Schröder und Bernd Kreuzinger von der Stiftung „Talentmetropole Ruhr“ die Tagesordnung des zweiten Netzwerktreffens erweiterten und ihr Kongress-Projekt „ZukunftsBildung Ruhr 2018“ ins Rampenlicht des Konzerthauses rückten.

Als Teil der geplanten „Ruhr-Konferenz“ der Landesregierung soll der „innovativ gestaltete“ Kongress am 20./21. September 2018 die drängenden Themen der Region mit „konkreten Verabredungen“ in den Griff nehmen und Veränderungen zum Besseren anstoßen. Bernd Kreuzinger: „Keine andere Region in Deutschland hat so viel junge Menschen, die auf Ihrem Weg ins Leben Unterstützung brauchen, wie wir. Mit dem endgültigen Ausstieg aus dem Steinkohlenbergbau sei 2018 ein Schlüsseljahr für das Ruhrgebiet, das den Strukturwandel noch einmal deutlich markiert, so der Talentförderer vom Initiativkreis Ruhr weiter.“ Dazu bekräftigt Claudia Horch vom RVR: „2018 ist der Beginn eines Schlüsseljahrzehnts im Ruhrgebiet. Wir wollen ausstrahlen und bundesweit als Wissens- und Bildungsmetropole sichtbar werden.“

„Die Arbeiterviertel von gestern sind die sozial benachteiligten Bezirke von heute“

Den Vernetzungs- und Förderappell von „RuhrFutur“, „RVR“ und „Talentmetropole Ruhr“ bestätigte auch Prof. Dr. Jörg-Peter Schräpler vom Bochumer „Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung“. Er belegte mit seinen Daten zum Strukturwandel, „dass die Arbeiterviertel von gestern die sozial benachteiligten Bezirke von heute sind“. Mit hoher Arbeitslosenquote, steigendem Migrantenanteil und hoher Leerstandsquote.

Seine Forschungen belegten aber auch, betonte Prof. Schräpler, „dass ein vitales Schul-und Schülernetzwerk über Stadtgrenzen hinausreicht und deshalb statt einer kommunalen eine regionale Bildungsplanung und -förderung nötig ist“. Zudem fordert er dezidiert, „Schulen in Vierteln mit schwierigen sozialen Bedingungen mehr und gezielt zu fördern“. Jörg-Peter Schräplers Zahlen waren auch in das Bochumer Ausstellungsprojekt „Heimat im Wandel – Wege zur Metropole Ruhr“ eingeflossen, über das wir hier auch schon berichtet haben.

 

Das nächste Netzwerktreffen ist bereits geplant

Wie „Stadtteilentwicklung konkret“ funktioniert, zeigte Michaela Bonan vom Dortmunder Projekt „nordwärts“ im Gespräch mit Werner Meys von der Anneliese Brost Stiftung, bevor sich das Stiftungsnetzwerk Ruhr in die „RuhrRunden“ stürzte. Ein schlaues „Speed Dating“-Format für alle, die bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht netzgewerkt und einen entsprechenden Kennenlernbedarf hatten. Jeweils acht Teilnehmer bewegen sich in zwei Kreisen umeinander, machen sich selber und ihre Mission bekannt. Mit ihrer durchweg positiven Resonanz auf die „RuhrRunden“ in der Schlussrunde des Plenums belegten alle Redner die gute Wahl dieses Workshop-Formats für das Treffen in Dortmund.

Im kommenden Frühjahr soll dann auch die Internetseite des „Stiftungsnetzwerks Ruhr“ online gehen. Im Rahmen einer Preview wurde auch der Entwurf für die nagelneue Wort-Bildmarke des Stiftungsnetzwerks vorgestellt: Eine nach Westen geöffnete Umrissgrafik des Ruhrgebiets.

Apropos Westen, das nächste Netzwerktreffen soll im Frühjahr in einem Mehrzwecksaal in Duisburg-Marxloh stattfinden.

 

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Kategorien: Bildung und Soziale Innovation
Schlagwörter: Dortmund, Ruhrgebiet, Soziale Energie und Stiftungsnetzwerk Ruhr


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