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11. September 2017

Energie fürs Quartier: „Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt“

Im Rahmen der Kooperation dynamis unterstützen wir Ideen, die die soziale Nachhaltigkeit der Energiewende im Fokus haben. Warum es dabei um mehr geht als rein technische Lösungen, erklärt Svenja Feuster, Leiterin des Förderprojekts „Energie fürs Quartier“.

Frau Feuster, wofür brauchen wir „Energie fürs Quartier“?

SVENJA FEUSTER: „Energie fürs Quartier“ ist ein Förderprojekt, das Bürgerengagement in der Energiewende unterstützt. Das heißt, wir suchen Leute mit  Ideen, die ihre Umgebung im Rahmen der Energiewende voranbringen möchten. Die Ausschreibung dieses Förderprojekts ist deswegen sehr offen gestaltet. Jeder hat die Möglichkeit, seine Vorschläge einzubringen.

Wie sieht Ihre Förderung konkret aus?

Unser Beitrag ist finanziell wie auch ideell: Wir werden bis zu acht Projektteams aus den Bewerbern auswählen und mit je 20.000 Euro über einen Zeitraum von 18 Monaten unterstützen. Außerdem gibt es eine fachliche Begleitung durch Mentoren und Experten, die den Teams mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wir helfen dort, wo offene Fragen hinter der Idee stecken.

Das Förderprojekt bezieht sich auf Städte im Ruhrgebiet – wieso?

Generell stehen bei „Energie fürs Quartier“ die städtischen Quartiere im Fokus. In ländlichen Gebieten ist die Energiewende oftmals schon präsenter, beispielsweise durch Solaranlagen auf dem eigenen Hausdach oder die Nutzung von Windenergie. Gerade in städtischen Quartieren mit niedriger Eigentumsquote ist es im Allgemeinen schwieriger, die Leute für das Thema zu sensibilisieren. Darum widmet sich „Energie fürs Quartier“ gerade den Städten. Das Ruhrgebiet ist hier natürlich prädestiniert, da sich besonders viele bevölkerungsreiche Städte in der Region befinden. So wollen wir auch einen übergreifenden Austausch unter den Projektteams anregen.

Welche Art von Ideen suchen Sie?

Wir suchen nach innovativen Ideen, nach neuen Ansätzen – oder nach bewährten Ideen in neuem Kontext. Bei der Energiewende geht es ja nicht nur um Stromerzeugung, sondern auch um die Förderung von Nachhaltigkeit in anderen Bereichen – etwa darum, Energie, Wärme oder Kohlendioxid zu sparen. Daher sind gerade lokale Ideen wichtig: Kurze Transportwege sparen schließlich auch Energie.

Svenja Feuster und "Energie fürs Quartier"-Teilnehmer im Gespräch

„Andere sollen davon lernen können. Das ist ein wesentlicher Bestandteil von ‚Energie fürs Quartier‘.“ Svenja Feuster (r.) mit Interessierten in einem der Info-Cafés“

Das klingt alles sehr technisch … Richtet sich das Projekt primär an Ingenieure?

Nein! Natürlich freuen wir uns über eine technische oder konzeptionelle Lösung, die hausübergreifend im Viertel Energie spart. Es kann sich aber auch um eine kommunikative, kreative Aktion handeln, die im Quartier stattfindet. Oder um Ideen, die mit Bildung, Kultur oder sozialer Arbeit zu tun haben.

Können Sie ein Beispiel für eine Idee nennen, die es wert wäre, gefördert zu werden?

Ein sehr interessantes Projekt, finde ich, ist die „Fahrrad-Disco“. Dabei erzeugen Fahrräder – oder eher die Radfahrer selbst – live den Strom für Licht und Musik. So wird das komplexe Thema Energiewende erlebbar, indem die Gäste merken: Ich muss etwas dafür tun, damit der Laden läuft! Vielleicht zweifelt man anfangs an der Machbarkeit, doch es zeigt sich – man kann das durchaus realisieren.

Muss die Idee einen umfassenderen Gesellschafts- oder Gemeinschaftsgedanken haben? Oder kann es auch ein Vorschlag sein, der nur mir und meinem Nachbarn hilft?

Ich denke, das eine schließt das andere nicht aus! Kommunikation ist eines der vier Module von „Energie fürs Quartier“. Das bedeutet eben auch, dass wir die Projekte kommunikativ begleiten. Es kann durchaus eine Idee sein, die ich ursprünglich für mich ersonnen habe, die sich dann aber weiter verbreiten lässt. Diese Übertragbarkeit ist ein wichtiger Faktor bei „Energie fürs Quartier“: Die Ideen sollten auch für andere soziale Innovatoren zugänglich werden; das kann in einer anderen Stadt, ja sogar in einem anderen Bundesland geschehen.

Wie hoch ist der Bewerbungsaufwand, wenn ich eine gute Idee habe?

Wir suchen Gedankenansätze. Uns ist klar, dass man noch nicht unbedingt sagen kann, wohin die Reise in diesen anderthalb Jahren geht. Wir suchen daher explizit nach Ideen, deren Weiterentwicklung wir über die 18 Monate unterstützen und begleiten. Entsprechend sollte in der Bewerbung das vermutete Potenzial deutlich werden: „Warum glaubt Ihr, dass diese Idee gut ist?“ Das ist für uns die Frage an die Bewerber, und davon müssen sie uns überzeugen.

Wer bestimmt, welche Projekte schließlich gefördert werden?

Es gibt eine Jury aus Projektpartnern und erfolgreichen sozialen Unternehmern. Es werden uns in der Auswahl also Externe unterstützen, die sich selbst mit sozialen Gründungen befassen und somit Gespür für das Potenzial einer Idee haben. So wollen wir eine bunte Mischung unterschiedlichster Ideen und Teams zusammenstellen.

Wie erreicht die Teams die Unterstützung durch dynamis?

Das Geld wird über die 18 Monate in Raten nach einer selbst festgelegten Aufteilung an die Teams ausbezahlt, um sie beim Ausarbeiten der Ideen zu unterstützen. In der Bewerbung fragen wir ab, wen man sich als Mentor oder Coach wünscht und wo man noch Entwicklungsbedarf sieht. Das Programm wird dann auf diesen Bedarf hin zusammengestellt.

Wie werden die verschiedenen Projekte am Ende präsentiert?

Neben der internen Auftaktveranstaltung wird es eine öffentliche Vorstellung der Teams schon während des Entwicklungsprozesses geben. Am Ende des Förderzeitraums ist eine Abschlusskonferenz geplant. Dort wollen wir die Ergebnisse öffentlich diskutieren und reflektieren, sodass andere davon lernen können. Das ist ein wesentlicher Bestandteil von „Energie fürs Quartier“.

Hier auf dynamis-online.de erfahren Sie mehr zum Projekt und der Bewerbung.

 

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Kategorien: Bildung und Soziale Innovation
Schlagwörter: dynamis, Energie fürs Quartier, Energiebildung, Energiewende, Innovation, Musik und NRW


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