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3. Februar 2015

Mit Energie-Kunst auf der Suche nach Kunst-Energie

Nach sehr viel preisgekrönter Kunst zwischen Unna und Berlin wird es in diesem Blog höchste Zeit für einen Kurzschluss zum Thema Energie. Für den sorgte am Wochenende der „amtierende“ VISIT-Stipendiat der RWE Stiftung für Energie & Gesellschaft, Stefano Cagol, mit seiner Wärmebildkamera im Essener Museum Folkwang. Mit Energie-Kunst auf der Suche nach Kunst-Energie.

 

Der aus dem norditalienischen Trento stammende Künstler reist insgesamt rund 20.000 km durch Europa, um in den Museen ausgewählter Großstädte nach der Verkörperung von Energie zu forschen. Begonnen hat er 2014 im norwegischen Bergen. Gesucht wird nichts weniger als „THE BODY OF ENERGY (of the mind)“. Cagols Werkzeug ist eine state-of -the-art-Infrarotkamera, mit der sich im Spektrum zwischen den Farben Blau (= kalt) und Rot (= warm) kleinste Temperaturunterschiede von bis zu 0,05 Grad sichtbar machen lassen.

Die Aliens vom Dienst vor dem Museum Folkwang

Und Stefano Cagols Energie-Suche erzeugt am Freitag vor dem Museum Folkwang tatsächlich verblüffende Wärme-Bilder, wenn er mit einer Handvoll Restschnee das Akronym seines Projekt – „T B O E“ – an die vergleichsweise warme Außenwand des Museums schreibt. Auf der Treppe zum Haupteingang posiert er rot-flirrend mit Direktor Tobia Bezzola. In den Kindertagen des Science-Fiction-Films wären die beiden solchermaßen verfremdet gut und gerne als die Aliens vom Dienst durchgegangen. Aber Spaß beiseite: Cagol geht es um mehr.

Am Samstag wirbt er mit einem Informationsflyer um die Mitwirkung der Museumsbesucher und kommt damit zum energetischen Kern seiner paneuropäischen Performance. „Wir sind gewohnt“, sagt er, „von einem Museum kreative, ja, künstlerische Energie zu bekommen. Ich mache diesen Austausch nun interaktiv, indem ich die Wärmespuren der Besucherhände auf der Museumswand mit der Infrarotkamera aufzeichne und so einen Energiefluss in entgegengesetzte Richtung symbolisiere.“

Mit De-Niro-Lächeln auf Schwingungssuche

Dabei ermöglicht Stefano Cagol mit seinem künstlerischen Elan, seinem verzweigten Netzwerk durch das kulturelle Europa und nicht zuletzt mit seinem entwaffnenden De-Niro-Lächeln den Blick auf eine energetische Perspektive, die in den Achtzigern populär wurde, aber so gar nicht in unser Weltbild passen wollte: Alles von der Funkwelle über das Licht und die Wärmestrahlung bis zur Betonwand sei Energie, sagen die Experten. Nur die Art und die Frequenz der Schwingung würden sich unterscheiden. Zweiflern, die das für einen geschickten und fragwürdigen Kunst-Griff halten, sei hier eine kurze Internetrecherche beim Quantenphysiker des Vertrauens empfohlen.

Nein, im Ernst. Stefano Cagols Energie-Tauschprojekt ist gar nicht so weit hergeholt, wie es zunächst scheint. Und schon der erste Besucher posiert am Samstag vor dem Lesesaal im Folkwang-Foyer ohne viel zu fragen mit ausgebreiteten Armen für den Performance-Künstler.

Alle haben einen großen Spaß, und Stefano Cagol jede Menge Folkwang-Energie abgespeichert und hochgeladen, bevor es – VISIT sei Dank – im umgewidmeten RWE-Kleinbus über Gent, Paris, Granada, Gibraltar und Rom zum ZKM in Karlsruhe geht, um den „BODY OF ENERGY“ und natürlich „the mind“ quer durch Europa mit kreativer Wärme zu bebildern. Italienisch-Fans finden hier einen O-Ton zum Projekt. Updates plant und veröffentlicht Cagol auf seiner Seite im Netz.

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Kategorien: Kultur und Soziale Innovation
Schlagwörter: Essen, Folkwang, Kunst, Museum Folkwang, Stefano Cagol, VISIT, Visit-Künstler, und VISIT-Stipendium


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