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11. Juli 2016

ILAA 2017: „Die Entscheidung für die Jury wird schwer“

Der Countdown läuft: Am 31. Juli ist Bewerbungsschluss für den 2. Internationalen Light Art Award (ILAA). Der von unserer Stiftung initiierte Lichtkunstpreis findet erstmals als offener Wettbewerb statt – jeder Künstler kann sich also bewerben. Eine Fachjury wählt dann aus den Einreichungen drei Finalisten aus, die ihre Installationen im Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna realisieren dürfen. Aus ihnen wiederum wird der Sieger gekürt und bei der Verleihung im Frühjahr 2017 ausgezeichnet. ILAA 2017-Projektleiterin Anna Morbach zieht Zwischenbilanz:

Frau Morbach, in drei Wochen ist Bewerbungsschluss für den ILAA 2017. Wie viele Einreichungen gibt es bisher?
ANNA MORBACH: Wir haben bereits zahlreiche Konzepte erhalten und ich bin sicher, es werden noch mehr, denn es gab schon sehr viele Nachfragen von interessierten Künstlern. Man kennt das ja von Deadlines: Ganz viele melden sich erst in letzter Minute.

ILAA 2017 - Anna Morbach im Interview

„Das neue Procedere eines offenen Wettbewerbs bewährt sich auf jeden Fall.“ Anna Morbach, hier im Lichtkunstzentrum Unna, über den erfolgreich anlaufenden ILAA 2017. Fotos (2): Frank Vinken | dwb

Wie viele Künstler waren beim ILAA 2015 im Rennen, als man nur auf Vorschlag teilnehmen konnte?
Damals waren es rund 30. Mit dem offenen Wettbewerb werden wir diese Zahl aber locker übertreffen. Das neue Procedere bewährt sich gut!

Was sagen Sie zur bisherigen Qualität der Bewerbungen?
Sie sind wirklich gut. Und es sind viele Künstler aus dem Ausland dabei…

…zum Beispiel?
Aus Spanien, den USA, aus Israel, Portugal, Kroatien, Österreich und der Schweiz. Und sogar aus der Ukraine und China. Ich würde sagen, die Hälfte kommt zurzeit aus dem Ausland – der Rest sind deutsche Bewerber. Wir hatten ja anfangs ein wenig Sorge, dass sich nur regionale Künstler angesprochen fühlen würden. Aber das ist gar nicht der Fall.

Für weiter entfernt lebende Bewerber erscheint es nicht so einfach, ein Konzept abzugeben, das wirklich zum Lichtkunstzentrum passt – schließlich sind die Räumlichkeiten sehr speziell.
Das stimmt, die Installationen sollten ja mit den Räumen interagieren – und dazu hilft es, wenn man sie vorher „live“ gesehen hat. Es waren auch schon einige Künstler hier und haben sich umgesehen – anderen schicke ich dann eben Fotos und erkläre ihnen die Besonderheiten bei uns telefonisch. Zum Beispiel, dass die Gewölbe naturbelassen sind, teilweise verputzt, teilweise sind es rohe Ziegel. Wenn da jemand eine Installation komplett mit weißen oder schwarzen Wänden plant, wird das natürlich schwierig.

Lichtkunst ist stark technologiegetrieben, das hat man ja schon bei der ersten Preisverleihung 2015 gesehen. Lassen sich – angesichts des rasanten Fortschritts – Weiterentwicklungen gegenüber 2015 erkennen, dass also aktuelle technologische Entwicklungen die Konzepte für den ILAA 2017 beeinflussen?
Bisher eher wenig. Ich hatte mehr Konzepte erwartet, die sich – wie Dirk Vollenbroich 2015 – ganz neuer Technologien bedienen. Aber was man sehen kann, ist, dass viele Künstler stark inhaltlich arbeiten und sich mit politischen Entwicklungen auseinandersetzen.

ILAA 2017 - Anna Morbach

Anna Morbach im Gewölbe des Lichtkunstzentrums, wo die Finalisten des ILAA 2107 ihre Installationen realisieren werden.

Inwiefern?
Einige schlagen die Brücke von Licht zu Überwachung, Anonymität und Kontrolle. Zudem zeichnet sich der Umgang mit historischen Wurzeln als ein Schwerpunkt ab, mit Vergangenheit, Verleugnung, Verwahrlosung. Was ich auch sehr spannend finde, ist die Idee, das Thema Zeit und das Erleben von Zeit in den Mittelpunkt zu stellen. Es sind viele interessante Ansätze – da wird die Entscheidung für die Jury bestimmt nicht einfach.

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Hier finden Sie alle Infos zur Bewerbung und zum ILAA 2017.

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Kategorien: Kultur und Soziale Innovation
Schlagwörter: ILAA, International Light Art Award, Lichtkunst, Ruhrgebiet, Unna und Zentrum für internationale Lichtkunst


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