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10. März 2016

Wie passen Kunst und Energie zusammen?

Daniela Berglehn, bei der RWE Stiftung für das Stipendienprogramm VISIT und die Kunst- und Kulturförderung zuständig, hat dem Kunstmagazin „ARTMAPP“ ein Interview gegeben. Thema: die Verbindung von Kunst und Energie. Passend zur aktuell laufenden, am 31.3. endenden VISIT Bewerbungsphase 2016 hier ein Auszug:

Die RWE Stiftung fördert zeitgenössische Kunst. Welchen thematische Schwerpunkt haben Sie sich gesetzt und warum?
DANIELA BERGLEHN: Bei allen Projekten der Stiftung steht immer das Thema „Energie“ im Zentrum. Manchmal erschließt sich das ganz unmittelbar, etwa bei unseren Lichtkunstprojekten, die ja Energie nutzen und zum Ausdruck bringen. Manchmal ist Energie aber auch bereits Thema der künstlerischen Arbeit selbst und es geht ganz konkret um Fragen der Energieerzeugung, des Umgangs mit Ressourcen, der Teilhabe.

Ein Bild von Sebastian Mölleken aus dem Tagebau Garzweiler

Ein Bild von Sebastian Mölleken aus dem Tagebau Garzweiler.

Die Energiewende ist ein provokantes Thema für Energieriesen wie RWE. Wie kann die Kunst hier Impulse geben?
Die Energiewende ist für alle eine große Herausforderung. Für Konzerne wie RWE, für den Markt, aber auch für die Politik, für unsere Gesellschaft als Ganzes. Es geht hier ja nicht um rein technische Fragen und die Form der Erzeugung, sondern auch um Verteilung, den Zugang zum Netz, soziale Fragen bis hin zu Fragen der Datensicherheit. Die RWE Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, für diesen Transformationsprozess gemeinsam mit ganz unterschiedlichen Akteuren Ideen zu suchen. Kunst und Künstler spielen in diesem Dialog eine wichtige Rolle und wir haben daher bereits 2010 unser Stipendiatenprogramm VISIT ins Leben gerufen.

„Kunstprojekte setzen alles in einen anderen Rahmen und helfen uns, die Perspektive zu wechseln.“

Was hat es mit VISIT auf sich?
VISIT ist unser Artist in Residence-Programm. Wir laden Künstler dazu ein, sich mit dem Thema Energie zu beschäftigen. Einmal im Jahr werden die Stipendien ausgeschrieben und eine externe Jury wählt zwei Künstler aus.

An welchen Projekten arbeiten die Stipendiaten und was davon wurde ausgestellt?
In der Bochumer Ausstellung konnte man erleben, wie vielfältig die Künstler Energie thematisieren: Merlin Baum hat ein kinetisches Licht-Interface gebaut, eine sehr schöne Rauminstallation, die mit Energie und Licht arbeitet. Sebastian Mölleken ist eher dokumentarisch unterwegs, er war 2010 im Tagebau Garzweiler. Dort hat er die Landschaft, die Menschen, die verlassenen und die neuen Dörfer fotografiert. Diese Fotos wurden sehr kontrovers aufgenommen – extern, wie intern. Am Ende wurden sie mit dem Felix Schoeller Foto-Award ausgezeichnet. In der tagesaktuellen Diskussion sind die Positionen oft verhärtet  – die Kunstprojekte setzen einen anderen Rahmen und helfen uns, die Perspektive zu wechseln und neue Ideen zu entwickeln.

Die Lichtkünstler Hesselmeier und Muxel mit ihrer Installation zum Lichtkunstpreis ILAA

Die Künstler und ihr Werk: Martin Hesselmeier (l.) und Andreas Muxel mit ihrer Installation in Unna. Foto: Frank Vinken | dbw

Wer sind die VISIT Stipendiaten in diesem Jahr und was werden sie machen?
Es sind Christian Keinstar und Evelina Rajca. Beide Künstler sind aktuell noch mitten im Projekt. Keinstar arbeitet mit dem seltenen Metall Gallium, welches schon bei geringer Temperatur schmilzt und kombiniert diese Vorgänge mit dem menschlichen Körper. Es geht bei ihm um Grenzen, die überwunden werden müssen – poetisch, physikalisch, politisch. Evelina Rajca verknüpft Hightech und Mythen. Sie plant vereinfacht gesagt die Entwicklung einer Bettdecke, deren Sensoren anzeigen, wie viel Energie der Schläfer während der Erholungsphase aufnimmt oder auch abgibt. Es soll eine prozessbasierte Mixed Media Installation entstehen, die kombiniert sein wird mit einem Workshop.

2015 hat die RWE Stiftung erstmals den Internationalen Preis für Lichtkunst ILAA vergeben. Um was geht es dabei und was zeichnet die beiden aktuellen Preisträger aus?
Hesselmeier und Muxel haben den Lichtkunstpreis mit ihrer Arbeit „The Weight of Light“ gewonnen. Eine Art formgewordenes Gedankenexperiment, denn Licht besitzt weder Masse noch Schwerkraft. Die Arbeit besteht aus im Raum schwebenden LED Bahnen und ist einerseits technisch innovativ und ermöglicht uns andererseits auch eine neue sinnliche Erfahrung. Wir sind seit langem Partner des Zentrums für Internationale Lichtkunst und es war uns ein gemeinsames Anliegen, die Frage nach der Zukunft dieser jungen Kunstform zu stellen und auch mehr Aufmerksamkeit für das Museum zu erzeugen.

Offenkundig energiegeladen... VISIT-Koordinatorin Daniela Berglehn mit hochstehenden Haaren

Offenkundig selbst ganz schön energiegeladen… VISIT-Koordinatorin Daniela Berglehn

Das gesamte Interview können Sie in der Winterausgabe 2015/2016 des Kunstmagazins „ARTMAPP“ lesen.

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Kategorien: Kultur
Schlagwörter: ILAA, Kultur, Kunst, Lichtkunst, VISIT, Visit-Künstler, und Zentrum für internationale Lichtkunst


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