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Beitrag: Lichtkunstpreis 2017: ein Blick zurück nach vorne

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20. Januar 2017

Lichtkunstpreis 2017: ein Blick zurück nach vorne

Nach dem Award ist vor dem Award. Oder: Was machen eigentlich die damaligen Gewinner?

Heute vor zwei Jahren haben wir erstmals den International Light Art Award (ILAA) verliehen. Nun im April wird der von innogy Stiftung  und Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna ausgelobte Lichtkunstpreis zum zweiten Mal vergeben. Zeit für ein Gespräch mit den Gewinnern der Erstausgabe, Martin Hesselmeier und Andreas Muxel, über ihre Projekte und Stationen nach der Verleihung und die bevorstehende zweite Auflage.

Passend dazu: Am 26.1. startet unse neue Veranstaltungsreihe „Licht-Gestalten“. Infos + Anmeldung unten oder auf der Seite unseres Veranstaltungspartners, der Kunsthalle Düsseldorf.

ILAA

Mit „scala momentum“ haben es Hesselmeier und Muxel auf das Wahrzeichen von Schwäbisch Hall geschafft. Foto: Andreas Dehne

Lichtkunstpreis 2017 – Reduktion statt Pomp

Das Künstlerduo ist bei der Verleihung im April wieder dabei. Doch dieses Mal auf Seiten der Jury, die bereits drei Finalisten, Tilman Küntzel (über ihn hatten wir schon bei uns im Blog berichtet), Satoru Tamura und das Duo Vroegop/Schoonfeld gekürt hat. Inwiefern sie die drei Finalisten überzeugt haben und wer als Sieger beim Lichtkunstpreis 2017 hervorgehen wird, ist noch ein Geheimnis. Nur so viel wollen Hesselmeier und Muxel schon preisgeben: Sie begeisterten sich weniger für die technisch umfangreichen, „pompösen“ Lichtarbeiten als für die kleineren reduzierten Installationen, hinter denen eine spannende Geschichte steckt.

Erleuchtend: Martin Hesselmeier und Andreas Muxel hinter einem der LED-Stränge von „the weight of light“

Erleuchtend: Martin Hesselmeier und Andreas Muxel hinter einem der LED-Stränge von „the weight of light“. Beim Lichtkunstpreis 2017 sitzen sie beide in der Jury. Foto: Frank Vinken

Auch ihre Siegerarbeit von 2015, „the weight of light“, war ja eher von der Reduktion geprägt. Mit ihr zeigten die Künstler eine LED-Lichtinstallation, die kinetische Kräfte auf Lichtimpulse nach den Gesetzen der Schwerkraft übertrug. In den vergangen beiden Jahren hat sich bei den beiden Künstlern sehr viel getan. Durch die neu gewonnenen Kontakte beim ILAA entstanden spannende Kooperationen und Projekte.

Innehalten am Kunsthaus Rhenania

Nach dem ILAA 2015 widmeten sich die Künstler zunächst noch weiter ihrem Werk „the weight of light“. Es war zunächst sechs Monate lang Teil der Preisträgerausstellung im Lichtkunstzentrum Unna, und wanderte dann im April 2016 nach Köln. Im Kunsthaus Rhenania war es knapp einen Monat als Einzelausstellung zu sehen. Für Andreas Muxel ein spannender Ort direkt am Hafen, wo viele Menschen arbeiten und in ihrem hektischen Alltag den Besuch der Ausstellung als Ruhepol und Moment des Innehaltens und Durchatmens wahrnahmen.

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Die Fassade des LWL Museums voller LED-Lichter lockte hunderte Kunstliebhaber an. Foto: Martin Hesselmeier

Von Münster nach Schwäbisch Hall

Im September 2015 bespielten Hesselmeier und Muxel die LED-Lichter Fassade des LWL Museums Münster im Rahmen der Ausstellung „Otto Piene. Licht“ mit algorithmischen Lichtformationen. Ihre Neuinterpretation der Piene-Arbeit „Die silberne Sequenz“ ließ Passanten und Kunstinteressierte gleichermaßen gebannt nach oben blicken.

Besonders stolz sind die beiden auf ihr letztes Projekt, „scala momentum“ in Schwäbisch Hall. Auf der Freitreppe der St. Michael-Kirche, dem Wahrzeichen der Stadt, nahmen sie über Monate Bewegungen der Bürger auf, setzten sie am Computer in Lichtsequenzen um und spielten sie anschließend mithilfe von computergesteuerten Scheinwerfern wieder auf der Treppe ab. So traten die Menschen dort durch die Installation auf die Lichtspuren der Bürger aus der Vergangenheit. Die beiden Künstler spielten hier nicht nur mit Licht, sondern auch mit der Zeit und der Reaktion der Menschen, die dessen Pfade verfolgten.

Projekte, die Fragen stellen

Über ihre neuesten Pläne, parallel zur Juryarbeit für den Lichtkunstpreis 2017, lassen sie die Öffentlichkeit noch im Dunkeln. Es wird sich jedoch wieder um ein LED-Projekt handeln. Als Kinder der Energiewende arbeiten die beiden mit diesem energiesparenden Material, das nicht nur im Alltag, sondern auch in der Kunst angekommen ist. Laut Muxel handelt es sich bei ihrem neuesten Projekt um einen ganz besonderen Ort, weitere Details dürfen sie aber noch nicht nennen.

Bis heute präsentieren die Künstler ihre Arbeiten gerne im öffentlichen Raum, da sie das Wechselspiel zwischen Werk und Mensch fasziniert. Der Betrachter wird zum Teil des Installation, spielt mit dem Werk und umgekehrt. Eine Besonderheit der Lichtkunst, die sich in der Malerei und Plastik nicht so einstellen kann. Doch gerade darin liegt die gesellschaftliche Relevanz, die Lichtkunstobjekte mit sich bringen: Der Betrachter hat gar keine andere Wahl, als involviert zu sein. Er setzt sich somit sehr aktiv mit dem Thema auseinander. Stellen die Installationen die richtigen Fragen, wird es spannend. Dann erreicht die Lichtkunst die Menschen auf eine Weise, die Politik und Wirtschaft meist verwehrt bleibt.

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Neue Veranstaltungsreihe „Licht-Gestalten“ – Auftakt am 26. Januar

Noch ein wenig mehr Erleuchtung gefällig? Dann kommen Sie am 26. Januar zum Debüt unserer neuen Veranstaltungsreihe „Licht-Gestalten“.  Gemeinsam mit unseren Medienpartnern Monopol und Cicero wollen wir Licht in seinen unterschiedlichsten Facetten von der Kunst bis zur Wissenschaft und vom Alltag bis zur Städteplanung zum Thema jeweils eines Abends machen. Den Auftakt macht das Thema „Licht in unseren Köpfen“. Auf dem Podium diskutieren unter anderem der Chronobiologe Till Roenneberg und der FAZ-Journalist Jan Grossarth. Los geht es um 19.30 in der Kunsthalle Düsseldorf (Grabbeplatz 4, 40213 Düsseldorf). Kommen Sie vorbei – der Eintritt ist kostenlos! Anmeldung unter: lichtgestalten@monopol-magazin.de.

 

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Kategorien: Kultur
Schlagwörter: ILAA, International Light Art Award, Kultur, Kunst, Lichtkunst und Zentrum für internationale Lichtkunst


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2 Kommentare

  • Vielen Dank für den Artikel „ein Blick zurück nach vorn“, er hat neugierig gemacht. Obwohl als Dauergast in Unna erwarte ich mit Spannung die neue Ausstellung der Preisträger.
    Werden die Gespräche der neuen Veranstaltungsreihe aufgezeichnet und wo kann man sich diese dann anschauen?
    Mal eben nach Düsseldorf ist aus dem Sauerland nicht so einfach. Deshalb wäre wenigstens eine Zusammenfassung der „Licht-Gestalten“ sehr willkommen.
    Lichte Grüße bei herrlichem Winterwetter
    Klaus Storch

    Foto.|Licht.
    Klaus Storch
    Hasenkampstr. 87
    58762 Altena

    • Hallo Herr Storch, danke für Ihr Interesse und die Nachfrage. Leider wird es ressourcenbedingt vom Auftaktevent weder Livestream noch Nachbericht geben. Aber im Vorfeld planen wir noch ein – hoffentlich – recht erhellendes Interview mit einem der Panelisten hier für den Blog. Und die zweite Veranstaltung der Reihe werden wir dann voraussichtlich auch vor Ort begleiten, um darüber im Nachgang im Blog zu berichten. Viele Grüße vom Team der innogy Stiftung