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Beitrag: VISIT-Stipendium auf der C.A.R. 2016: Thermopoesie und Herz-Werke

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31. Oktober 2016

VISIT-Stipendium auf der C.A.R. 2016: Thermopoesie und Herz-Werke

Auch in ihrem zehnten Jahr ist die Kunstmesse C.A.R. auf dem Welterbe Zollverein ebenso einzigartig wie 2006. Die Kunstquadrate von 2004 in der Kohlenmischanlage der Kokerei sind zur „Contemporary Art Ruhr“ gewachsen mit 300 Galerien und Künstlern auf 6000 Quadratmetern in den größten Hallen auf dem Welterbe Zollverein. Einmal mehr präsentierte die innogy Stiftung dort ihr VISIT-Stipendium.

 

Schließlich teilen sich die C.A.R. und das VISIT-Förderprogramm eine gewisse Einzigartigkeit. Im Ruhrgebiet gibt es nichts Vergleichbares, was VISIT-Kuratorin Daniela Berglehn denn auch mit der Präsentation zweier ganz besonderer Projekte auf dem Stand in Halle 5 belegte. So zeigte sie das künstlerische Echo des ebenso stillen wie bemerkenswerten Null-Energie-Selbstversuchs von Steven Emmanuel aus Wales, der fast vier Wochen ohne elektrische Energie im Zollverein-Park gelebt hat, sowie Bilder aus der Wärmebildkamera des „Thermo-Poeten“ Stefano Cagol von dessen „BODY OF ENERGY“-Reisen zwischen Gibraltar und Bergen in Norwegen.

Aktuell ist Stefano Cagol übrigens (mit dem ehemaligen VISIT-Stipendiaten Axel Braun) einer der zehn RuhrResidenten 2016 der KunstVereinRuhr. Was die aktuelle Unsichtbarkeitsforschung des aus dem Trentino stammenden Cagol mit Spraydosen und Feuerzeugen zu tun hat, wird er am 9. November im Kunsthaus Essen erklären. Dort lädt er zum Künstlergespräch über seine „NEW EXPERIMENTS ON VACUA“.

Aber zurück zum C.A.R.-Wochenende. Das begann zur Eröffnung am Freitag mit einer Aktion der Düsseldorfer Fotoproduzenten Michael Gueth und Dirk Koeberle. Die Initiative „Herzwerk“ gegen Altersarmut der Schauspielerin Jenny Jürgens haben die beiden um ihr Fotoprojekt „Auf den zweiten Blick“ erweitert. Prominente (Schaupieler) hatten sich ins Alter maskenbildnern lassen und dramatisch ausgeleuchtet für stille nachdenkliche Fotografien posiert. Wie das geht, zeigten Gueth und Koeberle mit dem Fernsehschauspieler Sven Martinek bei einem Live-Shooting in Halle 6.

Das VISIT-Programm der innogy Stiftung auf der Kunstmesse C.A.R. vom 2. bis 30. Oktober auf dem welterbe Zollverein

Die C.A.R. am Freitag auf der ersten Etage des Sanaa-Gebäudes (Folkwang Universität der Künste), wo am 28. November auch der innogy Stiftungstag stattfinden wird. Foto: Frank Vinken | dwb

Ein seltsam spannendes Fotografie-Event, das der WDR in den Mittelpunkt seines Berichts über die C.A.R. stellte. Wie schwer es zeitgenössische Kunst im Ruhrgebiet tatsächlich hat, versuchte Video-Reporter Jan Akkerman mit drei studierenden jungen Essenern zu ermitteln, die er bei einem Messerundgang am Freitag vor der Kamera zu ihren Eindrücken befragte. Von den Bildern gegen Altersarmut zeigte sich auch der eher kritische Student Victor (20) beeindruckt: „Das hier ist Kunst mit einem realen Hintergrund, mit dem sich jeder von uns sehr viel mehr beschäftigen sollte.“

Die C.A.R. wird sicher auch im elften Jahr ihr Publikum finden. Der Blick auf Zeitgenössisches aus Galerien von Seoul bis Berlin von Leipzig bis Madrid bleibt spannend und ein sehenswerter Kontrapunkt zur prominenten ART.FAIR, die übrigens ab 2017 als „ART DÜSSELDORF“ in die Landeshauptstadt zieht. „Hoffentlich gibt es dann keine Terminüberschneidungen mehr“, wünschte sich der Essener Galerist und China-Spezialist Frank Schlag auf der C.A.R. Und ein Fünkchen Düsseldorf fand sich auch am Wochenende bereits in direkter Nachbarschaft zum VISIT-Auftritt. Dort bot die Galerie.Edition Purrmann aus Nettetal das kleine Lüpertzsche „Grundgesetz“ an.

Zu derlei arrivierten Exponaten kontrastierten auch im zehnten Jahr die C.A.R.-Talente in Halle 12 auf das Allerfeinste. Uns aufgefallen ist die Münchnerin Anne Marguerite Steinbeis. Ihr Herz-Werk „ArYTHMIE.2016 “ erzählt ganz unprominent vom multimedialen Pulsieren ihres eigenen Körpers und was die Action Cam eine Woche lang aus Herzhöhe im Alltag der studierten Restauratorin sah. Das pocht – wie die C.A.R. auch – ungemein zeitgenössisch!

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Kategorien: Kultur und Soziale Innovation
Schlagwörter: C.A.R., Düsseldorf, Essen, Kunstmesse, Sanaa-Gebäude, Stefano Cagol, Steven Emmanuel, VISIT, VISIT-Stipendium und Welterbe Zollverein


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