Blog

Beitrag: Wie Schwarmintelligenz den Energiemarkt verändert

Sie sind hier: Startseite » Wie Schwarmintelligenz den Energiemarkt verändert

10. August 2015

Wie Schwarmintelligenz den Energiemarkt verändert

Den Stromverbrauch zuhause vom Büro oder dem Urlaub aus messen und steuern – SmartEnergy- oder SmartHome-Technologie macht das möglich. Wer darüber hinaus den Strom auch noch selbst produziert, sich mit den notwendigen Voraussetzungen beschäftigt und innovativ tätig ist, heißt neudeutsch „Prosumer“ (ein Kunstwort aus „Producer“ und „Consumer“).

Zudem fällt er oder sie genau in die Untersuchungsgruppe des von der RWE Stiftung geförderten dreijährigen Forschungsprojektes „Nutzerinnovationen im Energiemarkt“ des Humboldt-Instituts. Wir haben mit Prof. Dr. Hendrik Send, der die Studie mit seinen Kollegen Matti Große und Moritz Neujeffski leitet, über das Projekt gesprochen:

Herr Send, in Zeiten allgegenwärtiger Digitalisierung trifft Ihr Forschungsprojekt ja definitiv den Zeitgeist. Was versprechen Sie sich von Ihrer Arbeit?
HENDRIK SEND: SmartEnergy ist ein spannendes und in Zukunft immer wichtigeres Feld, in dem wir noch viele neue Lösungen brauchen werden, die auf die tatsächlichen Probleme von Nutzern zugeschnitten sind. In unseren Augen geschieht das bisher zu wenig.

Professor Send und Kollegen

Überzeugt vom Potenzial der Schwarmintelligenz: Hendrik Send mit seinen Kollegen Matti Große und Moritz Neujeffski (v.l.)

Was möchten Sie jetzt dagegen tun?
Wir wollen im ersten Teil des Projektes zunächst feststellen, welche Mechanismen, Umgebungen oder Interventionen es gibt, die für Nutzerinnovation förderlich oder hinderlich sind. Im zweiten Teil werden wir untersuchen, ob wir einen Unterschied zwischen dem, was im SmartEnergy-Bereich passiert, und dem, was in einem vergleichbaren Feld technologischer Informationen passiert, erklären können. Im dritten Schritt wollen wir schließlich in der Lage sein, Vorschläge zu machen, was Unternehmen – vielleicht auch die Politik – machen können, um Produktentwicklung und Innovationen durch Nutzer zu begünstigen.

Produktentwicklung und Innovation ist ja eigentlich die Aufgabe von Unternehmen – warum sprechen Sie von den Nutzern?
Weil wir da viel Potenzial sehen: Wenn Nutzer anfangen, selber Probleme zu lösen, ohne dabei Geld verdienen zu wollen, dann kommen dabei häufig Ansätze raus, die ihr Problem tatsächlich lösen und somit auch für andere Kunden interessant sein können.

Stichwort „Schwarmintelligenz“…?
Genau. Oft weisen diese Lösungsansätze auch eine sehr hohe Erfolgswahrscheinlichkeit auf dem Markt auf. Deswegen glauben wir, dass das im Bereich SmartEnergy-Technologien ein sehr interessanter Mechanismus ist.

Wie gehen Sie dieses Forschungsprojekt jetzt an?
Wie das ein Wissenschaftler eben macht: Anstatt rauszugehen und die Welt anzuschauen, arbeiten wir uns zunächst durch die bereits vorhandene Literatur. Das Gefundene tragen wir zusammen und versuchen dann die Dinge nicht zu reproduzieren, sondern auf ihnen aufzubauen. Gleichzeitig haben wir schon mit sogenannten Stakeholder-Interviews angefangen.

Wie kann man sich die vorstellen?
Wir treffen uns einfach mit Leuten aus der Branche, aus Start-ups und verschiedenen Projekten und unterhalten uns mit ihnen. Als erstes fragen wir natürlich immer danach, was es für spannende Projekte gibt, was der Grund dafür ist, dass diese gut funktionieren oder eben nicht und was noch fehlt. Dadurch erhalten wir sehr gute Hinweise und reden mit spannenden Leuten.

///

Hendrik Send ist der Projektleiter am Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft. Außerdem unterrichtet er als Professor für digitale Kommunikation an der Hochschule Anhalt.

Auch Teil zwei des Interviews ist inzwischen hier im Blog erschienen. Hier finden Sie weitere von der RWE Stiftung geförderte Projekte.

weiterempfehlen

Kategorien: Bildung und Soziale Innovation
Schlagwörter: Hendrik Send, Humboldt Institut, und Innovation


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbedingungen


2 Kommentare