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6. Dezember 2016

„Die richtigen Partner, um die wirklich großen Fragen anzugehen“

Im Kooperationsprojekt dynamis geht die innogy Stiftung neue Wege. Zusammen mit der 100 prozent erneuerbar stiftung und dem Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) will sie neue Formate und Modelle entwickeln, um eine sozial nachhaltige Energiewende mitzugestalten. Ein Gespräch mit innogy Stiftungsgeschäftsführer Stephan Muschick am Rande der dynamis-Vorstellung in Berlin über Ziele und Möglichkeiten der Initiative.

Herr Muschick, zunächst ganz generell: Warum braucht es dynamis?
STEPHAN MUSCHICK: In diesem Rahmen lässt sich die Frage, wie wir eine sozial nachhaltige Energiewende gestalten können, besonders gut beantworten. Hier kommen einfach die richtigen Partner zusammen: Wir haben auf der einen Seite die Kompetenz der Wissenschaft, auf der anderen den Pragmatismus, Lösungen vor Ort auszuprobieren, die daraus resultierende praktische Erfahrung, und wir bringen sehr unterschiedliche Perspektiven mit. Letzteres meine ich im ganz positiven Sinne, weil wir sehr konstruktiv damit umgehen. Denn mit den ideologischen Grabenkämpfen, die die Energiewende lange begleitet haben, werden wir künftige Herausforderungen nicht meistern.

dynamis Gründung in Berlin mit Stephan Muschick (links)

Stephan Muschick mit Moderator Jürgen Wiebicke und den dynamis-Partnern Ortwin Renn und René Mono (v.l.). Fotos: Sandra Weller (2)

Sie bezeichnen sich als „Think-Do-Rethink Tank“ – was ist das? 
Es klingt nach Werber-Sprache, aber dahinter stecken ernsthafte Gedanken: zunächst, dass wir eine wissenschaftliche Grundlage zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende brauchen. Das ist das „Think“. Wir glauben auch, dass traditionelle Wissenschaft an Grenzen stößt und wir neue Dinge ausprobieren müssen. Das ist das „Do“. Entsprechende Räume zu schaffen, das können nur Stiftungen oder Kooperationen wie dynamis leisten. Und wir wollen das Ganze natürlich nicht unsystematisch angehen, sondern mit analytischem Blick. Wir wollen konkrete Ergebnisse erzielen und diese wieder in den Diskurs zurückspeisen. Das ist das „Rethink“ – hier schließt sich der Kreis.

„dynamis wird eine große Bereicherung für die innogy Stiftung“

Inwiefern kann dynamis Themen angehen, wie es die innogy Stiftung nicht konnte?
Die innogy Stiftung hat sich seit ihrer Etablierung immer stärker den gesellschaftlichen Herausforderungen der Energiewende gewidmet – im Bildungsbereich, bei Kulturprojekten und auch bei so mancher energiepolitischen Fragestellung.

Was ja ein Anknüpfungspunkt ist…
Definitiv, allerdings haben wir auch gemerkt, dass wir alleine nicht die nötige Schlagkraft, das Know-how und die Netzwerke besitzen. Daher ist es so wichtig, Partner zu finden mit komplementären Kompetenzen, um gemeinsam die wirklich großen Fragen anzugehen.

Wieso haben gerade diese drei Partner zusammengefunden?
Wir ergänzen uns erstens fachlich sehr gut – was sicher auch mit anderen Akteuren der Fall gewesen wäre. Und zweitens arbeiten wir mit den Menschen hinter IASS und 100% erneuerbar stiftung teilweise schon sehr lange vertrauensvoll zusammen. Wir haben uns daher irgendwann in die Augen geschaut und uns gefragt: ,Wollen wir drei es anpacken?’ Und wir waren uns absolut einig, dass es passt.

Stephan Muschick bei der dynamis Gründung in Berlin

„Die innogy Stiftung ist der Initiator und Ermöglicher von dynamis und existiert natürlich weiterhin.“ innogy-Stiftungsgeschäftsführer Stephan Muschick beim dynamis-Auftakt in Berlin

Was genau „anpacken“? Gibt es schon konkrete Projekte bei dynamis?
Wir arbeiten an mehreren. Zum einen entsteht – Stichwort Wissensgrundlage – ein Barometer zur sozialen Nachhaltigkeit der Energiewende. Dann gibt es zwei Reallabore, in denen wir tatsächliche Lösungen ausprobieren: die Energieavantgarde Anhalt und „Energie fürs Quartier“ im Ruhrgebiet. Als übergreifendes Thema für uns sehen wir außerdem die Digitalisierung, die noch ein ganz massiver Katalysator für Veränderung sein wird. Hier arbeiten wir mit der stiftung neue verantwortung zusammen – weil wir dynamis als sehr offenes Netzwerk sehen und dort, wo es passt, die richtigen Partner dazu holen.

„Wir holen die Kühe dort ab, wo sie stehen“

Auf der neuen Website von dynamis sind – je nach Startbild – grasende Kühe oder unaufgeräumte Kinderzimmer zu sehen. Wie passt das dazu und was sagt uns das?
Natürlich sind sie als Hingucker gedacht, aber es sind nicht einfach irgendwelche Bilder. Rinderzucht wird für den Klimawandel mitverantwortlich gemacht, da Kühe viel Methan ausstoßen. Insofern sind sie Teil der Herausforderung Energiewende, aber eben auch Teil unseres Lebens. Und das ist der Ort, wohin dynamis möchte: mitten ins Leben. Ob auf einer Weide oder in einem Kinderzimmer. Der Hintergedanke der Motive ist, dass wir Menschen – oder eben Kühe – dort abholen, wo sie stehen, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

Wie arbeiten dynamis und innogy Stiftung fortan zusammen? 
Wir haben dynamis gegründet, um, wie eingangs gesagt, eine spezielle Fragestellung zu bearbeiten: Wie wir eine sozial nachhaltige Energiewende gestalten können. Das heißt im Umkehrschluss, dass die Organisationen, die dahinterstehen, nicht verschwinden werden. Die innogy Stiftung ist der Initiator und Ermöglicher von dynamis und existiert natürlich weiterhin. Die neue Kooperation wird – das ist meine feste Überzeugung – eine große Bereicherung für die Arbeit der innogy Stiftung werden.

Offiziell gestartet ist dynamis mit einem Diskussionsabend am 1.12. in Berlin, bezeichnenderweise im „Aufbauhaus“. Die Kurzfassung gibt es hier auf dynamis-online.de.

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Kategorien: Bildung und Soziale Innovation
Schlagwörter: Berlin, dynamis, Energieavantgarde Anhalt, Interview und Stephan Muschick


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