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1. Juni 2016

Der Planet B und die Expeditionen zur Nachhaltigkeit

„Nachhaltigkeit ist das, was uns trägt, wenn alles andere nicht mehr trägt.“ Die Entdeckung dieser völlig unmodischen und treffend pathetischen, rund 200 Jahre alten Definition von Nachhaltigkeit haben wir dem Marler Publizisten und Philosophen Ulrich Grober zu verdanken. Dem Direktor des NRW-Forums Düsseldorf verdanken wir das hochaktuelle Ausstellungsprojekt „ Planet B“. Von morgen an werden sich dort rund 30 Künstler für drei Monate mit dem Thema auseinandersetzen.

 

Die RWE Stiftung für Energie und Gesellschaft ist nicht nur fördernd, sondern indirekt auch mit dem Künstler Merlin Baum am Joseph-Beuys-Ufer vertreten. Baum war 2014 Stipendiat des VISIT-Programms der Stiftung und überraschte mit seinem „Kinetischen Lichtinterface“ Jurys und Ausstellungsbesucher. Er ist ab dem fünften August für die letzte und fünfte Arbeitsphase im Forschungsraumschiff auf „Planet B“ verantwortlich.

Wie alle anderen Artonauten wird der Interface-Designer zehn Tage in der Installation des Künstlerkollektivs „Labor Fou“ leben und arbeiten. An den Grenzen zwischen virtuellen und realen Welten ist u. a. ein Dinner mit VR-Brille geplant. Merlin Baum plant überdies eine höchstpersönliche Schnittstellenerfahrung, wenn er sich in Echtzeit steuern lässt und sein künstlerisches Kernpostulat auf die Spitze treibt: „Merlin Baum ist eine Interface.“ Gestern wollten die Reporter einer großen Boulevardzeitung schon einmal vorsorglich wissen, ob damit womöglich auch „sexuelle“ Steuerungen verbunden sein könnten.

„Wir wissen selber nicht genau, wo das hingehen wird, denn drei Monate kann man ja nicht proben.“

Der Düsseldorfer Choreograf Ben J. Riepe will seine Compagnie über die gesamte Laufzeit des Düsseldorfer Zukunftsprojekts an den Veränderungen – am Wandel – von Gefühlen und Ausstellungsräumen laborieren lassen. Ben J. Riepe beschreibt sein „UUUUU(TOPIA“-Projekt folgendermaßen: „Wir wissen selber nicht genau, wo das hingehen wird, denn drei Monate kann man ja nicht proben.“ Das wird eine Verausgabung, so Riepe weiter: „Inhaltlich, körperlich, gemeinsam. Unsere Themen sind Musik, Wetter und Gemeinschaft. Kurz: Atmosphären“. Bei der gestrigen Pressekonferenz ließen die Tänzer auf ihrem Rollrasen zu Inuit-Tönen und Nebel die Grenzen zwischen Tanz und Musik, zwischen Kunst- und Naturraum fließen.

Für künstlerisches Leben in der Umlaufbahn des „Planeten B“ hat Forumsdirektor Alain Bieber das quietschgrün angestrichene Automobil des Schweizer „Ateliers für Sonderaufgaben“ organisiert. Die Konzeptkunst-Brüder Frank und Patrik Riklin werden in ihrem „Quatschmobil“ jeden mitnehmen, der sich diskutierend und parlierend mit der Planeten-Zukunft auseinandersetzt. Ohne Gespräche gibt es keine Bewegung. Wer schweigt, bleibt stehen, und alle zehn Kilometer wird eine Art Performance „ausgelöst“. Das könne die Bockwurst am Fortuna-Büdchen sein, ein Haarschnitt oder gar das motorisierte Utensil aus dem Fachgeschäft für sehr intime Sonderaufgaben, wie Direktor Alain Bieber in seiner Liveschalte aus St. Gallen zur Pressekonferenz im Forumscafé ankündigte.

Das Atelier für Sonderaufgaben sucht noch Mitfahrer im Quatschmobil

Alle die vom 2. bis zum 5. Juni mobil und B-planetarisch quatschen und dementsprechend mitreisen möchten, können sich HIER anmelden.

Allen, die am kommenden Wochenende aber noch tiefer in die Nachhaltigkeits-Recherche einsteigen mögen, sei die „Internationale Verbrauchermesse, Konferenz & Kunstausstellung für nachhaltigen Lebensstil und Innovation – Sustainica“ (ebenfalls vom 2. bis zum 5. Juni) im Obergeschoss des Forums empfohlen. Dort diskutieren dann unter anderem am kommenden Freitag RWE Stiftungsprojektleiterin Daniela Berglehn und Jacob Bilabel dessen (hier im Blog bereits beschriebene) „Green Music Initiative“.

In der morgen beginnenden ersten Reise zur Nachhaltigkeit werden sich Künstler aus Schottland, Finnland, und Deutschland dem „Food Hacking“ widmen. Ein erster Vorgeschmack darauf fand sich in der Pressemappe: Ein Lutscher mit Proteinfüllung aus unfrittierten (!) Insekten. Sehr anschaulich. Mehr dazu findet sich auch im ausführlichen Katalog zur Ausstellung, der als Reiseführer für die Expeditionen zur Nachhaltigkeit rund um Planet B prima funktioniert und nur empfohlen werden kann. Zur „Planet B“-Eröffnung heute um 19.00 Uhr sind alle eingeladen.

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Kategorien: Kultur und Soziale Innovation
Schlagwörter: Düsseldorf und NRW-Forum


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