Energiewenden früher und heute

Die Energiewende ist keine neue Erfindung: Schon immer waren Energiesysteme im Wandel – und das hat auch Veränderungen in gesellschaftlichen, kulturellen und technisch-ökonomischen Dimensionen nach sich gezogen. Die von uns geförderte Ausstellung „Energiewenden - Wendezeiten“ beschäftigt sich mit diesem Thema.

2018 wird das Ende der Kohlezeit bedeuten. Die letzten Steinkohlenzechen Deutschlands in Ibbenbüren und Bottrop schließen – zumindest symbolisch eine wichtige Zäsur auf dem Weg weg von fossilen hin zu erneuerbaren Energien. Dies nimmt das Industriemuseum LVR in Oberhausen zum Anlass für eine umfassende Ausstellung über Energiesysteme und deren Einfluss auf die jeweiligen Epochen: „Energiewenden – Wendezeiten“ in der Zinkfabrik Altenberg, die mit zum Museumsverbund gehört.

Thema ist unter anderem die Energieregion Rhein-Ruhr und deren Entwicklung durch die Energiegewinnung sowie die damit verbundene Industrialisierung. Dabei fokussiert sich die Ausstellung auf die fünf Energiewenden, die die Region schon miterlebt hat: Einführung von Kohle und Dampf, die Elektrifizierung, das Öl- sowie das Atom-Zeitalter und schließlich den aktuellen Übergang zu den Erneuerbaren.

Ausstellung startet 2017 – spezielle Angebote für Schulklassen

Aber auch die globale Perspektive spielt eine Rolle, denn die Ausstellung geht auf den unterschiedlichen Umgang der Länder mit Energie und Klimawandel ein. Insgesamt verschafft sie einen Überblick über Energiewenden der Vergangenheit und Gegenwart und soll so helfen, Antworten auf die Fragen der Zukunft zu finden. Da sich das LVR als lebendiges Museum sieht, wird die Ausstellung partizipative Elemente und spezielle Angebote für Schulklassen beinhalten.

Die Energiewende ist ein vielschichtiges Thema, das weit über die rein technologische Perspektive hinausgeht. Die Ausstellung, die Ende 2017 anlaufen wird, hilft daher, die Perspektive zu wechseln und auch die gesellschaftlichen und kulturellen Folgen der Einführung und Abschaffung verschiedener Energiesysteme zu verstehen. Außerdem kann man durch die genaue Betrachtung vollzogener Energiewenden Chancen und Risiken für den Wandel, den wir gerade beschreiten, erkennen und besser mit ihnen umgehen. Wir sind gespannt und werden im Blog über Neuigkeiten berichten.

Fotogalerie

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Außenansicht der historischen Zinkfabrik Altenberg. Hier wird die Energiewenden-Ausstellung stattfinden.

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Energiegeladene Werbung: So sorgte RWE 1930 an der Viehhofer Straße in Essen für erhellende Aufmerksamkeit.

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Zwischen diesen Plakaten liegen über 60 Jahre. Links eine Aufruf gegen „Lichtverschwendung“ aus einer Kampagne von 1929. Rechts ein Entwurf für den Ideen-Wettbewerb „Energiesparen“ der Ruhrchemie AG, entstanden um 1995. Bilder: Jürgen Hoffmann, LVR-Industriemuseum

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Supraleiter und Erdkabel wie heute? Weit gefehlt. Die Hauptschaltleitung in Brauweiler bei Köln mit ihren 110 kV-Masten zog sich 1930 sehr dominant durchs Rheinland Richtung Goldenbergwerk.

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Ob in dieser Leitwarte von 1987 wohl schon so viel Rechenpower wie heute in Ihrem Smartphone steckte?

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