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Beitrag: Es wird wieder Licht: Der International Light Art Award geht in Runde zwei

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19. April 2016

Es wird wieder Licht: Der International Light Art Award geht in Runde zwei

Lichtkünstler aufgepasst: Der „International Light Art Award“ (ILAA) geht in die nächste Runde. 2015 hatten wir den Preis erstmals gemeinsam mit dem Lichtkunstzentrum Unna ausgelobt. Die nächste Verleihung findet im April 2017 statt. Inwiefern sich der ILAA weiterentwickelt hat und was von der Premiere im vergangenen Jahr geblieben ist, erklärt John Jaspers, Museumsdirektor des Lichtkunstzentrums:

Herr Jaspers, der ILAA wird zur Lichtkunst-Biennale. Was wird diesmal anders sein?
JOHN JASPERS: In der nächsten Runde wird es ein offener Wettbewerb sein. Beim ersten Mal konnte man als Künstler nur vorgeschlagen werden, zum Beispiel von Kuratoren. Danach haben uns viele angesprochen, die auch gerne mitgemacht hätten und gefragt, wie sie sich bewerben können. Auch als ich zum Beispiel vor sechs Monaten beim Amsterdam Light Festival war: Da haben mich Künstler aus den verschiedensten Ländern angesprochen, von China bis Südamerika. Sie kannten das Lichtkunstzentrum, weil sich der ILAA herumgesprochen hatte und wollten auch teilnehmen. Deswegen haben wir uns dazu entschlossen, dass jetzt alle Künstler ihr Konzept einreichen können.

"Die ILAA Ausstellung hat uns rund 12.000 Besucher gebracht – 40 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2014." Foto: Frank Vinken | dwb

„Die ILAA Ausstellung hat uns rund 12.000 Besucher gebracht – 40 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2014.“ Foto: Frank Vinken | dwb

Das ist doch sicherlich mit mehr Aufwand verbunden, oder?
Ja, allein von den Anfragen und Telefonaten, die wir vorher geführt haben, rechnen wir mit sehr vielen Konzepten. Die Jury erwartet auf jeden Fall eine Menge Arbeit.

Wer sitzt denn beim ILAA 2017 alles in der Jury?
Das ist noch ein Geheimnis. Ich kann nur so viel sagen: Internationale Künstler werden dabei sein und natürlich auch unsere Gewinner der letzten Runde, Martin Hesselmeier und Andreas Muxel.

„Die Besucher des Lichtkunstzentrums kommen jetzt aus der ganzen Welt.“

Was ist vom ersten ILAA geblieben – hat er bereits bleibende Wirkung erzielt?
Absolut, und zwar sowohl für unser Museum als auch für die Künstler selbst. Das Lichtkunstzentrum hat mit dem Preis international auf sich aufmerksam gemacht. Wir hatten vergangenes Jahr einen Besucherrekord und das Tolle dabei ist, dass die Leute aus den verschiedensten Ländern und Kontinenten kommen. Natürlich reisen sie nicht nur für die Ausstellung an, aber wahrscheinlich denken sie, wenn sie in Europa sind, dann ist das Museum in Unna auf jeden Fall einen Besuch wert. Bei den letzten Wechselausstellungen haben wir auch ein gesteigertes Interesse vom Fernsehen und den Zeitungen bemerkt. Unser Renommee ist also gestiegen, kann man sagen. Außerdem hat der Preis auch die Karrieren der Künstler vorangebracht. Hesselmeier und Muxel stellen ihre Arbeit „The Weight of Light“ jetzt zum Beispiel bei der Art Cologne aus.

Die Lichtkünstler Hesselmeier und Muxel mit ihrer Installation zum Lichtkunstpreis ILAA

Die Künstler und ihr Werk: Martin Hesselmeier (l.) und Andreas Muxel mit ihrer Installation in Unna. Foto: Frank Vinken | dbw

Das Lichtkunstzentrum hatte die Arbeiten der drei Finalisten ja nach der Verleihung ausgestellt – wie kamen die Werke bei den Besuchern an?
Generell kam die Ausstellung gut an, das habe ich an den Besucherzahlen gemerkt, aber auch an den Einträgen im Gästebuch. Bei Kunst ist es natürlich immer so, dass jeder sie anders wahrnimmt. Von der interaktiven Installation von Dirk Vollenbroich waren zum Beispiel viele begeistert, weil man selbst mitmachen konnte und somit Teil des Kunstwerks war. Lichtkunst ist sehr sinnlich und geht direkt ins Herz. Deswegen spricht es auch vielerlei Menschen an, von denjenigen, die sonst nie ins Museum gehen, bis zu den Kunstgeschichts-Studenten. Als Kurator kann ich sagen, dass die drei Werke eine gute Repräsentation dessen war, was Lichtkunst sein kann und wie sie sich entwickeln könnte.

„Lichtkunst wird immer komplexer und multimedialer.“

Wie hat sich die Lichtkunst gegenüber 2015, als die Idee zum ILAA geboren wurde, denn weiter entwickelt?
Lichtkunst wird immer komplexer. Dahinter stecken inzwischen viel Technik und verschiedene Computerprogramme, die alles steuern. Die Installationen werden also multimedialer. Da spielen oft auch Klang und Interaktivität eine Rolle. Ich bin neugierig, was die nächste Runde bringt. Natürlich wollen auch wir gerne mit der Zeit gehen, aber das heißt nicht, dass traditionellere Arbeiten nicht mehr am Wettbewerb teilnehmen können. Ich hoffe sogar, dass auch einfache Lichtarbeiten mit Glühbirnen und Leuchtstoffrohren dabei sein werden.

Inwiefern kann gerade Lichtkunst gesellschaftlich relevante Impulse setzen?
Das Wort „gesellschaftlich“ finde ich immer so groß. Lichtkunst hat die gleichen Aufgaben wie andere Sparten der Kunst. Sie ist da, um sie zu genießen, Menschen zu vereinen, Gedanken auszutauschen und Grenzen zu überqueren. Bei Lichtkunst geht es natürlich auch um Themen wie Nachhaltigkeit und Lichtverschmutzung und da kann sie Impulse setzen. Lichtverschmutzung ist ein sehr gesellschaftliches Thema. Ich hoffe, dass es in Europa nicht so weit kommt wie in manchen Städten in Asien, Shanghai beispielsweise, wo alles leuchtet. Das Bewusstsein dafür kann man sicherlich mit Lichtkunst anstoßen.

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Pünktlich zum Bewerbungsauftakt zum ILAA 2017 erstrahlt auch die Website „in neuem Licht“. Hier finden Künstler auch alle Infos, um eigene Konzepte einzureichen.

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Kategorien: Kultur
Schlagwörter: ILAA, International Light Art Award, Interview, John Jaspers, Lichtkunst, Unna und Zentrum für internationale Lichtkunst


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