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13. März 2015

Das Team der Bürgerenergie gewinnt mit „Wirtschaft Plus“

Ganz knapp und doch deutlich hat das Team der kleinen energieerzeugenden Bürger den dritten Stakeholder-Wettbewerb der Akademie für Energie und Akzeptanz des Wittenberg-Zentrums für Globale Ethik (WZGE) gewonnen. Die Bürgerenergie hatte nach Meinung der Jury „ihr klares Profil am authentischsten vertreten“ und die Teammitglieder freuten sich nach der Preisverleihung über einen VIP-Besucherpass beim kommenden MELT-Festival im Industriedenkmal „FERROPOLIS“.

 

Doch so klein sind die kleinen Wind-Müller und Solarenergie-Wirte ja gar nicht, denn nach Einschätzung der Bundesregierung ist zu viel „fluktuierender“ Strom auf dem Markt, der dezentral erzeugt und bislang auskömmlich vergütet, ein neues Förderregime erfordert.

Im bereits laufenden Ausschreibungsverfahren für große Freiflächen-Photovoltaikanlagen darf nur noch der Betreiber mit dem geringsten EEG-Förderanspruch bauen ernten. Diese Voraussetzungen und alle weiteren neuen Hürden, wie Kautionen und Strafzahlungen bei Bauverzögerung, bringen Bürgergenossenschaften und Interessengruppen wie beispielsweise die „100 prozent erneuerbar stiftung“ ziemlich in Rage.

Leidenschaft und Engagement

„Ein heißes Thema“, wie auch Caroline König vom Bundespresseamt anmerkte, die den Stakeholder-Plot für die Bundesregierung am Expertentag der Akademie im Wittenberger Wilhelm-Weber-Haus vorstellte. So sieht Windenergie-Erzeuger Horst Leithoff die neuen Perspektiven dörflicher Gemeinschaften hoch gefährdet, die nun dank gemeinschaftlich erwirtschafteter Naturstrom-Erlöse nicht mehr den Not-Cent dreimal umdrehen wollen, sondern nach Raiffeisen („Das Geld des Dorfes dem Dorfe . . .) endlich selbstbewusst und solvent ins Umfeld investieren möchten.

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Vielleicht lag‘s an der Leidenschaft, mit der Windmüller Leithoff über die Bedrohung der Bürgerenergie-Genossenschaften referierte, womöglich aber auch an der Gelassenheit, mit der Dr. Matthias Kussin die Situation und das schnell wachsende „erneuerbare“ Engagement des bislang eher zentral orientierten „großen Energieerzeugers“ schilderte.

Der lehrende Soziologe ist bei der RWE AG als Hauptreferent Umweltschutz in der Abteilung Corporate Responsibility tätig. Es ist allerdings auch sehr denkbar, dass die Gruppe der Bürgerenergie-Erzeuger ihren ersten Preis beim Stakeholding in Leipzig schlicht der harten Arbeit verdankt. Schon am Dienstag hatten sie noch spät zusammengesessen und dabei für Ihre Rolle den Begriff „Wirtschaft Plus“ entwickelt, von dem sich Jury-Mitglied Dr. Stephan Muschick gestern in Leipzig hatte begeistern lassen.

Das Motto: Akzeptanz durch Teilhabe

Und mit „Wirtschaft Plus“ meinten die Bürgervertreter die Spannungs- und Akzeptanzerzeugung bei eher uninteressierten Stromkunden. Überdies die Schaffung regionaler Netzwerke und virtueller Kraftwerke. Akzeptanz durch Teilhabe und die Wahrung einer „Akteurs-Vielfalt“, die auch von der 100 prozent erneuerbar stiftung“ dringend eingefordert wird. Am Expertentag betonte deren Vertreter, Energiemediator Anatol Itten, Akzeptanz für die Energiewende umfasse weit mehr als nur den Strompreis, sondern auch Dimensionen wie Sinn, Gerechtigkeit und Wertschätzung.

Über unser Interview im Blog hinaus, muss auch hier noch einmal über Dr. Ursula Weidenfeld berichtet werden. Wie sie als Moderatorin gewordene Bundesregierung mit umsichtiger Lässigkeit die Stakeholder-Spieler in die Verständigung zwischen zentraler Versorgungssicherheit und dezentraler Teilhabe bringt und damit immer wieder herausfordert, ist schlicht eindrucksvoll: Wenn Sie sich nicht einigen, tun wir das für Sie und – glauben Sie mir – das wird sicher nicht preiswerter . . .“

Intensiver lernen geht kaum

Ethisch ist das nicht, aber wirkungsvoll. Und zwar ebenso wirkungsvoll wie das energie-akademische Stakeholder-Format der RWE Stiftung für Energie und Gesellschaft und des Wittenberg-Zentrums für Globale Ethik. Teilnehmer, Veranstalter und das kleine aber sachverständige Leipziger Publikum sind auch über die 2015er Auflage gleichermaßen begeistert.

Intensiver lernen geht kaum. Im kommenden Frühjahr geht es weiter, oder um es mit den Worten von WZGE-Vorstand Dr. Martin von Broock zu sagen: „Innovation braucht Akzeptanz und die gibt es nur durch Bildung.“

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Kategorien: Bildung
Schlagwörter: Energiebildung, Energiewende, Wittenberg Zentrum für Globale Ethik, und WZGE


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