Blog

Beitrag: Der Green Club Index NRW geht erfolgreich ins Neue Jahr

Sie sind hier: Startseite » Der Green Club Index NRW geht erfolgreich ins Neue Jahr

15. Dezember 2016

Der Green Club Index NRW geht erfolgreich ins Neue Jahr

Als sich im Juni der Green Club Index aufmachte, das grüne Kreativ-Projekt vom Kölner Format auf Nordrhein-Westfalen auszurollen, da herrschte im Kölner Gloria Theater eine zaghaft-neugierige Aufbruchstimmung. Knappe sechs Monate später haben die teilnehmenden Clubs und Spielstätten erkannt, welche Chancen in der Idee stecken, mit weniger Energieverbrauch mehr Spaß auf Tanzböden und Bühnen zu bringen. Kornelia Vossebein, Chefin der Zeche Carl in Essen: „Ein tolles Projekt, das uns hilft, mit einfachen, aber sinnvollen Maßnahmen auch die Umwelt zu schützen.“ Die Green Index NRW-Clubs trafen sich zum dritten 2016er Workshop in der Wuppertaler „Utopiastadt“.

 

Manchem wird der alte Mirker Bahnhof auf dem Hügel in der einst wohlhabenden Elberfelder Nordstadt wie Bates Motel anmuten. Für andere ist es nicht ‘mal Kunst und könnte demnach weg. Für jene Aktivisten, die den denkmalgeschützen Bahnhof seit nunmehr fünf Jahren wiederbeleben, ist er schlicht Utopia: Ein selbstverantwortetes Paradies mit Coworking-Räumen, einem Tanzstudio, offener Werkstatt, Fahrradverleih und dem Café „Hutmacher“, auf dessen Terrasse sich sommers bis zu 2.000 Gäste tummeln.

Die Nabelschnur nach Utopia

Es ist also kein Zufall, dass eine Karte mit dem Verlauf des Nordbahnradwegs großformatig den „Hutmacher“ beherrscht. Der im Frühjahr2015 eröffnete Radweg sorgt für Fahrt auf der ehemaligen Bahntrasse und neues Leben im alten Bahnhof Mirke. Die Nabelschnur nach Utopia, der wohl auch die Städtebauförderung zu verdanken ist, mit denen die „Utopiastadt“ ab dem Frühjahr 2017 saniert werden soll. In ihrer Analyse und Workshop-Präsentation hatte sich denn auch die für die „Utopiastadt“ zuständige Energieberaterin Anne Wochnik auf dieses Projekt konzentriert: Die Tücken der Innendämmung, der Vorteil von Lehm als Baustoff fürs denkmalgeschützte Fachwerk, eine Erweiterung der Brennwert-Gasheizung mit Wärmepumpentechnologie samt denkmalverträglicher Solartechnik auf dem neuen „Stehfalzdach mit Aufsparrendämmung“.

Green Club Index - Workshop in der Utopiastadt in wuppertal

Bergischer Barock: Diese besondere „Utopiastadt“-Anmutung soll auch nach der großen Sanierung des alten Mirker Bahnhofs im Frühjahr 2017 erhalten bleiben

Nach Anne Wochniks Vortrag führt der Utopiastädter Veranstaltungsmanager Johannes Schmidt durchs Haus und begeistert seine Green Club-Kollegen mit einer geradezu authentischen Unaufgeräumtheit (unsere Galerie oben), die heutzutage für teuer Geld auch gerne als „Vintage“ vermarktet wird. Bergischer Barock. Da staunte selbst Stefan Bohne, dessen Kölner „ARTheater“ als zweiter Betrieb auf Anne Wochniks Agenda gestanden hatte. Die Detmolder Energieberaterin zeigte in anschaulichen Bildern, wie energetisch es hätte sein können, wenn das „ARTheater“ vor der Installation seiner aktuellen Lüftung nicht privaten Experten-Empfehlungen gefolgt wäre, sondern gleich die Green-Club-Energieberatung hätte fragen können, wie das am besten geht.

Gleichwohl war es auch beim Wuppertaler Workshop einmal mehr Stefan Bohne, der mit seinen neuen Green Club-Routinen den Kollegen und Beratern aus der Seele sprach: „Es ist so einfach, ein Reinigungsprotokoll für den Betrieb einzuführen und es hat, wenn alle das einhalten, eine so große Wirkung.“ Eine große Wirkung verspricht sich auch Rasmus Prieß, der in Wuppertal als Berater des Freiburger Öko-Instituts e.V. die Idee eines Energielabels für die Effizienz von Kühlgeräten präsentierte. In der Tat wird sich der kommende Green Club Index- Workshop am 15. Februar 2017 in Köln intensiv mit dem Thema Kühlung in Clubs und Spielstätten beschäftigen. Eingeladen sind dann auch Vertreter aller großen Getränke-Hersteller. Als weiterer fester Termin steht der 30. April fest. Dann soll ein geplanter Clubmob im „ARTheater“ den Tanz in den Mai erweitern: Tanz die Innovation!

Jacob Bilabel: „Hier entsteht ein starkes Innovationsnetzwerk mit großer Strahlkraft.“

Wobei zum Thema Innovation noch zu sagen bliebe, dass Jacob Bilabel mit seinem Green Club Index NRW einige feine Stücke im Energiewende-Mosaik zusammengesetzt hat. Nach seiner Überzeugung nehmen die beteiligten Club- und Spielstättenbetreiber die Idee einer erfolgreichen Kooperation mit ins Neue Jahr: „Hier entsteht ein starkes Innovationsnetzwerk mit großer Strahlkraft. Die Clubs stellen fest, dass Kooperation der entscheidende Teil einer Lösung ihrer Probleme ist. Miteinander zu reden bedeutet, voneinander zu lernen.“

Und wer weiß, womöglich gelingt es im laufenden Projekt ja auch noch, eine Bilabelsche Lieblingsidee zu realisieren, nämlich den eigenen Clubstrom samt Tarif in die Leitung zu bekommen und zu diesem Zweck beispielsweise die Dachflächen einer Zeche Carl mit einer Energiegenossenschaft zu vermarkten. Kreativwirtschaft trifft auf bürgerliche Energieerzeugung. Das wäre dann auch eine Thema für Essen als Grüne Hauptstadt Europas 2017 …

weiterempfehlen

Kategorien: Kultur und Soziale Innovation
Schlagwörter: Energiesparen, Energiewende, Green Club Index, Green Music Initiative, und Wuppertal


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbedingungen


Eine Reaktion