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Beitrag: „Für alle offen, die die Energiewende mitgestalten wollen“

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8. März 2017

„Für alle offen, die die Energiewende mitgestalten wollen“

Die Energiewende braucht Innovation. Nicht nur angesichts der vielen offenen technischen Fragen, sondern auch, weil sie vielen Menschen nicht mehr gerecht und fair erscheint. Ein Weg, dies zu verbessern, ist Bürgerbeteiligung. Unser Förderprojekt e:Lab in Dortmund zielt genau darauf ab: Im „Bürgerlabor für Energieinnovationen“ können nicht nur technikaffine Menschen Erfahrungen und Ideen einbringen.

Klingt spannend? Dann kommen Sie vorbei: Bei der 1. Energiewerkstatt an diesem Wochenende (Fr., 10.3., ab 17 Uhr, Sa., 11.3., 11-17 Uhr) geht es  um das Wohnen von morgen – von Peter Lustig bis zum „Tiny House“. Hier finden Sie alle Infos zum Progamm und Anmeldung. Veranstaltungsort ist die Werkhalle Dortmund, Rheinische Straße 143.

Warum wir das Projekt fördern? Darüber berichtet Daniela Berglehn, Projektleiterin bei der innogy Stiftung, im Interview:

Kunstförderung als Profession: Daniela Berglehn, hier bei einem anderen Projekt der Stiftung, der Ausstellungseröffnung von „Planet B“

Kunstförderung als Profession: Daniela Berglehn, hier bei einem anderen Projekt der Stiftung, der Ausstellungseröffnung von „Planet B“. Fotos: Frank Vinken | dwb

Frau Berglehn, was bei diesem Projekt ist Ihnen besonders wichtig?
DANIELA BERGLEHN: Wir fördern bereits eine Studie im Bereich Nutzerinnovationen und waren nun besonders interessiert an einer Idee, die das Feld quasi von unten aufrollt und auf Beteiligungen und Bottom-up-Prozesse setzt. Das e:Lab bedeutet praktische Arbeit und grenzt niemanden aus.  Das ist uns auch sehr wichtig: Dass das Projekt für alle offen ist, die die Energiewende mitgestalten wollen.

Was erhoffen Sie sich von dem Projekt?
Wir wünschen uns, dass eine kleine Keimzelle entsteht, die Bedürfnisse der Gesellschaft im Bereich Energieinnovationen abbildet. Es soll ein kreativer Raum sein, in dem wir diskutieren, aber auch gemeinsam mit den Nutzern Lösungen entwickeln. Es geht uns dabei nicht um fertig gedachte Produkte, die den Markt erobern sollen, sondern darum, neue Ansätze zu verfolgen und Freiräume   zu schaffen.

Bürgerlabor für Energieinnovationen: das e-Lastenrad

Auf Probefahrt mit dem solarumgebauten e-Lastenrad

Wie sind Sie konkret beim e:Lab eingebunden?
Ich bin keine Technikerin und daher eher kommunikativ eingebunden. Das heißt, ich versuche, geeignete Kompetenzen im Bereich Nutzerinnovationen für den Energiemarkt ins Boot zu holen, möchte Nutzergruppen zusammenbringen, die dieselben Ziele verfolgen – auch aus unterschiedlichen Projekten. Und ich versuche, geeignete Plattformen, wie unseren Blog oder den Stiftungstag, für Präsentation und Austausch von Projekten oder Ideen zu schaffen.

Stichwort Energiewende: Was ist für die innogy Stiftung elementar?
Wir möchten vermitteln, dass es nicht nur um technische Entwicklungen geht, sondern auch um gesellschaftliche, kulturelle und soziale Aspekte. Die Tragweite der Energiewende für unsere Gesellschaft ist noch nicht ausgemacht, die Konsequenzen für unser alltägliches Leben aber werden enorm sein. Daher möchten wir die Menschen mitnehmen und sie für die Veränderungen und Chancen sensibilisieren. Eine Frage ist zum Beispiel: Was ist eigentlich eine gute Energiewende? Oder auch: Ist das, was innovativ ist, auch sozial? Inwiefern ist dezentrale Erzeugung auch solidarisch?

„Bildung ist die Voraussetzung, um die Energiewende zu verstehen und mitzugestalten.“

Hätten Sie ein konkretes Beispiel, inwiefern beides kollidieren könnte?
Angenommen, ich kann es mir leisten, mit meinem Eigenheim Solarstrom zu produzieren – werde ich davon dann meinem Nachbarn etwas schenken, wenn ich einmal Strom im Überfluss habe? Um solche Zusammenhänge zu diskutieren, brauchen wir auch ausreichendes Hintergrundwissen. Ein wichtiger und grundlegender Aspekt unserer Stiftungsarbeit ist daher das Thema Bildung. Sie ist die Basis und Voraussetzung, um die Energiewende mit all ihren Aspekten zu verstehen und mitzugestalten. Dazu wollen wir einen Beitrag leisten. Und da kommt auch wieder das e:Lab ins Spiel, denn Bildung hat viele Facetten: von der schulischen Ausbildung bis zur praktischen Innovationsförderung.

Das Interview führte Stephanie Wehr-Zenz für den Newsletter des Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT. Wir geben es hier leicht angepasst wieder.

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Kategorien: Bildung und Soziale Innovation
Schlagwörter: Bürgerlabor für Energieinnovationen, Dortmund, e:lab, Energiebildung, Energiewende und Innovation


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