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4. April 2016

Ausstellung: Geschichte und Gegenwart der Elektromobilität 

Aufmerksamen Zeitgenossen in der RWE-Heimatstadt Essen wird nicht entgangen sein, dass die historische Ladesäule für Elektroautos am Konzern-Standort Kruppstraße verschwunden ist. Keine Angst, sie ist nicht den Weg alten Eisens gegangen, sondern steht bis November im LVR-Industriemuseum in Oberhausen. Zusammen mit weiteren RWE-Exponaten erzählt sie als Teil der Ausstellung „Aufgeladen“ von dem großen Engagement von RWE bei der Elektromobilität – in Vergangenheit und Gegenwart.

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Titelfoto der RWE-Broschüre „Es geht auch elektrisch“, ca. 1979

Was das Thema hier bei uns im Blog zu suchen hat? Die RWE Stiftung zählt zu den Fördern des Industriemuseums in Oberhausen. Außerdem ist die Ausstellung ein gutes Beispiel, wie erfolgreiche Energiebildung funktioniert. Doch dazu später mehr.

Das LVR-Museum hatte bei  RWE angeklopft im Wissen, dass der Konzern schon in den 1970ern und 1980ern eine führende Rolle bei der Weiterentwicklung der Elektromobilität hatte. Ausstellungsmacher Dr. Klaus Pirke war begeistert von seinen Funden im Konzernarchivs: „RWE war seinerzeit sehr wichtig für die Weiterentwicklung der batteriebetriebenen Elektroautos“, sagt der Historiker. „Dank des Archivs ist die Geschichte gut aufbereitet und es gibt noch viele spannende Zeugnisse davon.“

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Artikel der Neuen Ruhr-Zeitung vom 6. April 1971

Artikel der Neuen Ruhr-Zeitung vom 6. April 1971

Beiträge aus dem RWE-Konzernarchiv

So erwarten den Besucher im „regionalen Teil“ der Ausstellung zahlreiche Dokumente, Fotografien und Filme aus der RWE-Historie. Zu sehen sind Filmaufnahmen vom ersten Grand Prix für Elektroautos im Jahr 1986 – passend zur Sammlung der Formel E-Siegerpokale, die Pirke aufgetrieben hat. Die Betriebsanleitung des ersten CityStromers, den RWE 1983 auf Basis des VW Golf entwickelt hatte, darf natürlich nicht fehlen.

Dazu gibt es Fotografien der im harten Alltagseinsatz in Düsseldorf und Mönchengladbach erprobten Elektro-Omnibusse – der bei der Rheinbahn erhaltene letzte E-Omnibus selbst war dann doch etwas zu groß für die Ausstellung. Und schließlich kann der Besucher in dem beeindruckenden Presseecho auf die Vorstellung der Elektroauto-Pläne von RWE Anfang April 1971 blättern.

MB-Transporter in der Ausstellung im Industriemuseum Oberhausen

Einblick in den Elektro-Transporter von Mercedes-Benz, links die historische Ladesäule.

Unterstützung aus Recklinghausen

Aber das ist alles „Flachware“ wie Museumsleute sagen. Eine Ausstellung lebt jedoch in erster Linie von den dreidimensionalen Objekten. „Da hatte ich selber nichts zu bieten, denn ein Archiv sammelt in erster Linie Papier“, sagt RWE-Archivar Hans-Georg Thomas. „Aber ich wusste, dass im Konzern noch der ein oder andere Wagen vorhanden ist.“

Natürlich war hier das von RWE getragene Museum Strom und Leben in Recklinghausen erste Adresse als Leihgeber. Als vor über 15 Jahren die Elektroauto-Sammlung der RWE Energie aufgelöst wurde, hatte es die wichtigsten Fahrzeuge übernommen. So sind in Oberhausen ein aufgeschnittener Mercedes-Benz Elektrotransporter von 1977 und ein CityStromer II von 1985 zu sehen.

Abbildung-aus-Pöhlmann-Verkaufsprospekt - Ausstellung im Industriemuseum Oberhausen

Foto aus dem Pöhlmann-Verkaufsprospekt, 1984

Schnittiger Hingucker im Industriemuseum

Ab Mai wird es auch den Pöhlmann EL, ein schnittiges, für RWE entwickeltes Elektroauto von 1984 Mai an Stelle des CityStromers in der Ausstellung zu sehen geben. Und das ist gut so, denn der Pöhlmann ist nicht nur ein Hingucker, sondern es gibt in Oberhausen auch schon einiges von ihm zu sehen: Fotografien von der Designentwicklung und dem ersten Prototypen, ein Video vom Crashtest und die Hochglanzbroschüre, mit der für den Kauf des mit RWE-Mittel entwickelten Elektroautos geworben wurde. Schlappe 78.000 DM zuzüglich Mehrwertsteuer kostete er damals. Dafür hätte man seinerzeit auch einen nagelneuen, gut ausgestatteten Porsche 911 Cabrio bekommen.

Der E-Oldtimer LEMS in der Ausstellung im Industriemuseum Oberhausen

Seltener Elektro-Oldie: LEMS No.1 von 1903

Seltener Oldtimer mit RWE-Vergangenheit

Auch beim ältesten Exponat, dem LEMS No. 1 ergänzen sich Objekt und Archivmaterial. LEMS steht für London Electro-Mobile Syndicate Ltd. Der Oldtimer aus dem RWE-Wasserkraftwerk Heimbach steht stellvertretend für die erste Hoch-Zeit der Elektromobilität um 1900, als in den USA mehr Stromer als Benziner auf den Straßen fuhren.

„Den hatte RWE vor rund 45 Jahren erworben, um zu zeigen, dass die Elektromobilität schon damals eine reiche Tradition hatte“, sagt Konzernarchivar Thomas. „Aus dem Archiv konnte ich eine Fotografie beisteuern, die eine Parade der RWE-Elektroautos vor dem Essener Saalbau anlässlich der RWE-Hauptversammlung im Februar 1973 zeigt – und den in einer eigens angefertigten Vitrine aufgestellten LEMS No. 1 als Urahn dieser Entwicklung.“

Heinkel im Foyer des Industriemuseum Oberhausen

Blickfang am Eingangsbereich: An der RWE-Ladesäule steht der zum E-Mobil umgebaute Heinkel Kabinenroller

Energiewissen lebensnah vermittelt

Das Leitmotiv der Ausstellung ist die Förderung von Wissen und Bildung zum Thema Energie, denn ohne diese ist eine Energiewende nicht möglich. Die Schau in Oberhausen nimmt vor allem den Aspekt eMobility auf, der ja im Gegensatz zu anderen Energiethemen sehr gut greifbar ist. Autos sind Alltagsgegenstände und in gewisser Weise (wenn auch heute immer weniger) auch Statussymbole, die das Interesse von Klein und Groß wecken und so einen guten Anhaltspunkt für die Vermittlung von Energiewissen bieten. Die Haltung gefällt uns – genau so lebensnah muss Energiebildung funktionieren.

Richtig lebendig wird das Thema Elektromobilität am 12. Mai. Dann gibt es im benachbarten Kino Walzenlager einen historischen Filmabend rund ums Elektroauto. Aber natürlich lohnt sich grundsätzlich der Weg in die Ausstellung. Das Industriemuseum Oberhausen befindet sich direkt hinter dem Hauptbahnhof. Hier finden Sie Öffnungszeiten und weitere Infos.

Autor: Hans Georg Thomas, Leiter RWE-Konzernarchiv

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Kategorien: Bildung und Kultur
Schlagwörter: Ausstellung, Energiebildung, Energiesparen, Kultur, und Oberhausen


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