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12. März 2015

Energieakademie – Interview mit Ursula Weidenfeld

„Beeindruckend, wie energisch die Studenten um Lösungen ringen“

(De-)Zentrale Energieversorgung: Wie lassen sich Teilhabe und Versorgungssicherheit vereinbaren? Das ist die Leitfrage unserer Studenten-Akademie, die wir diese Woche wieder in Wittenberg und Leipzig veranstalten. 20 Studierende arbeiten dort sechs Tage lang zu zentralen Fragen der Energiewende.

Höhepunkt der Woche ist der „Stakeholder-Dialog“, bei dem die Teilnehmer die Positionen unterschiedlicher Interessensgruppen einnehmen. Ziel der Debatte: konsensfähige Lösungen auf dem Weg in die Energiezukunft zu finden. Moderatorin ist die Wirtschaftsjournalistin Ursula Weidenfeld. Wir haben Sie vorab interviewt:

Zweite Wittenberger Energie-Akademie mit Stakeholde-Dialog am 13. Februar 2014

„Es entstehen neue und unerwartete Koalitionen.“ Ursula Weidenfeld, hier als Moderatorin des Stakeholder-Dialoges bei der Akademie in 2014. Foto: Frank Vinken | dbw

Frau Weidenfeld, Sie übernehmen nun schon zum dritten Mal die Moderation des Stakeholder-Dialogs im Rahmen der Energie-Akademie. Was reizt Sie persönlich an dieser Aufgabe?

URSULA WEIDENFELD: Ich finde es beeindruckend, wie ernsthaft und energisch die Studenten um Lösungen ringen – und wie originell diese Lösungen dann sind. Diese Verhandlungen zeigen, welches Potenzial in strukturierten Debatten und Mediationsverfahren steckt.

Hat es bei den vergangenen Dialogveranstaltungen Momente gegeben, bei denen Sie den Eindruck hatten: Hier entsteht gerade etwas Neues, ein innovatives Umgehen der Teilnehmer mit bekannten energiepolitischen Problemlagen?

Wir schaffen ja einen Einigungsdruck, den es im realen energiepolitischen Diskurs leider nicht gibt. Beim Stakeholder-Dialog profitiert niemand, wenn sich die Teilnehmer nicht einigen. Aber unter diesen Bedingungen, ja: Es entstehen neue und unerwartete Koalitionen, wenn man sich einigen muss. Es hat sich gezeigt, dass die erwartete Polarisierung der Stakeholder nur in wenigen Bereichen eintritt – und das sind nicht die kriegsentscheidenden.

„Gerade die älteren Menschen würden fitter für die Energiewende, wenn sie lernten, sich auch einmal in andere Rollen hineinzudenken“

Die Energiewende erfolgreich zu bewältigen, ist eine Herkulesaufgabe für alle Beteiligten. Glauben Sie, dass ein solches „Rollenspiel“ der verschiedenen Akteure und ihrer Positionen dazu beiträgt, junge Menschen fitter für die Herausforderung zu machen?

Ganz ehrlich? Nicht nur jüngere Menschen. Mein Eindruck ist, dass gerade die älteren (und im Augenblick entscheidenden) Menschen fitter für die Energiewende würden, wenn sie lernten, sich auch einmal in andere Rollen hineinzudenken. Wenn man weiß, dass man eine Sache nicht im Konflikt entscheiden kann, ist man gut beraten, belastbare Verhandlungsstrategien zu finden.

Bunter Nachschlag: Die besten Bilder der bisherigen Akademiewoche

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Kategorien: Allgemein
Schlagwörter: Energiebildung, Energiewende, Wittenberg, und Wittenberg Zentrum für Globale Ethik


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